Bad Honnef – Am 3. März 2023 fand die Gründungsversammlung des Vereins HelpForceHonnef statt. Die private Gemeinschaft Bad Honnefer Bürgerinnen und Bürger wurde aber schon früher initiativ, kurz nach Beginn des Überfalls Russlands auf die Ukraine, am 24. Februar 2022. Bis heute fanden über 30 Hilfsfahrten mit Spenden von Bürgerinnen und Bürgern aus Bad Honnef und der Umgebung, aber auch von Firmen, statt.
Immer wieder wird gefragt, ob die zahlreichen Hilfsaktionen für die Ukraine tatsächlich die Menschen erreichen, die sie am dringendsten benötigen, berichtet der Verein. Die Antwort darauf ist eindeutig: Ja, sie kommen an, so Michael Lingenthal, der HFH ins Leben rief. Aktuelle Fotos aus der Ukraine, die Dr. Mirek Nehoda übermittelt hat, belegen eindrucksvoll, wie dringend diese Unterstützung gebraucht wird – und wie viel sie bewirkt.
Vor Ort koordiniert Oksana die Hilfe. Sie ist Krankenschwester und leistet neben ihrer ohnehin extrem belastenden Arbeit einen kaum vorstellbaren zusätzlichen Einsatz: Sie organisiert zivile Hilfsstrukturen ebenso wie Unterstützung für das Militär. Die Bilder, die sie nun geschickt hat, dürfen veröffentlicht und an Spendergruppen – etwa Schulen oder Initiativen – weitergegeben werden. Sie zeigen, dass die Hilfsgüter ankommen.
Aber sie zeigen noch mehr. Sie dokumentieren die grausamen Folgen eines Krieges, den Russland unter Präsident Putin gegen die ukrainische Bevölkerung führt. Bilder von kriegsversehrten Kindern lassen niemanden unberührt, der noch Mitgefühl empfindet. Kinder, die schwer verletzt wurden, Kinder, denen ihre Kindheit genommen wurde – und die sich dennoch über kleine Geschenke freuen. „Welche Zukunft liegt vor ihnen? Und was wird aus jenen Kindern, die gewaltsam nach Russland verschleppt wurden?“, fragt Michael Lingenthal.
Dass Hilfe überhaupt bis in die betroffenen Regionen gelangt, ist dem engagierten Netzwerk vieler Menschen zu verdanken. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Romazentrum in Sečovce. Unter der Koordination von Janetta und mit tatkräftiger Unterstützung von Roma-Jugendlichen fungiert es als Relaisstation: Von hier aus holen die Helfergruppen rund um Oksana die Sachspenden ab und bringen sie weiter in die Ukraine.
Diese Arbeit ist mühsam, gefährlich und erfordert Durchhaltevermögen. Doch sie zeigt, was zivilgesellschaftliches Engagement leisten kann – über Grenzen hinweg. Die Unterstützung für die Menschen in der Ukraine ist keine kurzfristige Aufgabe. Lingenthal: „Solange der russische Präsident keinerlei Interesse an einer Beendigung dieses völkerrechtswidrigen Krieges zeigt – den er jederzeit beenden könnte –, bleibt die internationale Solidarität unverzichtbar.“









