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Bad Honnef | Noch vier Wochen, dann ist wieder Karneval. Der findet in Bad Honnef zu einem Großteil im Kursaal statt – auch diesmal. Nur präsentiert sich das 1907 in Betrieb genommene historische Gemäuer dann in einem etwas anderen Kleid. Ein Sicherheitsnetz unter dem Dach schützt die Jecken vor möglicherweise herunterfallendem Gestein und stabile Vierkanthölzer sichern das Gebäude vor dem Zusammenbruch.

Man befinde sich im Kursaal in einem gefährdeten Denkmal, gab Fabiano Pinto, Geschäftsbereichsleiter Städtebau bei der Stadt Bad Honnef, heute bei einem Ortstermin unumwunden zu. Gemeinsam mit Jörg Sudmann vom Gebäudemanagement stellte er das Sanierungskonzept vor.

Am alten Gebäude habe der Zahn der Zeit genagt, Nachlässigkeiten bei der Instandhaltung hätten zu weitreichenden Schäden geführt. Seit einem Jahr würde sich die Stadt intensiv mit dem Kursaal beschäftigen und fände immer neue Hinweise auf Feuchtigkeit, Mauerrisse oder eine mangelhafte Tragefunktion bei der Hallendecke. Alle Schäden zu entdecken, sei Detektivarbeit, so Pinto.

Die ersten sind bereits behoben. Letztes Jahr wurden Stuck- und Fassadenelemente im Außenbereich gesichert oder entfernt. Feuchte Außenwände am Parkplatz Weyermannallee wurden saniert, Fugen im Mauerwerk ausgebessert.

Mit Hochdruck wird nun an der Deckenausbesserung gearbeitet und die Sicherung des Fundaments vorgenommen. Dazu gehört die Entwässerung am Parkplatz Weyermannallee und die Überprüfung der gesamten Parkfläche. Erst wenn das alles erledigt ist, will man das Gesamtkonzept für die Sanierung des Gebäudes inklusive Technik und Brandschutz entwickeln.
“Wir sprechen von einer in insgesamt langfristigen Maßnahme”, so Pinto. Wegen der vielen Unwägbarkeiten könne zurzeit auch noch kein verbindlicher Kostenplan vorgelegt werden.
Für die bisherigen Arbeiten wurden bereits 250.000 EUR ausgegeben. Pinto kann sich gut und gerne am Ende eine Summe von 1 Million vorstellen.

So unsicher die Schadensprognosen auch sein mögen, so sicher ist, dass die kommenden Veranstaltungen nicht gefährdet sind, teilt die Stadt mit. Alle Großveranstaltungen könnten stattfinden.

Zurückgezogen hat am letzten Woche eine Hochzeitsgesellschaft die Buchung des Kursaal. Allerdings nicht aus Angst vor Einsturzgefahr, sondern weil die Hochzeiter mit der sicherheitsgeprägten Optik nicht mehr einverstanden waren.