Rhein-Sieg-Kreis/Bonn. Ermittlern der Staatsanwaltschaft Bonn und der Polizei im Rhein-Sieg-Kreis ist ein schwerer Schlag gegen ein mutmaßliches internationales Schleuser- und Menschenhändlernetzwerk gelungen. Am 21. Januar nahmen die Behörden vier chinesische Staatsbürger im Alter zwischen 32 und 62 Jahren fest. Die Männer, die in Troisdorf, Wuppertal und Mülheim an der Ruhr leben, stehen im Verdacht, Frauen illegal nach Deutschland geschleust und zum Zweck der sexuellen Ausbeutung eingesetzt zu haben. Nach ihrer Vorführung vor dem Haftrichter befinden sich alle vier nun in Untersuchungshaft.
Ausgangspunkt der Ermittlungen waren Kontrollen eines Massagesalons in Sankt Augustin im Sommer 2024. Dabei stießen die Beamten auf erste Hinweise auf Frauen, die sich illegal in Deutschland aufhielten und der Prostitution nachgingen. Das Kriminalkommissariat 4 der Polizei im Rhein-Sieg-Kreis leitete daraufhin verdeckte Ermittlungen ein, die sich rasch ausweiteten.
Im Laufe der Untersuchungen identifizierten die Ermittler insgesamt elf mutmaßliche Opfer chinesischer und ungarischer Herkunft im Alter von 22 bis 64 Jahren. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen diese Frauen von der Bande nach Deutschland geschleust und hier zur Prostitution gezwungen worden sein. Die Betroffenen lebten oder arbeiteten in zahlreichen Städten Nordrhein-Westfalens, darunter Troisdorf, Köln, Düsseldorf, Wuppertal, Aachen, Bonn, Bochum, Mülheim an der Ruhr und Castrop-Rauxel.
Am Vortag der Festnahmen durchsuchten rund 120 Polizeikräfte unter Leitung von Kriminaldirektor Stephan Wetzel, Leiter der Direktion Kriminalität bei der Polizei im Rhein-Sieg-Kreis, insgesamt 20 Objekte. Neben Haftbefehlen und Durchsuchungsbeschlüssen lag den Ermittlern auch ein richterlicher Beschluss über einen Vermögensarrest in Höhe von 1,5 Millionen Euro vor. Sichergestellt wurden Bargeld, Schmuck, zwei Pkw sowie zwei Eigentumswohnungen in Troisdorf und Neuss.
„Die langwierigen und umfangreichen Ermittlungen waren für meine Ermittlerinnen und Ermittler eine große Herausforderung“, betont Kriminaldirektor Wetzel. Die Auswertung der sichergestellten Beweise und neuen Erkenntnisse werde die Behörden weiterhin erheblich binden. Dennoch zeigt sich Wetzel zufrieden über den bisherigen Erfolg: Er sei froh, „diese Menschenhändlerstruktur durchbrochen zu haben“.
Die Ermittlungen dauern an. Polizei und Staatsanwaltschaft schließen nicht aus, dass weitere Tatverdächtige identifiziert werden und zusätzliche Opfer hinzukommen.







