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Immobilienbörse statt Party

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Aus dem Flüchtlingsstrom wird eine Völkerwanderung. Auch Bad Honnef wird sich verändern. Veränderung muss nichts Schlechtes bedeuten.

Man stelle sich die Stadt einmal ohne die Mitbürger mit türkischen, griechischen, afrikanischen, spanischen, russischen … Wurzeln vor: Kein Afrikafest, kaum noch Restaurants, viele Sportvereine könnten dicht machen ebenso wie Unternehmen, Häuser würden vergammeln.

Abgesehen davon, dass der liebe Gott und seine überirdischen Freunde die Welt für alle gemacht haben, hat bislang kulturelle Vielfalt immer zu Fortschritt geführt. Bei uns müssen zudem noch die logistischen, finanziellen und wirtschaftlichen Folgen des demografischen Wandels bewältig werden: Fachkräftemangel, hohe Pflege- und Krankenbehandlungskosten, weniger Geld für Rente, Sicherheit. Das geht nur mit Zuwanderung.

Christen könnten sich mit dem Gedanken anfreunden, Mohammed, Brahma, Shiva und wie sie alle heißen seien von Gott gesandt, um die westliche Welt zu retten, die hinlänglich dazu beigetragen hat, dass es durch Ausbeutung, Umweltverschmutzung, Waffenlieferung und Politik Not und Elend in den Ländern gibt, aus denen jetzt Millionen flüchten.

Natürlich ist dieser Aufnahme- und Integrationsprozess kein leichter, kein bequemer – einer, der Opfer verlangt. Er wird nur erfolgreich beginnen können, wenn wir uns selbst dabei helfen. Viele Ehrenamtliche haben bereits den ersten Schritt getan.

Die Stadt fleht förmlich um Unterstützung bei der Suche nach Wohnraum, den es mit Sicherheit in Bad Honnef gibt. Und nach Lagerraum. Einfach mal ein paar Monate auf das Schwimmbad in Haus und Garten verzichten. Willkommenskultur kann auch weh tun.

Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass der Schmerz für ALLE noch viel größer wird, wenn wir nicht gemeinsam diese historische Entwicklung meistern.

Party ist schön, Wohnraum vermitteln hilft.

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Teure Spielerei

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Digitaler Fortschritt in Bad Honnef  ist wie in früheren Jahren Frauenfußball beim DFB: wollen wir nix mit zu tun haben. Große Teile der städtischen Geschäftswelt haben ihren Teil dazu beigetragen, scheu(t)en die Entwicklung wie der Teufel das Weihwasser. Versuche verschiedener (idealistischer) Anbieter, den Handel ins Netz zu bekommen, schlugen kläglich fehl.

Dann sprudelten Fördergelder. Besonders  die GRÜNEN sind bei solchen Angeboten kiwief: “Am 31. fahren Thomas Bock, Georg Zumsande, Helmut Böndel und Burkhard Hoffmeister zum Wirtschaftsförderer des Rhein-Sieg-Kreises, Dr. Hermann Tengler. Als Kreistagsmitglied hatte Hoffmeister ein Förderprogramm der EU entdeckt, das stationären und Internethandel zusammendenkt – und den Termin vermittelt. Tengler hört zu und unterstützt nach Kräften”, schreibt die Honnefer Wochenzeitung.

Da waren sich Neuhoff und Hoffmeister noch gut. Der Bürgermeister sprang auf den Zug und kurbelte – wie man ihn kennt –  an. Auch Skepsis aus Fachkreisen ließ ihn nicht zweifeln. Kiez kam! Mit Unterstützung der Bad Honnefer Politik und einem Rucksack voller Realitätsferne. Wie groß digitale Unwissenheit im politischen Raum ist, hat nicht zuletzt die Rezo-Diskussion aufgedeckt. Bad Honnef steckt da noch viel tiefer im Unterholz. Die Zukunft des Bad Honnefer Einzelhandels liegt auch nicht ansatzweise in einem städtischen Onlineshop.

Nun ist der Katzenjammer groß: wenig Händler, wenig Kunden, wenig Umsatz. Bis 2022 kein Land in Sicht, rechnet die Verwaltung vor und will dennoch an dem Onlineportal festhalten. Weil digital ja die Zukunft ist. Es müssen halt nur die Händler, Kunden und Investoren umdenken. Kein Wort in der Verwaltungsvorlage über konzeptionelle und strukturelle Schwächen des Projekts “Kiezkaufhaus”. Wurde im Vorfeld analysiert, ob Bad Honnef überhaupt der richtige Standort für eine solche Innovation ist?

