Königswinter – Um das Erbe der Kolonialzeit geht es in einem Seminar vom 19. bis 21.10.2020 im Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter. Auf der vergleichbar kurzen Kolonialgeschichte der wilhelminischen Ära liegt ein dunkler Schatten. Sie ist Synonym für die deutschen Verbrechen im damalig genannten „Deutsch Süd-West“, heute Namibia. Auch nach über hundert Jahren ist der Völkermord an Herero und Nama weder rechtlich noch moralisch in Gänze aufgearbeitet.

In Namibia bestimmt die Erinnerung an dieses schlimmste Kapitel deutsch-namibischer Geschichte nachhaltig das öffentliche Bewusstsein. In Deutschland erhielt das Thema vor allem in den 2000er Jahren verstärkt Aufmerksamkeit und mehr Politiker bekannten sich zu einer besonderen Verantwortung für Namibia. Und dennoch wurden die Ereignisse der Jahre 1904 bis 1908 erst im Juli 2015 vom deutschen Auswärtigen Amt als Völkermord bezeichnet.

Das Seminar ergründet die Frage, warum die Anerkennung dieses Verbrechens als Genozid so lange hat auf sich warten lassen und geht der Frage noch, ob eine Wiedergutmachung der Verbrechen überhaupt möglich ist.

Veranstalter ist die Johannes-Albers-Bildungsforum gGmbH im Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter.
Infos und Anmeldung unter 02223/73167, seminare@azk.de oder www.azk.de.

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