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Sandsäcke und Wasser ohne Ende – THW Bad Honnef im Hochwassereinsatz an der Elbe

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Die-THW-Einsatzkräfte aus Bad Honnef und Siegburg. Vorne rechts Thomas Markert, Presseverantwortlicher des THW Bad Honnef,

Die THW-Einsatzkräfte aus Bad Honnef und Siegburg. Rolf Markert (vorne rechts), Presseverantwortlicher des THW Bad Honnef, ist Verfasser des Beitrags

 

Von Rolf Markert

Bad Honnef/Magdeburg | Es war Samstag, der 8. Juni, gegen 15:00 Uhr, als der Alarm ging. Sechs Mann, möglichst schnell nach Leverkusen. Dort mit anderen THW-Kräften sammeln und weiter nach Magdeburg. So lautete der Einsatzauftrag. Und damit begann einer der größten Einsätze, den das THW Bad Honnef je absolviert hat. 

Nach eiligen Telefonaten war klar, wer von den Bad Honnefer THW-Helfern so kurzfristig zur Verfügung stand. Schnell waren dann die Sachen gepackt und es konnte losgehen. Um 20:00 Uhr sollten die Bad Honnefer im THW Leverkusen zu sein. Dort war Treffpunkt und Sammelstelle für alle Kräfte aus dem Bereich Köln an diesem Tag. Schon kurz darauf machte sich eine lange Kolonne blauer THW-Fahrzeuge auf den Weg Richtung Osten.

In Magdeburg angekommen, hieß es sofort „Sandsäcke füllen“. Denn die Lage in und um Magdeburg, und dort vor allem in der Umgebung des Umspannwerkes, war äußerst dramatisch. Dem Werk, das für die Stromversorgung der Stadt elementar wichtig ist, drohte die Überflutung. Nach Kräften unterstützten die Männer vom THW daher Bundeswehr und Feuerwehr um die Anlage, letzten Endes erfolgreich, zu schützen.

Schon zwei Tage später machte sich am Montag die zweite Gruppe von Bad Honnefer THW-Helfern auf Richtung Osten. Zu nachtschlafender Zeit, um 4:30 Uhr, kam der Alarm. Wiederum sechs Mann, diesmal aber mit schwerem Gerät. Treffpunkt um 11:00 Uhr im THW Bielefeld.

Mit dem Gerätekraftwagen der Zweiten Bergungsgruppe und dem Stromerzeuger im Schlepptau fuhren die Männer vom Rhein zunächst bis Bielefeld. Sämtliche THW-Kräfte aus NRW sammelten sich an diesem Tag im dortigen THW, um zu tanken und Verpflegung aufzunehmen. Gestärkt und mit reichlich Kraftstoff versorgt, ging es dann im Konvoi in den Landkreis Jerichower Land an die Niegripper Schleuse. Dort schossen die Wassermassen von Land ins Hafenbecken, gigantische Mengen Sandboden inklusive.

Die vorgelagerte Schleuse sollte als Auffangbecken dienen und musste leer gepumpt werden. Für den dafür benötigten Strom sollten auch die Männer aus Bad Honnef sorgen. Doch schnell war klar: Die großen Sandmengen hätten die Mechanik der Schleuse zerstört. Und so wurden die THW-Kräfte abgezogen und zum nächsten Einsatzort beordert.

Für die Helfer aus Bad Honnef ging es, gemeinsam mit den Kameraden des Siegburger THW’s, weiter nach Jerichow. Es war drei Uhr und die Dämmerung stand kurz bevor, als die Helfer aus dem Rheinland den Jerichower Winterdeich erreichten. Rund vier Kilometer vom eigentlichen Lauf der Elbe entfernt, empfangen von lautem Brüllen der Kühe. Ein Bauernhof direkt hinter dem Deich stand unter Wasser, das sich seinen Weg nun auch hinter den eigentlich sicheren Schutzwall gesucht hatte.

Zwar war die Feuerwehr bereits im Einsatz, doch es wurde Verstärkung benötigt. Zusammen mit dem THW Siegburg, das mit seiner Pumpengruppe in den Einsatz gegangen war, kämpften die Bad Honnefer Helfer, um den Wasserstand auf ein erträgliches Maß zu senken. Vor allem der „Hannibal“-Pumpe vom THW-Siegburg, die pro Minute 5000 Liter Wasser schafft, war es nach zwei Tagen zu verdanken, dass die Kühe wieder trockene Klauen bekamen.