Die Begründung für eine Fortführung des Onlineportals liest sich, als würde nach 2022 alles gut. Hauptsache ein Lebensmittelhändler macht mit. Denn bei Gesprächen mit anderen Plattformbetreibern sei deutlich geworden, dass mehr als die Hälfte der Umsätze aus dem Handel mit Lebensmitteln erzielt werden. Wer allerdings verkauft in der City Lebensmittel? Warum sitzt dann beispielsweise HIT nicht mit im Boot?

Auch die jüngst angedeuteten Perspektiven  der früheren Kaiser’s-Filiale in der City stehen nicht für Rettung des Onlineshops. Erstens stünde eine Eröffnung frühestens 2020 nach dem Umbau an (es ist noch kein Vertrag unterschrieben), zweitens soll es sich nach aktuellem Stand weder um einen Vollversorger noch um ein “normales” Lebensmittelgeschäft handeln.

Ebenfalls problematisch dürfte das ab August in Bad Honnef zur Verfügung stehende Vorteilsangebot der Kreissparkasse Köln für das Kiezkaufhaus sein. Es schließt mit S-Erleben rabattierte Kaufmöglichkeiten bei über 1.300 regionalen, bundesweiten und Online-Partnern ein.

Und angesichts der Kosten: Warum sollen Steuerzahler eigentlich ein Projekt für Gutbetuchte finanzieren? Denn der Einkauf im Kiezkaufhaus einschließlich Lieferung ist teuer.

Fragen über Fragen. Die Antwort kann eigentlich nur heißen: Keine weitere Verschwendung von Steuergeldern. Bad Honnef muss sich digital entwickeln, ein Kiezkaufhaus wie dieses ist jedoch nichts anderes als eine teure Spielerei. Es gibt interessantere Möglichkeiten. Bonn und Rhein-Sieg-Kreis zusammendenken wäre (vielleicht) eine.

Kommentar wurde aktualisiert. Erstveröffentlichung 7.6.2019.

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Der Hans, der kanns

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Gerade nochmal gutgegangen. Bevor der große Inselansturm stattfindet, fanden Verwaltung und Rat einen neuen Pächter für das Inselcafé. Das Wetter spielt zurzeit auch mit: Nach einem kühlen Bier ist bei diesem Mai-Wetter wohl niemandem unter freiem Himmel zumute.

Eigentlich war der Wettlauf mit der Zeit unnötig, denn der Erfolgsgastronom stand schon von Beginn an parat. Und ist aus der Heimat. Mit dem Biergarten in Rheinbreitbach und dem Anleger 640 betreibt Hatterscheid drei Adressen, die man gerne ansteuert. Mit der Verpachtung der ehemaligen Scheinbar liefs nicht ganz so gut. Aber dort sind ja seit ein paar Wochen die Rollläden auch wieder hochgezogen.

Mal sehen, was der Profi aus dem Kombipaket macht. Der Biergarten dürfte ein weiteres RheinAir werden. Das Café wird hoffentlich kein Edelrestaurant, wie es sich so manche hier wünschen, sondern ein Angebot fürs Volk. Wir setzen da ganz auf Instinkt und Erfahrung des RheinMeilen-Gründers. Der Hans, der kanns.

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Ein Kaufhaus für Gutbetuchte

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Es ist ja in Ordnung, wenn man Neues probiert und mit Vehemenz auf den Erfolg pocht. Aber bei allem Respekt: Sollten sich die Verantwortlichen beim Kiezkaufhaus Bad Honnef nicht ein bisschen zurückhalten? Das Projekt ist bislang alles andere als eine Erfolgsgeschichte – und wird es jemals eine werden?

Wenn das Kiezkaufhaus funktionieren sollte, dann allenfalls als Vertriebsangebot für Gutbetuchte. Würden Sie sich eine Flasche Punktlandung von Lorenz und Söhne über den Kiezshop für 6.90 EUR kaufen und für 5 oder 7 EUR liefern lassen? Oder eine Cru de Cao Ghana 100%-Schokolade für 4,90 EUR? Oder Kreidefarbe für 5,99 EUR? Es macht allenfalls Sinn, wenn man Menge kauft. Aber wer kann sich das bei diesen Produkten und Preisen eigentlich leisten?

Wenn ein Professor die Chance für das Kiezkaufhaus nicht in der “Quantität, sondern Qualität” sieht, dann ist das ja gut gemeint. Aber: Die Qualität in diesem Sinne ist halt sehr teuer und die Produkte sind sicherlich nicht überlebenswichtig.

Bisher finanziert der Steuerzahler ein Projekt für überwiegend teure Angebote und gut betuchte Kunden. Wenn aus dem Kiezkaufhaus was werden soll, wird sich am Konzept und der Preisgestaltung etwas ändern müssen.

 

 

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