Bad Honnef. Zweimal im Jahr wird an der Uhr gedreht – und genauso regelmäßig sorgt das für Diskussionen. Viele klagen über Müdigkeit, einen durcheinandergeratenen Biorhythmus oder schlicht über den Sinn der Zeitumstellung. Doch während andernorts vor allem genörgelt wird, stellt sich auch in Bad Honnef eine andere Frage: Lässt sich daraus nicht mehr machen?
Noch ist davon wenig zu spüren. Weder in der Innenstadt noch entlang des Rheins oder in Aegidienberg spielt die Zeitumstellung bislang eine sichtbare Rolle. Dabei könnte sie, klug genutzt, genau das sein, was Stadtmarketing und lokale Akteure immer suchen: ein Anlass.
Tatsächlich bietet vor allem die Umstellung auf die Winterzeit eine naheliegende Idee: eine „geschenkte Stunde“, die zum Erlebnis wird. Spontane Events, kleine kulturelle Angebote oder verlängerte Öffnungszeiten könnten die zusätzliche Zeit sichtbar machen – und gleichzeitig Leben in die Innenstadt bringen.
Noch größer scheint das Potenzial allerdings im Frühjahr. Wenn Ende März (also heute Nacht) die Uhren vorgestellt werden, beginnen in Bad Honnef genau die Wochen, in denen sich das Leben wieder nach draußen verlagert. Die Rheinpromenade füllt sich, Cafés stellen Tische raus, das Siebengebirge zeigt sich von seiner schönsten Seite.
Das ist doch eigentlich der Moment: Die Leute wollen raus, wollen den Abend genießen. Wenn man das bündelt – mit Musik, Licht, vielleicht einem kleinen Markt – dann bleibt das hängen.
Genau hier liegt die Chance: Die Zeitumstellung nicht als isoliertes Ereignis zu sehen, sondern als Startpunkt. Für längere Abende, für mehr Begegnung, für genau das Lebensgefühl, das Bad Honnef ausmacht.
Eine solche Perspektive würde gut zur Stadt passen. Bad Honnef steht für Entschleunigung, für Natur, für bewusstes Erleben. Der Rhein, die Wege ins Siebengebirge, die kleinen Cafés – all das lässt sich leicht mit dem Thema „Zeit“ verbinden.
Die Idee ist also nicht spektakulär. Aber vielleicht gerade deshalb überzeugend: kein großes Event, kein aufwendiges Festival, sondern viele kleine Aktionen, die zusammenwirken – optimal vielleicht gemeinsam mit Königswinter.
Wer übrigens heute Abend noch nichts vorhat, sollte unbedingt zu Rock im Kaiser kommen. Ab 19.30 Uhr beginnt dort das Benefizkonzert mit den Autumn Nights, Orange Circle und der Singer-Songwriterin Stella Batzella. Ideal für DragonsFans: Erst um 18.30 Uhr das Spiel gegen Rostock miterleben und danach das Erreichen der Playoff-Runde im Saal Kaiser feiern.
Rock im Kaiser: Benefizkonzert mit Autumn Nights, Orange Circle und Stella Batzella











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