Für die Helfer aus Bad Honnef, die fortan mit den Kameraden aus Siegburg eine technische Einheit bildeten, bedeutete das „Ortswechsel“. Das nahegelegene Dörfchen Wust, immerhin rund 10 Kilometer von der Elbe entfernt, drohte überschwemmt zu werden. Der Deichbruch in Fischbeck flutete die ganze Region.

Im Rekord-Tempo wurden Scheinwerfer aufgebaut, Schläuche und Kabel verlegt und Pumpen installiert. Noch vor Mitternacht begannen die THW-Pumpen mit der Arbeit. Zusammen mit Kräften der Bremer Feuerwehr pumpten die THW Helfer aus dem Rheinland nun das einströmende Wasser auf zwei angrenzende Felder.

Zwei Tage vergingen zwischen Bangen und Hoffen in einem Dorf, das bis auf die Einsatzkräfte menschenleer war. Denn alle Bewohner hatten das Dorf zuvor verlassen. Nachdem die erste Gruppe von Helfern aus Bad Honnef bereits am Donnerstag den Heimweg angetreten hatte, harten die nächsten Sechs, zusammen mit 11 Mann aus Siegburg, bis zum Wochenende in Wust aus. Dann lösten angereiste frische Kräfte ihre Kameraden ab.

Inzwischen fallen allen Orts die Pegel – und das Örtchen Wust konnte vor dem Schlimmsten bewahrt werden. Die letzten noch am Einsatzort verbliebenen Kräfte packen inzwischen ihre Ausrüstung und kehren am Wochenende an ihre Standorte in Bad Honnef und Siegburg zurück.

THW Einheiten an der Niegripper Schleuse

THW Einheiten an der Niegripper Schleuse

THW Einheiten an der Niegripper Schleuse

Wassereinbruch im Niegripper Hafen

Foto: THW

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Bad Honnef

THW Ortsverband Bad Honnef – 50 Jahre im Dienste der Menschen

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Bad Honnef | Vor 50 Jahren, am 17. Mai 1967 bekam die Stadt Bad Honnef „ihr“ Technisches Hilfswerk. Eine kleine Schar junger Männer hatte sich zusammengefunden und stellte als erste Helferschaft den THW Ortsverband Bad Honnef auf die Beine. Grund genug, diesen Anlass nun mit einer zweitägigen Jubiläumsfeier zu begehen.

Am Freitag, 22.09., hatte das Bad Honnefer THW zunächst zu einer offiziellen Feierstunde geladen. Neben THW-Präsident Albrecht Brömme waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Kultur und Gesellschaft sowie anderer Hilfsorganisationen, der Feuerwehr und Polizei sowie benachbarter THW-Ortsverbände der Einladung gefolgt. Mit dabei auch Helfer des Ortsverbandes Clausthal-Zellerfeld, mit dem das THW Bad Honnef seit vielen Jahren eine enge Freundschaft pflegt.

In seiner Jubiläumsansprache würdigte Präsident Brömme zunächst das Engagement der Helfer und hob die zahlreichen Einsätze des Ortsverbandes hervor. Im Anschluss blickte THW Kreisbeauftragter Stefan Wallbröhl auf die Geschichte und Geschicke des Ortsverbandes zurück. In Grußworten betonten der stellvertretende Bürgermeister von Bad Honnef, Klaus Munk, die stellvertretende Landrätin, Notburga Kunert, die Mitglieder des Bundestages Bettina Bähr-Losse und Dr. Norbert Röttgen sowie Daniel Heuser von der DLRG Eitorf ihre enge Verbundenheit zum THW.

Besonders feierlich wurde es, als mit Rolf Schmitz und Jürgen Wessel zwei Helfer für ihre langjährigen Verdienste für das THW durch Präsident Albrecht Brömme geehrt wurden. Jürgen Wessel erhielt das Ehrenzeichen des THW in Bronze, Rolf Schmitz das THW-Helferzeichen in Gold mit Kranz.

