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Bündnis für Familie

Lucie Leyendecker: Über das Thema “Generationen” wird nicht gesprochen, es wird gelebt

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Tourismusförderung

Bad Honnef | Generationenprojekte sind immer mehr gefragt. Bauen alte und junge Menschen keine Netzwerke auf, die altersspezifisches Leben sichern und fördern, steht es schlecht um die Gesellschaft. Nicht nur die immer größer werdenden Anforderungen an die Altenpflege, auch die steigende Doppelerwerbstätigkeit vieler Eltern erfordert eine neue Logistik des Zusammenlebens.

Was eigentlich von den Städten und Kommunen geleistet werden sollte, übernimmt in Bad Honnef Lucie Leyendecker. Und was eigentlich ein Fulltime-Job ist, bekommt man in Honnef für kleines Geld. Obwohl wenn nötig rund um die Uhr im Einsatz, steht für  die Koordinatorin für Generationenprojekte nur ein Mini-Job zur Verfügung. Der wird noch nicht einmal von der Stadt finanziert.

Honnef heute wollte von Lucie Leyendecker wissen:

Seit Sommer 2014 sind sie “Koordinatorin Generationenprojekte in Bad Honnef”. War Ihre Entscheidung für diesen “Job” richtig?

Lucie Leyendecker: Ja, es war eine gute Entscheidung, ich habe gesprächsbereite Menschen getroffen, kann Ideen einbringen, Menschen begeistern und meinen langen Atem trainieren.

Was fanden Sie vor und was haben Sie verändert?

Lucie Leyendecker: Ich fand eine sehr rege Bürgerschaft vor. Angebote, Veranstaltungen und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gibt es sehr viele. In sechs Monaten habe ich noch nichts verändert. Wir reden hier von Menschen einer Mittelstadt, die in guten Strukturen leben. In manchen Stadtteilen kennt man sich teilweise noch und über das Thema “Generationen” wird nicht gesprochen, sondern es wird einfach gelebt.

Welches waren für Sie bisher Ihre wichtigsten Projekte?

Lucie Leyendecker: Die Menschen kennen zu lernen, das ist mir wichtig – Die Aktiven der Stadt und die, die es vielleicht werden wollen und auch die, die es nicht sein wollen oder können. Sie alle werden gebraucht. Mit und für diese Menschen versuchen wir ein generationenverbindendes Glied zu schaffen. Da ist die Zeittauschbörseein wichtiges Projekt. Sie ist kein reiner Hilfsservice, sondern der Aufbau der sozialen Beziehungen steht im Mittelpunkt. Toll, dass sich hier sofort Ehrenamtliche gefunden haben und das wir Unterstützung über die Stadtgrenze hinweg erhielten. Eine schöne Geste war auch, dass die Ev. Kirche, die ebenfalls an dem Thema arbeitete, mich unterstützt hat. Wie gesagt, ich habe gesprächsbereite Menschen getroffen.

Welche Projekte sind in Planung?

Lucie Leyendecker: Die Zeittauschbörse läuft bald an, da gab es Vieles abzuklären, gerne wären wir viel früher an den Start gegangen.

Nächste Woche startet das Erzählcafé in und mit der Stadtbücherei. Dann sorgen nette Helfer für eine funktionierende Kaffeeecke, wir spendieren die Maschine. Die Familientipps kommen per Leporello raus, Fragebögen liegen demnächst in Schulen und Kitas aus.

Die Müllsammelaktion am 14. März. Darin sehe ich auch eine generationenübergreifende Veranstaltung. Müll sammeln kann man in jedem Alter.

Wird Ihre Arbeit von Politik und Verwaltung ausreichend anerkannt oder haben Sie diesbezüglich Wünsche?

Lucie Leyendecker: Die Menschen aus den Bereichen, mit denen ich bisher in Kontakt gekommen bin, waren alle sehr freundlich und hilfsbereit. Ich möchte noch viele kennen lernen, um die Möglichkeiten der Stadt besser zu verstehen. Die Bedürfnisse der Menschen, die diese Stadt ausmachen, versuche ich im direkten Kontakt zu erfahren.

Wieviel Fördergelder für Mehrgenerationenprojekte werden 2015 nach Bad Honnef fließen?

Lucie Leyendecker: Ich weiß nichts von Fördergeldern. Ich habe keinerlei Budget. Die großzügige Unterstützung der Sparkassenstiftung finanziert nur meinen Minijob. Ich habe bei einer Ausschreibung 1.000,00 Euro für unser Projekt erarbeiten können, damit kann ich in Zukunft ein wenig agieren.

Wäre neben dem Reitersdorfer Park nicht auch die Nutzung der Insel Grafenwerth als Volksinsel ein ideales Mehrgenerationenprojekt?

