Vernetzen

Titel

Bad Honnefer CDU-Politiker für ärztliche Hilfe beim Sterben

Beitrag

| am

Bad Honnef | Einer hat Mut: Peter Hintze. Der frühere CDU-Generalsekretär und heutige Bundestagsvize aus Bad Honnef will laut einem heute auf Spiegel-Online veröffentlichten Bericht Sterbehilfe in Deutschland ermöglichen.  Ärzte dürften nicht bestraft werden, wenn sie Schwerstkranken beim Suizid helfen. Es gebe auch eine “Ethik des Helfens”, so Hintze auf Spiegel-Online.

“Meiner Ansicht nach sollte der ärztlich assistierte Suizid in unerträglichen Situationen am Lebensende ohne jeden Zweifel straffrei sein, wenn der Patient dies wünscht und der Arzt in einer Gewissensentscheidung zu dem Ergebnis kommt, dass er diesem Wunsch nachkommen will”, zitiert das Portal den Pfarrer.

In der CDU geht der politische Weg in eine ganz andere Richtung. So fordern Gesundheitsminister Gröhe und Fraktionsvorsitzender Kauder eine rigide Sterbehilferegelung.

Hintze wolle Rechtssicherheit für Ärzte und Patienten. Es sei Irrsinn, dass Verwaltungsangestellte oder Lehrer durch Deutschland reisten und unentgeltlich mit unsicheren Methoden straffrei Suizidhilfe anbieten könnten, ausgerechnet Ärzte aber ein unüberschaubares strafrechtliches Risiko eingingen.

Die aktive Sterbehilfe, bei der der Tod eines Menschen absichtlich und aktiv herbeigeführt wird, zum Beispiel durch Medikamente, ist in Deutschland verboten. Schon das Anreichen steht unter Strafe.

Nicht strafbar ist, wenn eine Person Beihilfe zum Suizid leistet, etwa durch Beschaffung eines tödlichen Mittels, wenn der Patient es selbstständig einnimmt. Allerdings müssen Ärzte berufsrechtliche Konsequenzen fürchten. bis hin zum Berufsverbot.

Nach einer Untersuchung der taz  sind die Standesregelungen in Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen oder Thüringen besonders eng, hingegen existiere in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein kein explizites Verbot des ärztlich assistierten Suizids.

Besonders prekär ist laut taz die Lage in Nordrhein-Westfalen, wo es gleich zwei Ärztekammern gibt: Die Kammer Nordrhein schreibt ihren Ärzten in Paragraf 16 ihrer Satzung kategorisch vor: „Es ist ihnen verboten, Patientinnen und Patienten auf deren Verlangen zu töten. Sie dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten.“

Honnef heute wollte wissen, was Bad Honnefer zum Vorschlag ihres Mitbürgers Peter Hintze sagen und führte eine Schnellumfrage durch:

Florette Hill,  Fotokünstlerin:

“Ich denke, dass das eine situationsbedingte Meinung ist. Für mich selbst kann ich das entscheiden. Doch jemand Anderem bei der Möglichkeit des Suizids helfen, das möchte ich nicht unterschreiben.”

Guido Leiwig, SPD-Parteivorsitzender und Fraktionsvorsitzender im Stadtrat

“Die Äußerungen von Bundestagsvizepräsident Peter Hintze habe ich mit Hochachtung zur Kenntnis genommen. Menschen in einer solchen Grenzsituation brauchen unsere Unterstützung und unseren Beistand. Das beinhaltet auch ärztlichen Rat, der ohne Zweifel straffrei sein muss. Die Argumentation in dem Artikel ist für mich nachvollziehbar und ich würde mir eine gemeinsame Mehrheitsbildung, wie von Herrn Hintze angestrebt, wünschen.”

Marion Soest, frühere Eckfähnchen-Wirtin:

“Sterbehilfe ist ein großes Thema, ich würde keinen Menschen unterstützen, der sein Leben beenden möchte. Auch wenn das Dasein zurzeit dessen Leben nicht wirklich wertvoll erscheinen lässt. Dennoch ist es sein Schicksal und es hat seinen Sinn, dass dieser einen so beschwerlichen Weg gehen muss. Das Leben hat man sich nicht selbst gegeben und darin liegt meiner Meinung nach auch die Antwort!
Denn in Wahrheit ist es nur Liebe.”

Jörg Erich Haselier, CDU-Kreistagsabgeordneter für Bad Honnef

“Die angestoßene Diskussion beschäftigt sich mit dem ärztlich assistierten Suizid. Dieser stellt zwar eine andere Qualität als aktive Sterbehilfe dar.  Bei der Diskussion darf aber nicht verkannt werden, dass der Wunsch schwer- oder schwerstkranker Menschen, ihrem Leben ein Ende zu setzen, einer konreten Situation der Depression oder Ausweglosigkeit entstammt.