Vorführung der THW-Jugend Bad Honnef | Fotos: THW Bad Honnef

Zu feiern gab es zum Ende des kleinen Festaktes auch die Indienststellung eines neuen Fahrzeugs. Seit kurzen steht der Zweiten Bergungsgruppe des Ortsverbandes mit einem Mannschaftslastwagen (MLW IV) ein modernes Mehrzweckfahrzeug zur Verfügung.

Mit Segnung durch Diakon Paul Kirchner, einem ehemaligen Helfer der frühen Jahre im Ortsverband, und anschließender Übergabe der Kennzeichen ist das Fahrzeug nun einsatzbereit.

Am Samstag, 23.09., war die Bad Honnefer Öffentlichkeit geladen, um im Rahmen eines Tages der offenen Tür „Ihr“ THW kennenzulernen. Schon von weitem kündigte ein aus Teilen des Einsatzgerüstsystems EGS errichteter Wasserfall von einer besonderen Veranstaltung. Geboten wurde Einiges. Ausgestellt und „zum Greifen nah“ waren sämtliche Fahrzeuge und deren Ausrüstung sowie die beiden Boote. Auf besonders reges Interesse stieß ein Oldtimer. Seit Jahren pflegt der Ortsverband Clausthal-Zellerfeld ein Einsatzfahrzeug von Klöckner-Humboldt-Deutz aus den Anfangstagen des Technischen Hilfswerks. Der LKW, inzwischen über 60 Jahre alt, dient als Museumsfahrzeug und wurde erstmals in Bad Honnef präsentiert.

Für die Unterhaltung der kleinen Gäste sorgten zwei THW-Hüpfburgen und ein großer Sandhaufen. Eine Vorführung der Jugendgruppe des Ortsverbandes – präsentiert wurde ein Mauerdurchbruch mit anschließender Verletztenbergung – sowie eine Ausstellung über die Geschichte des Technischen Hilfswerks rundeten den bunten Familientag, bei dem auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kam, ab.

Feierlich wurde es schließlich noch einmal, als THW-Geschäftsführer Marc Bujack verdiente Helfer ehrte. Yvonne Limbach und Niclas Fröse erhielten Urkunden für 10 Jahre Mitgliedschaft im THW, Heiko Weck für 25 Jahre und Arnd Olbert für 40 Jahre, Rolf Schmitz wurde zudem für seine Verdienste bei Auslandseinsätzen geehrt.

Fotos: THW Bad Honnef

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Ehrenamt

THW Bad Honnef feiert Jubiläum

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Bad Honnef | Seit 1967 stehen die Helfer des Ortsverbandes zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit, wenn Menschen in Bad Honnef und darüber hinaus Hilfe brauchen. Grund genug um einmal zurück zu schauen und den “runden” Geburtstag mit den Bürgern der Stadt zu feiern.

Am Freitag, 22.09.2017, 19 Uhr, findet in der Quellenstraße 2 in Bad Honnef eine Feierstunde in kleinem Rahmen statt und am Samstag um 11 Uhr beginnt das Familienfest für alle.

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Ehrenamt

Kurznachrichten: Blumenkübel abgebaut – THW feiert 50-Jähriges

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Blumenkübel und THW

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Bad Honnef | Es riecht nach Schildbürgerstreich. In Der Hauptstraße zwischen Sparkasse und Bahnhofstraße wurden heute alle Blumenampeln abgehängt. Grund sei die DIN EN 13201, so die Stadt. Sie legt die Qualität der Straßenbeleuchtung im Verhältnis zum Sicherheitsrisiko für Verkehrsteilnehmer fest. Und die sei wegen der Behinderung durch die Blumen in dem betreffenden Teilbereich nicht ausreichend.

Der Naturschutzbund (Nabu) schreibt übrigens in einem Beitrag zur DIN EN 13201, dass das Norm setzende Gremium weder die gesellschaftspolitische Repräsentanz noch eine demokratische Legitimation beanspruchen könne, weil es von den Experten aus der Lampen- und Leuchtenindustrie dominiert werde.

THW Bad Honnef feiert 50-Jähriges

Schön wirds am 23. September beim THW. Der Ortsverband wird 50 und will das Jubiläum mit einem Familienfest feiern. Los gehts um 11 Uhr, geboten wird unter anderem eine Technikschau, eine historische Ausstellung, für die Kinder eine Hüpfburg und vieles andere mehr.

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