Was macht eigentlich der DRK-Betreuungsdienst?

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Foto: DRK Bad Honnef

Bad Honnef – Naturkatastrophen, Großbrände oder Evakuierungen; immer ist vom DRK-Betreuungsdienst zu lesen. Doch was bedeutet Betreuungsdienst eigentlich und was macht dieser Fachdienst des Katastrophenschutzes?

Der Ortsverein Bad Honnef ist einer der fünf großen Betreuungsstandorte im Rhein-Sieg-Kreis. Die Aufgaben und die Ausstattung sind hierbei vielfältig. Bekannt ist vor allem der Verpflegungsdienst, welcher regelmäßig bei großen Bränden und Unwetterlagen zum Einsatz kommt. Als Vollversorger sorgt er für das leibliche Wohl der Einsatzkräfte von z.B. Feuerwehr, Polizei, THW und Rettungsdiensten.

Allein in Bad Honnef werden rund 250 Schnitzel, Gemüsefrikadellen und Brötchen, 500 Bockwürste und rund 300 Portionen Nudeln mit Rindergulasch eingelagert und könnten so jederzeit zubereitet und ausgeliefert werden. Zubereitet werden kann die Verpflegung entweder vor Ort auf in Zelten aufgestellten Modulküchen oder stationär in der Industrieküche des DRK-Zentrums. Bei entsprechendem Vorlauf und vor allem bei Veranstaltungen und Übungen werden hier Gerichte für teilweise mehrere hundert Personen frisch zubereitet. Besonders stolz sind die Helfer auf einen Gerätewagen Verpflegung, den ortsvereinseigenen Kühlanhänger sowie das Logistikmodul, bestehend aus Anhänger und Mannschaftswagen. So können die Honnefer Helfer/innen rund 150 Personen autark versorgen. Neben Zelten und Bierzeltgarnituren stehen Feldbetten und Hygieneartikel rund um die Uhr bereit.

Der Gerätewagen Verpflegung | Foto: DRK Bad Honnef

Bereitschaftsleiter Jakob Waßmann: „Bereits in den 90ziger Jahren wurden die Grundlagen für den Betreuungsdienst am Standort hier Bad Honnef geschaffen. Speziell durch den Weltjugendtag und die Fußballweltmeisterschaft in der Region wurde viel in den Betreuungsdienst investiert. Nach Abgabe des Rettungsdienstes wurden die freien Kapazitäten und Fahrzeuge in den Fachdienst Betreuung übergeben.“ Philipp Klein ergänzt „Die Flüchtlingskrise 2015 hat uns nochmals einen Schub gegeben und dafür gesorgt, dass auch die entsprechenden Ausbildungen angepasst wurden. Heute können wir auf über 30 ausgebildete Fachdiensthelfer im Betreuungsdienst zurückgreifen.“

Vielfach besitzen unsere Einsatzkräfte, bedingt durch ihren Hauptberuf, noch weitere wichtige Fähigkeiten, die in so einem Einsatz wichtig werden könnten. Einige unserer Betreuungskräfte haben zusätzliche Qualifikationen im medizinischen Bereich, sind ausgebildet im Bereich der Notfallseelsorge oder können pädagogische Erfahrung aufweisen. Dies hilft besonders, wenn z.B. Evakuierungen nötig sind, bei denen viele Betroffene über mehrere Stunden betreut werden müssen. Spezielle Rücksäcke in den Einsatzfahrzeugen sind mit Dingen des täglichen Lebens, wie z.B. Spiele für Kinder, Hygieneartikel oder Babynahrung, bestückt und helfen uns so bei der ersten Grundversorgung, bis weitere Materialien an der Einsatzstelle eintreffen.

Aufbau einer Unterkunft | Foto: DRK Bad Honnef

Doch nicht nur auf örtliche Ebene sind die Honnefer gefragt: Sie werden regelmäßig bei größeren Betreuungsdiensteinsätzen im Rhein-Sieg-Kreis alarmiert. Mit dem ortsvereinseigenen Einsatzleitwagen rücken die Einsatzkräfte aus und bilden mit dem Führungsdienst des Rhein-Sieg-Kreises die Abschnittsleitung Betreuungsdienst. Jens Koelzer Fachdienstbeauftragter des DRK Rhein-Sieg: „Diese Funktion haben wir gemeinschaftlich mit allen Hilfsorganisationen bereits 2010 eingeführt. Im wöchentlichen Wechsel stellen die Hilfsorganisationen die Führungskraft, Bad Honnef entsendet Ihren Einsatzleitwagen. So waren die Honnefer Helfer/innen bei einer Vielzahl der letzten Einsätze wie Wohnungsbrände, Unwettereinsätzen und Evakuierungen bei Bombenfunden als Führungsstelle vor Ort.”

In Zusammenarbeit mit dem DRK Ortsverein Troisdorf bildet Bad Honnef die Verpflegungseinheit „DRK Rhein-Sieg“. Rein aus Mitteln der beiden Ortsvereine, kann so eine autarke Einheit zusammengestellt werden, welche rund 250 Einsatzkräfte rund um die versorgen kann, berichtet Jens Koelzer. Die Kollegen aus Troisdorf bringen hierzu einen Gerätewagen Technik inkl. Küchenanhänger zum Einsatz. Mit den Honnefer Fahrzeugen bilden sie dann die Einheit.

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