Titel

Zwei Künstler – zwei Länder – eine Freundschaft

 

Kunstraum
Marita Klöckner

Bad Honnef | „Amitié inspirée“ lautet das Motto dieser „Begegnung in Farbe“. Freundschaft regt an. Freundschaft vertieft die Partnerschaft zwischen den Städten Bad Honnef und Berck-sur-Mer. Und nicht zuletzt inspiriert Freundschaft die Kunstschaffenden in beiden Partnerstädten. Erst war Marita in Berck – nun kommt Robert an den Rhein. Die Werke der einheimischen Malerin Marita Klöckner und ihres französischen Künstlerkollegen Robert Magnier laden ab Sonntag, dem 11. August 2013, im Kunstraum Bad Honnef, zu einer spannenden deutsch-französischen Entdeckungsreise ein.

Liebe für ‚la belle France‘ in die Wiege gelegt

Schon früh habe sie ihre Vorliebe für die französische Kultur und Sprache entdeckt, erzählt die in Bonn geborene und in Bad Honnef lebende Künstlerin, Jahrgang 1965. Die gelernte Bibliothekarin führt ihr besonderes Interesse an Frankreich auf die Erzählungen ihres Vaters zurück, der als junger Soldat in französische Kriegsgefangenschaft geraten war und die dortige gute Behandlung lobte. Erst später, als erwachsene Frau, stellt sie fest, dass sich ihr Vater in den wirren Kriegsjahren unweit von Berck aufgehalten hatte.

Bercker Leuchtturm auf Foto und Leinwand

Ihre erste Ausstellung im Kursaal Berck im Oktober 2012 sei von den französischen Besuchern „sehr positiv, offen und neugierig“ aufgenommen worden, so Marita Klöckner. Mit großem Interesse habe das Bercker Publikum damals verfolgt, wie eine Deutsche die Landschaft an der Opalküste sieht und ihre Wahrnehmungen künstlerisch verarbeitet. Motive wie etwa den Leuchtturm von Berck-sur-Mer hat die Honneferin vor Ort gemalt, nach einem von ihr selbst angefertigten Foto.

Vielseitiger Allround-Künstler

Bereits zum zweiten Mal ist er zu Gast am Rhein: 1996 hatte Robert Magnier erstmals im Rathaus Bad Honnef ausgestellt. Der in Amiens geborene Künstler, Jahrgang 1937, hat sich mit seinen bislang 16 Ausstellungen in mehreren französischen Städten einen Namen gemacht. Er selbst sieht sich als eine Art Allround-Künstler: „Je suis attiré par l’art en général. (…) étant professionnellement animateur socio-culturel, il était logique de chercher cette pluralité des expressions artistiques nécessaire a mon métier´“ (dt. „Ich fühle mich von Kunst im Allgemeinen angezogen (…) als professioneller sozio-kultureller Animateur war es selbstverständlich, die Vielzahl an künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten zu suchen, die für meine Arbeit wichtig waren“).

Erfolge verbuchte der Sprössling einer künstlerisch begabten Familie – seine Mutter arbeitete in einem Fotoatelier, sein Großvater war bildhauerisch tätig – auch als Fotograf und Regisseur; seit 32 Jahren leitet er nunmehr das OMCB / Kulturamt der Stadt Berck.

Hommage an Hopper

Obwohl Träger des „Chevalier des Arts et des Lettres“ (dt. Ritter des Ordens der Künste und der Literatur), sei Robert Magnier „sehr umgänglich und bescheiden“, schwärmt seine Künstlerkollegin Marita Klöckner. Sie bewundert den unverwechselbaren Stil seiner Gemälde: eine Prise Realismus à la Edward Hopper, doch mit einer ganz persönlichen, unverkennbaren Note.

Raffiniert zitiert Magnier Motive berühmte Vorbilder wie Leonardo da Vinci, Paul Gauguin, Vincent van Gogh, Egon Schiele, Gustav Klimt, René Magritte, Alberto Giacometti, Francis Bacon, Marc Chagall, Pablo Picasso, Édouard Manet, Amedeo Modigliani, Paul Delvaux oder Fernand Léger.

Reduktion in Form und Farbe

Ganz anders mutet Marita Klöckners Stil an; sie sei, wie sie selbst feststellt, „am Kubismus hängen geblieben.“ Sie greife „spontan zur Pinsel, trage Farbe auf und sehe dann, was entsteht. Malen ist für mich wie Leben; ich reduziere in Form und Farbe, versuche, das Wesen zu erfassen“. Offenbar gelingt ihr das: Der Betrachter erkennt in ihren Portraits bekannte Persönlichkeiten wie Helmut Kloss, den 2012 verstorbenen Bad Honnefer Mäzen und Förderer, unter anderem bekannt als Retter der Aranka, des Aalschockers auf dem Rhein.

Der „amitié“ verschrieben

Zwei ihrer Bilder hat Marita Klöckner dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle sowie dem Alt-Bundeskanzler Konrad Adenauer gewidmet, jenen Politikerpersönlichkeiten, die 1963 in Paris den Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit, den Élysée-Vertrag, unterzeichnet hatten – ein historischer Meilenstein in der dauerhaften Aussöhnung zwischen den ehemals im Krieg verfeindeten Völkern.

„Amitié“, Freundschaft mit ihrem geliebten Frankreich ist Marita Klöckner sehr wichtig. Deshalb weiß sie es umso mehr zu schätzen, dass die Gemeinschaftsausstellung mit ihrem französischen Künstlerfreund just im Jubiläumsjahr der deutsch-französischen Freundschaft gezeigt wird. Selbst engagiert sie sich aktiv als Mitglied des „Comité de Jumelage“ (Partnerschaftskomitees). Nicht ohne Stolz erwähnt die Malerin, dass Konrad Adenauer, Enkelsohn des berühmten Bundeskanzlers, bei der Vernissage am 11. August in die Ausstellung einführen wird.

Erstmals wird dabei Robert Magniers neues Bild mit dem Titel „Aussöhnung Frankreich – Deutschland“ zu sehen sein, eine Hommage an das legendäre Treffen von de Gaulle und Adenauer in der Kathedrale von Reims am 8. Juli 1962. Der Bercker Künstler versteht sich als Akteur dieser „alliance culturelle de nos deux pays“.

Werner Osterbrink würdigt Verdienste des Partnerschaftskomitees

Als Vorsitzender des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur in Bad Honnef betont Werner Osterbrink, dass die deutsch-französische Ausstellung im Kunstraum „auch auf Anregung des Partnerschaftskomitees Bad Honnef – Berck sur Mer zustande gekommen ist.“

Gerade im historischen Jubiläumsjahr ist eine solche Veranstaltung Ausdruck dieser ‘Amitié‘, der Verbundenheit von Menschen und Kulturen jenseits der beiden Grenzen.

Christina Kamner-Geyler

Kunstraum
Gemälde von Robert Magnier (Foto: privat)

 

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