Aus ethischer und religiöser Sicht, ebenso aber auch mit dem Blick in die deutsche Geschichte, halte ich eine Legalisierung letzten Endes für nicht vertretbar. Hierbei möchte ich auch an die Arbeit der Hospizbewegung und die Möglichkeiten der Palliativmedizin erinnern und an den würdevollen Umgang pflegender und heilender Berufe mit den Schwerkranken und Sterbenden. – Als praktizierender katholischer Christ lehne ich den Vorschlag ab.

In solchen oder ähnlichen Fragen entschied in den vergangenen Jahrzehnten jeder einzelne Abgeordnete des Deutschen Bundestags seinem Gewissen und nicht seiner Fraktionszugehörigkeit entsprechend. Dies wäre meines Erachtens eine solche Gewissensentscheidung, wenn es zu einer Abstimmung kommen sollte.”

Karina RohskothenGeschäftsstellenleiterin der aktion weltkinderhilfe

“Ich bin schon seit Prof. Hackethal für die ärztlich begleitet Sterbehilfe und begrüße den mutigen Vorstoß von Hintze. Für mich gehört das zur Selbstbestimmung dazu, wie seinerzeit die Schwangerschaftsabbrüche. Ich befürchte allerdings, dass dies auch wieder eine never ending Story wird, wie immer, wenn alle meinen, ihren Senf dazugeben zu müssen z.B. die Kirche.”

Dr. Beate Schaaf, Ärztin

Der Forderung von Kerstin Griese (SPD), Ärzten in extremen Notlagen mehr Entscheidungsspielräume offenzuhalten kann ich mich zunächst leichter anschließen als der im Spiegelartikel zitierten Forderung von Peter Hintze, den ärztlich assistierten Suizid straffrei zu machen. Das engt das Thema Sterbehilfe schon enorm ein. Schmerzen zu nehmen und damit ein schnelleres Sterben durch die Nebenwirkung der Schmerzmittel in Kauf zu nehmen empfinde ich durchaus als ärztliche Aufgabe, die ja auch unter indirekte Sterbehilfe fällt. Direkte Sterbehilfe durch die Verordnung von Medikamenten, die eine Selbsttötung ermöglichen sollen, birgt nach meinem Empfinden die Gefahr der Anmaßung einer Rolle als Herr über Leben und Tod, die uns Ärzten auch nach unserem Berufsrecht aus gutem Grund nicht zusteht.

Hartmut Schneider, Geschäftsführer, Staffel-Immobilien

“Ich habe volles Verständnis, dass man in einer hoffnungslosen Situation die Entscheidung trifft, sein Leben zu beenden. Suizid begegnet uns regelmäßig – oft unter dramatischen Umständen. Die Entscheidung ärztlich begleiten lassen zu können muss meines Erachtens straffrei bleiben denn mit ärztlicher Hilfe kann dies für alle Beteiligten menschenwürdig erfüllt werden. Ich wünsche mir, dass diese schon lange diskutierte Thematik in dem Sinne gesetzlich reformiert wird. Weiter setze ich voraus, dass dies unter definierten Vorraussetzungen geschieht und mit Hilfsangeboten einher geht.”

Weiterlesen
Anzeigen
Einen Kommentar verfassen

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Zustimmung zur Speicherung nach DSGVO

Ich stimme zu.

Bad Honnef

Sibi gewinnt Deutschlandfinale von Business@school

Beitrag

| am

Sibi
Das Siegerteam bei der Preisverleihung - Tim Stauf, Rebekka Ballering, Helene Balles, Joanna Baumann, Julius Langenbach und Dr. Andreas Dinger von BCG (v.l.n.r.) | Foto: Sibi

Bad Honnef-Rommersdorf. Das Team des Siebengebirgsgymnasiums Bad Honnef hat mit seiner Geschäftsidee „GrasSwipe“ den von der Boston Consulting Group BCG zum zwanzigsten Mal organisierten Wirtschaftswettbewerb für Schüler gewonnen. Joanna Baumann, Rebekka Ballering, Helene Balles, Julius Langenbach und Tim Stauf (alle 17) überzeugten die hochkarätig besetzte Wirtschaftsjury mit ihrer ausgereiften Geschäftsidee, umweltfreundliches Toilettenpapier aus Gras herzustellen.

Nach dem lokalen und regionalen Wettbewerb entschieden die Honnefer nun auch zunächst die mit neun Teams aus ganz Deutschland besetzte Vorrunde des bundesweiten Finales in München für sich. In der Endrunde traten sie dann gegen die Sieger der drei Vorrunden an und gewannen mit einer fundierten Präsentation überzeugend den Wettbewerb.

Die Sibischüler wurden ein Jahr lang in dem Projektkurs „Wirtschaft“ intensiv auch durch den ehemaligen SIBI-Schüler und Marco Vietinghoff und Teilnehmer des Vorjahres betreut. Das Projekt wird am Sibi zudem durch die Hans-Trappen-Stiftung und den Verein Ökonomie im Unterreicht e.V. unterstützt.

An dem Wettbewerb nehmen jährlich ca. 90 Schulen aus dem Bundesgebiet und dem angrenzenden Ausland teil. Ziel ist es, Schülern Wirtschaftsthemen praxisnah zu vermitteln: In drei Phasen lernen die Jugendlichen anhand konkreter Beispiele, Unternehmen zu analysieren, Markt und Wettbewerb zu verstehen und eine eigene Geschäftsidee inklusive Businessplan zu entwickeln. Das Siebengebirgsgymnasium Bad Honnef nimmt seit 15 Jahren regelmäßig an Business@school teil und konnte mehrfach schon den Regionalentscheid, noch nie aber das Finale in München gewinnen. (G.P.)

Weiterlesen

Bad Honnef

Freizeitbad Grafenwerth: Wettbewerbe im Turmspringen und Balancieren

Beitrag

| am

Bad Honnef. Im Freizeitbad auf der Insel Grafenwerth finden am Sonntag, 24.06.2018, ab 12:00 Uhr Wettbewerbe im Turmspringen statt. Im „Arschbomben-Wettbewerb“ werden Siegerinnen und Sieger ermittelt. Geschicklichkeit und Akrobatik können auf der neuen Waterline gezeigt werden.

Teilnehmende sollten mindestens 14 Jahre alt sein. Tipps und Tricks gibt es von Profispringern des SV Neptun Aachen Benedikt Donay und Alexander Lube. Die Moderation übernimmt Chris Fuhrmann, die ehemalige Stimme der Dragons. (C.P.)

 

Weiterlesen

Sport

Erster Neuzugang: Joe Mvuezolo Junior jetzt ein Dragon

Beitrag

| am

Joe Mvuezolo Junior

Bad Honnef. Mit Forward Joe Mvuezolo Junior präsentieren die Dragons Rhöndorf ihren ersten Neuzugang für die kommende ProB-Saison 2018/2019. Der 22 Jahre alte Brite kommt von der renommierten Montana State University, Mitglied einer der Top-Divisionen der nordamerikanischen College-Liga NCAA.

„Mit Joe bekommen wir nicht nur einen äußerst athletischen Spieler mit gleichzeitig gutem Wurf, sondern vor allem auch einen Spieler, der darauf brennt, im professionellen Basketball Fuß zu fassen, und bereit ist dafür viel zu investieren”, so Headcoach Thomas Adelt.

Der 1,98 Meter große Spieler, der von der U16 bis zur U20 sämtliche britischen Nationalmannschaften durchlaufen hat, soll ein wichtiger Faktor des neuen Drachen-Teams sein. Adelt: „Wir haben viel Arbeit investiert, um einen Spieler wie Joe zu finden.”

In seinem Senior-Jahr im Team der Bobcats kam der gebürtig aus London stammende vielseitige Flügelspieler in insgesamt 32 Spielen zum Einsatz. Er konnte 2017/2018 im Team von Headcoach Brian Fish bei 21 Minuten Einsatzzeit pro Partie durchschnittlich 7,8 Punkte und 3,4 Rebounds verbuchen.

Profil
Name: Joe Mvuezolo Junior
Position: Forward
Geburtstag: 06.01.1996
Größe: 1,98 Meter
Nationalität: britisch
Letzte Station: Montana State University (NCAA I)

Weiterlesen

Werbung & Veranstaltungstipps


JOHNA22. Juni 2018
Noch 2 Tage.

Juni, 2018

23Jun19:0021:00Konzert „Romantischer Sommerabend“

24Jun14:0018:002. Sommerfest im Brückenhof

28Jun18:0022:30Kunst! Rasen, Bonn, Germany

29Jun16:0022:00Bad Honnefer Schlemmerabend das kulinarische Ereignis

29Jun20:0023:00Jazz Pack

30JunJeden TagYin-Yoga Workshop

30Jun13:0017:00Vulkane, Mönche und Wein Im Siebengebirge


 

Physiotherapie in Bad Honnef

 

wimmeroth_logo

Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Oft angeklickt

Cookie-Einstellungen

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) macht individuelle Entscheidungen notwendig. Bitte wählen Sie deshalb eine Option. Wenn Sie mehr wissen möchten, finden finden Sie hier zusätzliche Informationen Hilfe.

Wählen Sie eine Option

Erfolgreich gespeichert

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Cookies akzeptieren:
    Auf unserer Website kommen Cookies und andere Technologien zum Einsatz, um den Nutzerinnen und Nutzern einen möglichst großen Funktionsumfang unserer Dienstleistung anzubieten. Cookies ermöglichen ebenfalls die Personalisierung von Inhalten und unterstützen die zielgerichtete Veröffentlichung von Werbung, über die sich "Honnef heute" finanziert. Sie können außerdem zu Analysezwecken gesetzt werden. Wenn Sie fortfahren, diese Seite zu verwenden, nehmen wir an, dass Sie damit einverstanden sind.
  • Nicht akzeptieren:
    Keine Cookies zulassen

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutzerklärung. Impressum

Zurück

X
X