Lucie Leyendecker: Ist sie ja schon. Im Sommer ist es dort doch wunderbar und nun läuft das Inselcafé an, da stecken Leute viel Zeit und Energie rein. Wir sind im Gespräch. Aber: Alleine schaffe ich das nicht, ich brauche immer Helfer.

Wer also Lust hat, das Generationenprojekt zu unterstützen, kann sich unter generationen@familie-bad-honnef.de melden.

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Bad Honnef

Zukunftsperspektiven – Familienfreundlichkeit bei der Stadtentwicklungsplanung in den Vordergrund stellen

Von Beate Schaaf, Vorsitzende Hauptsache Familie – Bündnis für Bad Honnef e.V.

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Beate Schaaf

Bad Honnef. Familienfreundlichkeit ist ein wichtiger Standortfaktor für die Stadtentwicklung und muss für messbare Erfolge ein gemeinsames Anliegen von Politik, Verwaltung, Unternehmen und Bürgern sein. Das war das klare Fazit der Veranstaltung zu Zukunftsperspektiven für mehr Familienfreundlichkeit, zu der das Bad Honnefer Bündnis für Familie am 15. Juni in den Ratssaal eingeladen hatte.

Bürgermeister Otto Neuhoff wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass Angebote zur Unterstützung von Eltern für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht allein Aufgabe der Kommune sein können und ergänzte: „Wir sind deswegen dankbar für die vorbildlichen Initiativen des Bündnis für Familie hier in Bad Honnef!“

Benedikt Eikmanns, Mitarbeiter der Servicestelle der Lokalen Bündnisse für Familie in Berlin, entwickelte in seinem Impulsreferat Zukunftsthesen für „Gutes Leben in Familie 2030“ und erläuterte, wie die Servicestelle in Berlin dabei unterstützen kann, Unternehmen und Kommunen im Austausch über die Entwicklung von besserer Vereinbarkeit vor Ort zusammenzubringen. Einige seiner Praxisbeispiele für Familienfreundlichkeit aus der Bündnisarbeit in Deutschland könnten auch für Bad Honnef interessant sein: Ein Online-Familienatlas mit allen Angeboten rund um die Familie aus Erlangen, das Angebot von Zeitinseln für die Kurzzeitbetreuung von Kindern bzw. Zeitbrücken zur Entlastung pflegender Angehöriger aus Hanau oder eine flexible Tagesbetreuung für Kinder bis zum Abend aus Steinbach am Wald.

Heinz Zohren ist Familienbeauftragter der Stadt Aachen und koordiniert in der Stadtverwaltung das dortige Bündnis für Familie. Er machte in seinem Vortrag deutlich, wie wichtig der Konsens von Verwaltung und Politik ist, Familienfreundlichkeit bei der Stadtentwicklungsplanung auf allen Gebieten mit in den Vordergrund zu stellen. An Beispielen erläuterte er, wie dieses Konzept Aachen seit Jahren mit guten Ergebnissen voranbringt. Bürgermeister Neuhoff kommentierte den Vortrag mit den Worten: „Besonders beeindruckt hat mich die Konkretisierung von Familienfreundlichkeit in Prinzipien der Stadtplanung.“, worauf er von Heinz Zohren als Erster eine Broschüre mit den Aachener Kriterien für eine familienfreundliche Stadtplanung überreicht bekam.

Die Zuhörer diskutierten im Anschluss lebhaft über diese Impulse. Aus dem Stadtrat waren Mitglieder der SPD, des Bürgerblocks und Bündnis 90/Die Grünen anwesend, die das Thema mit in ihre Fraktionen nehmen wollen. Norbert Grünenwald und Julian Schimkowski vertraten die Fachdienste Bildung und Sport bzw. Kinder und Jugend und Familie in der Stadtverwaltung. Beide Fachdienste haben die Arbeit des Bad Honnefer Familienbündnisses von Anfang an unterstützt. Mit Vertretern des Stadtjugendrings, des Stadtelternrats und des Katholischen Familienzentrums waren weitere wichtige Mitgestalter in einem lokalen Bündnis für Familie an diesem Abend dabei. In einem Folgetreffen soll aus den Ergebnissen der Diskussion ein gemeinsames praxisbezogenes Konzept entwickelt werden.

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Bad Honnef

Zukunftswerkstatt Familienfreundliches Bad Honnef – Bündnis lädt ein

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Was ist Familien für die Zukunft wichtig, um sich in Bad Honnef wohl zu fühlen? Was brauchen sie für ein Wohnumfeld? Welche Angebote sollte es in Bad Honnef geben, um Eltern zu unterstützen Familie und Berufstätigkeit so zu vereinbaren, dass alle zu ihrem Recht kommen? Wie kann das Zusammenleben der Generationen in dieser Stadt verbessert werden?

