Einige Städte in Europa könnten das Recht, EM-Spiele auszutragen, verlieren

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Foto: Pixabay/phillipkofler

Aktuell ist die Diskussion über die UEFA Fußballeuropameisterschaft 2020 und deren Austragung im vollen Gange. Nachdem die EM im letzten Jahr aufgrund von Corona nicht stattfinden konnte, haben sich die offiziellen der UEFA früh festgelegt, dass die Kontinentalmeisterschaft Europas 2021 stattfinden wird. Da alle Profifußballligen auf dem Kontinent ihren Betrieb schon länger wiederaufgenommen haben, wäre dies an sich kein Problem. Allerdings stellt die Forderung des Veranstalters, dass in jedem Stadion eine gewisse Mindestkapazität an Zuschauern ins Stadion gelassen werden müssen, für manche Austragungsorte vor große Herausforderungen.

In Deutschland dreht sich die Diskussion um München. Die bayerische Hauptstadt ist für die Vorrundenspiele der deutschen Gruppe und ein Viertelfinale eingeplant, konnte der UEFA aber noch nicht versichern, dass Zuschauer ins Stadion dürfen. Während manche Städte und Länder für den Tag der Austragung eines EM-Spiels schon Ausnahmen geplant haben, die es auch Zuschauer aus dem Ausland ermöglichen soll, eine Partie zu besuchen, kann München keine Garantien geben.

Es ist noch nicht abzusehen, wie sich das Infektionsgeschehen bis zum Beginn der Endrunde am 11. Juni entwickelt und die Stadt möchte nicht Zuschauer zu einer Großveranstaltung zulassen, solange die Ausbreitung von SARS-CoV-2 unter Kontrolle ist. Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz noch deutlich über 150 und es ist rechtlich nicht möglich, Zuschauer zu einer Großveranstaltung wie einem EM-Spiel zuzulassen. Für die Deutsche Nationalmannschaft, die aufgrund schlechter Leistungen bei Einschätzungen von Fußballexperten und den Quotenmachern für EM Wetten nicht zum Favoritenkreis gehört, wäre die Streichung von München als Austragungsort ein weiterer Rückschlag. Es würden nicht nur die „Heimspiele“ ausfallen, sondern es müssten die ganzen Abläufe um geplant werden.

Dass die Stadt München der UEFA die Zulassung von Zuschauern nicht garantieren will und kann, liegt auf der Hand. Der Einlass von Zuschauern würde bei einer hohen 7-Tage-Inzidenz gegen geltendes Recht verstoßen und zu einem Aufschrei der Bürger der Stadt führen. Während diese sich im Lockdown befinden würden und kaum Freiheit genießen könnten, dürften im Stadion im Norden Tausende Fans den Fußballern zujubeln. Dies würde zu großen Debatten führen und den Unmut auf den Fußball und die Geldgier der großen Institutionen des Sports vergrößern. Auch führende Virologen und Gesundheitsexperten sehen die Forderung der UEFA nach Zuschauern sehr kritisch.

Eine endgültige Entscheidung über den Status Münchens als Austragungsort ist noch nicht gefallen. Diverse Fristen verstrichen oder wurden ohne Einigung verschoben. Es ist bald mit einer Entscheidung zu rechnen, die wohl positiv für München ausfallen wird. Die Komplikationen durch die Streichung eines Spielortes und die Verlegung der vier geplanten Partien an einen anderen Standort würden zu großen Problemen für manche Verbände führen.

Die Diskussion um die Austragungsorte ist kürzlich deutlich in den Hintergrund gerückt. Vielmehr wird aktuell darüber diskutiert, ob alle Spieler an der EM teilnehmen dürfen. Nachdem 12 Topclubs in Europa bekanntgaben, eine Superliga zu gründen, die abhängig von der UEFA ist, verkündete UEFA-Präsident Ceferin, dass alle Spieler, die bei einem Club der Superliga unter Vertrag stehen, von allen Wettbewerben der UEFA ausgeschlossen werden. Dass es soweit kommt, gilt als unrealistisch, trotzdem sollte diese Entwicklung mit Blick auf die Europameisterschaft genau beobachtet werden.

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