Bad Honnef | Kommenden Donnerstag soll der Rat über eine neues Parkraumbewirtschaftungskonzept entscheiden. Ziele: Mehr Parkgerechtigkeit, mehr Geld in die Stadtkasse, mehr Parkraum für Kunden der Geschäfte. Bürger prophezeien in den sozialen Medien und in Leserbriefen bereits, der Schuss ginge nach hinten los.

Wie mehr Parkgerechtigkeit erreicht werden soll, wenn Anwohner der Zone A mit Bewohnerausweis ihr Fahrzeug nicht mehr vor ihrem Haus abstellen dürfen, dürfte sicherlich in der Ratssitzung ein Thema sein und zu der angedachten Regelung mit Gebührenerhebung und “Bewohner-raus-aus-der-Zone-A” hat der Chef der Innenstadtgemeinschaft, Georg Zumsande, eine ganz klare Auffassung: Generell freue er sich über jeden Parkplatz, von der neuen Parkordnung würde der Einzelhandel aber am wenigsten profitieren. – Andere Einzelhändler aus der Hauptstraße befürchten sogar wegen der Parkgebühren einen Kundenrückgang.

Der Centrum-Chef sieht das große Problem im Berufsverkehr, der lege in Bad Honnef alles lahm. Die Mitarbeiter der Firmen und Institutionen würden den meisten Parkraum beanspruchen. Man müsse sich nur einmal den Parkplatzbedarf des Cura-Krankenhauses angucken, der Geldinstitute, der IUBH, der vielen Agenturen, so Zumsande. Und: Der Gedanke, dass Anlieger nicht mehr in ihrer Straße parken dürften, mache ihn auch nicht froh.

Die Lösung liege für ihn in der Neuschaffung von Parkplätzen. Und da stehe der Parkplatz an der Luisenstraße an erster Stelle. Dort sehen einige Parteien schon lange ein mehrstöckiges Parkhaus, die CDU-Frauen-Union möchten sogar, dass dort zusätzlich ein kleines Kino hinkommt. Weiter schlägt Zumsande ein Parkhaus an der Endhaltestelle der Bahnlinie 66 vor, wie es die Planungen für die Landesgartenschau vorsahen. Der Weg über die Brücke würde seiner Meinung nach für die Autobesitzer kein Hindernis darstellen.

Wie Honnef heute erfuhr, sind sich trotz des Mehrheitschbeschlusses im Ausschuss auch Fraktionen der politischen Parteien noch nicht klar darüber, wie sie letztlich entscheiden werden.

Sicher ist: Kommt das Konzept wie vom Verkehrsausschuss beschlossen durch, gibt es mit Sicherheit einen Nutznießer: Die Stadt. Sie kann sich auf Mehreinnahmen freuen.