Ins Pflaster eingelassene Bronzebücher weisen auf das Erinnerungsmal hin. - Foto: Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn

Bonn – An die Bücherverbrennung und die Autorinnen und Autoren, deren Werke am 10. Mai 1933 auf dem Bonner Marktplatz in Flammen aufgingen, erinnert auch in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie eine digitale Präsentation auf der städtischen Website.

Oberbürgermeisterin Katja Dörner betont: „Wir treten damit zugleich für die Grundrechte unserer Demokratie ein: für Meinungs- und Pressefreiheit, für die Freiheit der Kunst und Literatur. Es ist immer wieder wichtig, sich zu vergegenwärtigen, wie verletzlich diese Werte sind und darauf zu schauen, mit welchen brutalen Mitteln die Meinungsfreiheit im Nationalsozialismus unterdrückt und verboten wurde.“

In dem Video kommen neben der Oberbürgermeisterin außerdem die Leiterin der Gedenkstätte, Astrid Mehmel, AStA-Vorsitzender Jonathan Andraczek sowie Stefan Schröder vom Studierendenparlament zu Wort. Zur Erinnerung an Autorinnen und Autoren, deren Bücher verbrannt wurden, tragen Eva Nehrenheim, Lioba Niederhoff, Cornelius Kückelhaus von der Gedenkstätte Bonn sowie Esther Gardei, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Projekt Versöhnungsforschung im Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Bonn, sowie der Musiker Matthias Höhn Texte, Gedichte und Lieder von Bertolt Brecht, Oskar Maria Graf, Erich Kästner, Rosa Luxemburg und Arthur Schnitzler vor. Das Literaturhaus Bonn hat zum Gedenken an den 10. Mai 1933 den Bonner Autor Lothar Kittstein beauftragt, einen Literaturbrief zum Thema zu schreiben. Dieser wird von Birte Schrein, Schauspielerin am Theater Bonn, vorgetragen.

Das virtuelle Gedenken ist eine Veranstaltung der Gedenkstätte Bonn in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Bonn, dem AStA und dem Studierendenparlament der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Die Präsentation ist ab Montag, 10. Mai 2021, unter www.bonn.de/jahrestag-buecherverbrennung abrufbar.

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Erinnerungsmal auf der Bonner Marktplatz

Am 10. Mai 2013 wurde zum Gedenken an den 80. Jahrestag der Bücherverbrennung ein Erinnerungsmal auf dem Bonner Markt an die Öffentlichkeit übergeben. Es besteht aus über den Platz verstreuten „Lese-Zeichen“. Diese im Pflaster eingelassenen Bronzebücher enthalten auf dem Rücken Titel und Namen von Autorinnen und Autoren der von den Nationalsozialisten verbrannten Bücher. Die zunächst zufällig auf dem Platz verteilten „Lese-Zeichen“ verdichten sich an der Stelle vor der Treppe des Alten Rathauses, an der die Bücher verbrannt wurden. Zusätzlich dazu ist eine wetterfeste Büchertruhe in den Platz eingelassen. In ihr wird eine Büchersammlung von Autorinnen und Autoren aufbewahrt, deren Werke hier verbrannt wurden.

Weitere Informationen zur Gedenkveranstaltung und zum Mahnmal gibt es auf www.bonn.de/buecherverbrennung.

 

 

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