Zur Einstimmung in diese Fragen wird Benedikt Eikmanns, Mitarbeiter der Servicestelle der Bundesinitiative „Lokale Bündnisse für Familie“, die Zukunftsthesen “Gutes Leben in Familien 2030” sowie das Angebot der Servicestelle für eine eigene Veranstaltungsreihe „Forum Vereinbarkeit“ präsentieren und dabei auch aktuelle Praxisbeispiele aus der Arbeit anderer Lokaler Bündnisse für Familie vorstellen. Thomas Krug, Amtsleiter für soziale Betreuung in Limburg, berichtet über seine Erfahrungen in der kommunalen Organisation einer erfolgreichen Bündnisarbeit in Limburg.

Im 10. Jahr nach der Gründung des Honnefer lokalen Bündnisses für Familie ist es Zeit für eine neue Standortbestimmung. Im Sommer 2009 hatten sich auf Initiative der damaligen stellvertretenden Bürgermeisterin Annette Stegger interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter vieler Honnefer Vereine, Parteien und Organisationen im Rathaus versammelt, um gemeinsam familienrelevante Themen der Stadt zu diskutieren.

Nach dem Vorbild der Lokalen Bündnisse für Familie in Deutschland gründete sich daraufhin mit zahlreichen Kooperationspartnern ein eigenes Bad Honnefer Bündnis für Familien, um Anliegen rund um das Thema Familie und Generationen in Bad Honnef aufzugreifen und die Umsetzung auch mit Hilfe eines eigenen Fördervereins organisatorisch und finanziell zu unterstüt-zen. Daraus entwickelten sich in wechselnden Kooperationen viele Aktivitäten, u.a. das „Dabei sein“-Programm zur Förderung von Kindern aus einkommensschwachen Familien, die Sprachförderung von Vorschulkindern mit Migrationshintergrund, der Generationen-Spielplatz im Reitersdorfer Park, die Weihnachtswunschbaumaktion gemeinsam mit Sozialamt und Jobcenter, die Ferienfreizeit „Kinder entdecken Bad Honnefer Betriebe“, die Unterstützung der Dankkultur der Stadt Bad Honnef mit dem Ehrenamtsfrühstück, das Generationenprojekt 2014-2016 mit vielen eigenen Aktivitäten, die Aktion Mitfahrbank, fundierte Umfragen zur Familienfreundlichkeit der Stadt 2009, zum Betreuungsbedarf für Kinder 2012 und zur Schullandschaft 2017. Außerdem diverse Informationsveranstaltungen zu Familien- und Generationenthemen, zu Kinderschutz und Zivilcourage im Alltag. Für seine engagierte Arbeit wurde das Bad Honnefer Bündnis für Familie vom Bundesfamilienministerium im Jahr 2012 und erneut im Jahr 2018 als „Bündnis des Monats“ ausgezeichnet.

 

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Bad Honnef hilft

Schulwegplaner – “Notinsel” mit neuem Angebot

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Bad Honnef | Das geschieht Kindern und Jugendlichen heute nicht selten: Unerwartet geraten sie in eine Notsituation, verlieren ihre Eltern aus den Augen, werden von anderen Jugendlichen attackiert oder sogar von Erwachsenen belästigt. Sind sie dabei zufällig in der Nähe einer “Notinsel”, können sie dort Hilfe finden.

2002 gründete die Stiftung “Hänsel und Gretel” die Aktion “Notinsel”. Geschäfte werden als Partner gewonnen, die sich wiederum mit dem Notinsel-Logo als solche erkennbar machen. Tritt der Ernstfall ein, kümmern sich die Mitarbeiter um die Betroffenen und gehen dabei nach einem standardisierten Hilfeplan vor: Zuhören, beruhigen, nicht einmischen und nur Hilfe anbieten, die mit dem Kind abgesprochen ist.

Seit 2010 gibt es dieses Angebot auch in Bad Honnef. Zuständig ist der Verein “Hauptsache Familie – Bündnis für Bad Honnef”. Mitglieder machten heute erneut auf die Hilfe aufmerksam.

Damit alle Schulkinder und deren Eltern über die Aktion informiert werden und bleiben, sponsert die kfd St. Johann Baptist als Mitglied im lokalen Bündnis für Familie jedes Jahr Radiergummis mit dem Notinsellogo. Sie werden zu Schulbeginn mit einer Information für die Eltern und Grundschulen verteilt.

Hermann-Josef Hinsenkamp vom Bündnis für Familie wird in den nächsten Wochen alle teilnehmenden Geschäfte und Unternehmen aufsuchen, sie nach ihren Erfahrungen befragen, Kontakte aktualisieren und bei Bedarf Aufkleber oder Handlungsanweisungen ergänzen. Unternehmen, die Partner werden möchten, können sich an das Bündnis für Familie, info@familie-bad-honnef.de wenden.

Neu ist ein Schulwegplaner für Eltern und Kinder. Mit ihm können sie den Schulweg oder auch Wege in der Freizeit entlang der vorhandenen Notinseln planen.

 

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