Angriff auf Synagoge in der Bonner Tempelstraße

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Bonn-Gronau – Am frühen Abend wurde der Eingangsbereich der jüdischen Synagoge in der Tempelstraße durch Steine beschädigt.

Laut Polizei beobachtete ein Anwohner gegen 19:30 Uhr mehrere, augenscheinlich jüngere Erwachsene, die den Synagogeneingang attackierten und auch mit „Feuer“ auf einem nahegelegenen Gehweg hantierten – der Zeuge informierte sofort über Notruf die Einsatzleitstelle der Bonner Polizei, die mit mehreren Einsatzfahrzeugen anrückte. Die Tatverdächtigen – Zeugen berichteten von drei oder vier dunkel gekleideten Personen – liefen vor Eintreffen der ersten Polizeikräfte in Richtung Rhein davon.

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Foto: Eckhard Henkel / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 DE.

Vor Ort stellten die Ermittler fest, dass ein Glasbereich der Eingangstüre offensichtlich mit zwei Steinen beschädigt worden war. Vor dem Eingang sicherte die Polizei drei Papierzettel (Din4) mit wahrscheinlich arabischen Schriftzeichen. Darüber hinaus fand sich auf dem Gehweg gegenüber der Synagoge eine angezündete weiß-blaue Fahne.

Im Zuge der Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen überprüften Einsatzkräfte gegen 19:50 Uhr zwei verdächtige Personen im Bereich der Adenauerallee. Die beiden jeweils 20 Jahre alten Männer wurden unter Tatverdacht vorläufig festgenommen.

Kurze Zeit später, gegen 20:00 Uhr, wurde ein 24-jähriger Verdächtiger im Bereich der Niebuhrstraße überprüft und ebenfalls vorläufig festgenommen.

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand waren die Verdächtigen zuvor möglicherweise mit einem Pkw unterwegs – das verdächtige Fahrzeug wurde auf der Graf-Galen-Straße sichergestellt.

Der polizeiliche Staatsschutz der Bonner Polizei hat die weitergehenden Ermittlungen übernommen. Derzeit prüfen die Ermittler auch, ob eine weitere tatverdächtige Person noch im Zusammenhang mit der geschilderten Sachbeschädigung in Verbindung stehen könnte. Zeugen hatten eine weibliche Person, ca. 18-22 Jahre alt, mit dunklen, zu einem Zopf gebundenen Haaren beobachtet.

Zeugen, die Beobachtungen mit einem möglichen Zusammenhang zu dem geschilderten Geschehen gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0228-150 mit dem polizeilichen Staatsschutz in Verbindung zu setzen.

 

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