Bad Honnef | Massive Kritik löste die diesjährige Johanneskirmes bei ortsansässigen Unternehmen aus. Mehrere hundert EUR Umsatz würden ihm wegen der Kirmes fehlen, so Ralf Heuchert-Magnier von L´Atelier de Cuisine. Wie auch bei Karlottas Kaffee und Villamani am Markt standen Fahrgeschäfte unmittelbar vor seinem Geschäft. An einen normalen Verkauf war nicht zu denken.

Einigermaßen normal lief im Karlotta der Berieb erst wieder, nachdem sich Inhaberin Charlotte Timons heftigst beschwerte. Vor ihrem “Kaffee” wurden die Wagen daraufhin weggefahren.

Die FDP Bad Honnef will nun Klarheit. Nach ihren Recherchen bemängeln betroffene Einzelhändler, “dass keine Kommunikation oder Abstimmung zwischen Stadt und Einzelhandel stattgefunden habe sondern, quasi ohne ‘Vorwarnung’, einzelne Ladenlokale zugebaut wurden so dass ein normaler Geschäftsbetrieb für diese Zeit nicht mehr möglich ist”, so FDP-Ratsmitglied Hartmut Schneider in einer Anfrage für die kommende Ratssitzung. Es sei für die Betroffenen nicht nachvollziehbar, wie mit der Platzverteilung umgegangen wird.

Seiner Fraktion sei bewusst, dass der Johannes-Kirmes eine Tradition zugrunde liege und Veranstaltungen dieser Art nicht ohne Beeinträchtigungen der Umgebung möglich seien. Dennoch wollen die Freien Demokraten die Abläufe kennenlernen und mit Verwaltung und Politik überlegen, wie Verbesserungen zugunsten einer geringeren Belastung der Betroffenen und in der Kommunikation realisiert werden könnten.

Auch bei Villmani ging nichts mehr | Foto: Hartmut Schneider

Dabei fragt die Partei nach den Einflussmöglichkeiten des Einzelhandels, wenn durch Aktivitäten wie die Kirmes “die Geschäftstätigkeit massiv gestört wird, um im Detail eventuelle Verbesserungen vorzuschlagen” und bringt als Forum einen “Runden Tisch” ins Spiel. Außerdem will sie wissen, welche positiven Auswirkungen die Kirmes in Bad Honnef erzielt. Auch andere Standorte zieht die FDP in ihrer Anfrage in Erwägung, zum Beispiel die Insel Grafenwerth oder den Bereich des unteren Kurparks zwischen Alexander-von-Humboldt-Straße und B42.

Kein Durchkommen für Rettungsfahrzeuge. Die Stadt sagt, das ist ok, es gäbe alternative Zufahrten

Fragen warf auch die Stellpraxis im Bereich der Boutique “Frauenzimmer” auf. Normalerweise bleibt die Zufahrt in die Fußgängerzone frei, diesmal wurde sie zugestellt. Rettungsfahrzeuge hätten im Notfall die Fußgängerzone nur aus Richtung Linzer Straße befahren können. Die Stadt teilte auf Anfrage von Honnef heute zwischenzeitlich mit, dass die Aufstellung des Karussells an dieser Stell “in Ordnung” gewesen sei. Eine Zufahrt wäre über andere Wege möglich gewesen.

Ratssitzung: 6. Juli 2017, 18 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses