Bad Honnef

Der andere Bachelor – 1500 Euro mit Lions-Club für Frauenzentrum gesammelt

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V.l. Christine Hütten, Paul Friedrich, Jan Kralitschka, Kuno Höhmann, Jaqueline Michal

Bad Honnef | Für die Zeitschrift EMMA ist klar: Beim Bachelor (RTL) stellt sich nur die Frage: Tanzschule oder Bordell? Und auch Bad Honnefs Bachelor, Jan Kralitschka, ist sich bewusst, dass “die öffentliche Demütung von Frauen (EMMA)” die Errungenschaften der weiblichen Emanzipation auf die Probe stellt. Dennoch: Auch ein Bachelor hat wenigstens zwei Seiten. Und mit der der Öffentlichkeit unbekannteren überraschte er heute die Mitarbeiterinnen des Frauenzentrum Bad Honnef – Frauen für Frauen e.V.

Gemeinsam mit  dem Präsidenten des Bad Honnefer Lions Clubs, Paul Friedrich, und dem Activity-Beauftragten, Kuno Höhmann, übergab er an die Fachkräfte des Frauenzentrums, Jacqueline Michal und Christine Hütten, einen Scheck über 1.500 Euro. Diesen Betrag sammelte Jan Kralitschka anlässlich eines Vortrags beim Lions-Club ein.

Paul Friedrich war umso erfreuter über die Spende, als ihm die Mitarbeiterinnen berichteten, dass jährlich 425 Beratungen im Frauenzentrum stattfinden, davon stünden 341 in Beziehung zu einer Gewalttat. In der Regel handele es sich dabei um häusliche Gewalt, die von den Ehemännern oder Partnern ausginge. Der Trend sei steigend.

Darüber hinaus ist der Verein Anlaufstelle für die Polizei, die im Falle aktuellen Handlungsbedarfs auf die fachliche Hilfe des Vereins angewiesen ist. Die Pädagoginnen und Sozialarbeiterinnen stehen dann für Gespräche zur Verfügung und vermitteln den betroffenen Frauen sichere Unterkünfte, in denen sie auch therapeutisch betreut werden können.

Speziell für diese Aufgaben soll der Spendenbetrag verwendet werden. Darüber hinaus ist Frauen für Frauen e.V. auf weitere Spenden angewiesen, denn jährlich muss ein Eigenanteil von 25.000 Euro aufgebracht werden. “Wer würde ihre Arbeit machen, wenn es Sie nicht gäbe?” fragte Paul Friedrich. “Gute Frage”, so die Antwort von Jacqueline Michal. “Die Kirchen machen es hier jedenfalls nicht”.

Der Lions-Club will weiterhin versuchen, das Frauenzentrum zu unterstützen, “mindestens drei Jahre”, so Friedrich. Versprechen könne er das natürlich nicht, denn der Club müsse ja auch immer Spender begeistern. Neben Frauen für Frauen betreut er in Bad Honnef noch das Bündnis für Familie und die Aktion Hand in Hand for Africa. Friedrich: “Die Regel besagt, dass 50 Prozent inländische und 50 Prozent ausländische Projekte unterstützt werden sollen.”

Am 31.5.2014 starten die Leos, die Jugendorganisation der Lions, vor dem Hit-Markt wieder ihre “Ein-Teil-mehr-Aktion”. Kunden werden gebeten, ein Teil mehr im Supermarkt einzukaufen und es den Leos zur Verfügung zu stellen, die es dann an die Tafel weitergeben.

Ex-Bachelor Kralitschka kommt dann vielleicht auch vorbei, wenn er nicht gerade einen Model-Termin wahrnehmen muss. Und zu der erwähnten zweiten Seite: Schon in den Jahren nach 2004 hat sich der studierte Jurist als Rechtsanwalt um Frauen und junge Mädchen, meist mit Essstörungen, gekümmert. Das Geld fürs Studium verdiente er sich übrigens als Möbelpacker.

 

 

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  1. Liebe Frau Michal,
    die Kirchen machen Ihre Arbeit nicht? Das stimmt, denn unsere Ehrenamtlichen hier vor Ort sind dafür leider nicht ausgebildet. Die “Kirchen” (insbesondere die Caritas) sind aber gesprächsbereit für Unterstützung in vielen Notlagen – und das sind sie schon seit 500 bzw. 2000 Jahren – fragen Sie doch mal nach!

    Herzlichen Gruß
    Beate Schaaf
    Caritas St. Johann Baptist

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