Bad Honnef – Rhöndorf tritt am Samstag (10.01., 19:30 Uhr) mit breiter Brust zum Gastspiel in Iserlohn an. Nach zuletzt zwei Siegen wollen die Dragons auch bei den Kangaroos zwei Punkte entführen. Auf dem Papier stehen die Chancen dazu nicht schlecht, allerdings waren die Sauerländer im Hinspiel ein harter Brocken. Erst in der Schlussminute konnte der knappe 87:84-Sieg gesichert werden. Ein Selbstläufer wird die Begegnung also garantiert nicht. Außerdem steht hinter dem Einsatz von Jorge Mejias, der noch immer an einem verletzten Finger laboriert, ein Fragezeichen. Ob der spanische Playmaker wieder ins Geschehen eingreifen kann, entscheidet sich erst kurz vor dem Spieltag.
Am dritten Spieltag der Saison erlebten die Fans im DragonDome eine ganz enge Kiste. Damals war es Kenan Reinhart, der sein Team 16 Sekunden vor dem Ende durch zwei Freiwürfe auf die Siegerstraße brachte. Zuvor forderten die Kangaroos den Dragons mit körperlich starker Präsenz alles ab. Vor allem der kapverdische Center Tyson Leitao hatte einen Glanztag erwischt und war mit 27 Punkten sowie sieben Rebounds der überragende Akteur auf dem Feld. An diesem Abend lagen auch Daniel Zacek (13 Pkt.), Sadig Ajagbe (13) und David Pavljak (11) deutlich über ihrem Saisondurchschnitt. Glynn Hubbard III blieb mit vier Punkten hingegen unter seinen Möglichkeiten.
Der US-Playmaker ist überhaupt eine Wundertüte: Mal macht er 23 Punkte und liefert sieben Assists ab, im nächsten Spiel können es aber auch nur ein Korb und eine Vorlage sein. Abgesehen davon haben sich die Kangaroos inzwischen gezielt verstärkt. Luca Michels wechselte von den RheinStars Köln ins Sauerland. Der Shooting Guard ist ein Werfer, der richtig heiß laufen kann. Gegen Lok Bernau erzielte der 23-Jährige 29 Punkte und versenkte sieben von 15 Dreierversuchen. Wenn dieses Sextett nah am Leistungsoptimum agiert, wird es für jeden Gegner gefährlich.
Zuletzt ist es den Kangaroos jedoch zu selten gelungen, mannschaftlich kompakt aufzutreten. Drei Niederlagen in Folge brachten Iserlohn als Zwölften dem Tabellenkeller unangenehm nahe. Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass zwei dieser Niederlagen auf das Konto von Bernau gingen, dem aktuellen Tabellenzweiten. Nichtsdestotrotz steht Iserlohn ordentlich unter Druck. Mit einem weiteren Punktverlust könnte man auf einen Abstiegsplatz rutschen.
Rhöndorf wird dagegen den Blick in der Tabelle nach oben richten. Mit einem weiteren Erfolg würde man nicht nur den Playoff-Platz absichern, sondern sich gleichzeitig eine gute Ausgangssituation für die anstehenden Begegnungen schaffen. Da warten mit Essen, Schwelm und Herten nämlich große Herausforderungen. Rhöndorfs Entwicklung stimmt für die Rückrunde jedoch zuversichtlich. Das Team hat sich eingespielt, taktische Konzepte greifen und die Abstimmung einzelner Mannschaftsteile funktioniert immer besser. Vor allem werfen Schwächephasen in Begegnungen die Dragons nicht mehr automatisch aus der Bahn.
Klaus Beydemüller







