Klaus Munk: Selhof Süd – der Schatz im Tal

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Bad Honnef-Selhof – Solange ich in unserer Stadt kommunalpolitisch aktiv bin, so lange hat mich das Thema der baulichen Nutzung oder Nicht-Nutzung des Areals in Selhof Süd begleitet. Erbitterte Meinungskämpfe nicht nur zwischen den Parteien sondern auch innerhalb der Parteien waren an der Tagesordnung. Die Gegner und die Befürworter einer Bebauung standen sich unversöhnlich gegenüber.

Dann schien es einen Durchbruch zu geben als man sich in einem Kompromiss darauf einigte, ein Drittel der Fläche für die Ansiedlung einer Einrichtung zu reservieren, die als Schlüsselinvestition die weitere Ansiedlung modernen Gewerbes mit attraktiven Arbeitsplätzen befeuern könnte. Ein Drittel sollte als Grünfläche und Frischluftschneise erhalten bleiben. Auf dem restlichen Drittel sollte eine lockere Wohnbebauung stattfinden. Alles in allem wären bei dieser Planung wohl gerade mal 10% bis 15% der Fläche tatsächlich bebaut worden.

Heute redet niemand mehr darüber. Es soll schnell gebaut werden, um schnell Neubürger zu gewinnen, um schnell Einnahmen für die Stadt zu generieren, ohne die Kosten zu berücksichtigen, die mit jedem Neubürger für die Stadt entstehen und offensichtlich auch ohne die Folgen für die „Lebensqualität“ und die langfristige Entwicklung der Stadt durch Eingriffe in das historisch gewachsene Stadtbild zu sehen. Selhof Süd ist bei dieser auf schnelle Wirkung bedachten Politik nicht mehr interessant, weil die Planungszeiträume dort immer noch sehr lang sind.
Vielleicht ist es aber auch gut, dass hier eine Atempause eingetreten ist. Da lassen sich manche Gedanken neu sortieren:

Natürlich braucht Bad Honnef zusätzlichen bedarfsgerechten Wohnraum, aber genau so sehr sein Grün. Bevor Selhof Süd da als mögliche Lösung des Widerspruchs neu in den Focus rückt, wäre erstens zu überlegen, wie bestehender Wohnraum besser zu nutzen ist. Incentive-Programme von Stadt, Finanzinstituten, Investoren, Fördermittelgebern etc. könnten es Eigentümern schmackhaft machen, große eher zur Belastung gewordene Wohnflächen in kleinere Einheiten aufzuteilen.

Zweitens könnte die Optimierung von Infrastruktur und Verkehrsanbindung auf dem Berg die Attraktivität Aegidienbergs als Zuzugsgebiet für junge Familien weiter steigern.
Drittens könnte die Stadt mit einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft am Markt den Ausgleich von Angebot und Nachfrage in Preis und Qualität wirkungsvoll beeinflussen.
Und Selhof Süd? Ein Schatz, der vielleicht eines Tages gehoben wird als ein in naturbelassene Bereiche und parkähnliche Anlagen eingebettetes Forschungs- und Therapiezentrum?
Ein Campus der einer Gesundheitsstadt Bad Honnef überregionalen Glanz verleihen kann?

Dafür jetzt schon zu recherchieren, Kontakte aus- und neu aufzubauen, Präsenz und Interesse zu zeigen wäre sicher keine schlechte Idee

Auch hier darf quergedacht werden. Ich bin so frei.

Ihr Klaus Munk

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