Königswinter – Am 4. Februar 2026 fand im Haus Bachem in Königswinter das Netzwerktreffen „Frühe Hilfen – Frühe Kindheit“ statt. Die Veranstaltung bildete den Auftakt der diesjährigen Themenreihe „Armut in Familien“, zu der im Laufe des Jahres zwei bis drei weitere Treffen geplant sind.
Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung standen aktuelle Daten, Fakten und grundlegendes Wissen zur Armut in Deutschland. Darüber hinaus setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit den Folgen von Armut sowie mit der Bedeutung einer armutssensiblen Haltung in der Arbeit mit Familien auseinander. Den fachlichen Input lieferte Christine Schoelen, Fachreferentin des Programms „kinderstark“ beim LVR-Landesjugendamt Rheinland in der Koordinationsstelle Kinderarmut.
Begrüßt wurden die rund 35 Fachkräfte von Ute Berledt-Dörr, Koordinatorin der Frühen Hilfen in Königswinter. Die Teilnehmenden kamen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen, darunter die Kinder- und Jugendarbeit, das Gesundheitswesen, Schwangerschaftsberatungsstellen sowie die Asyl- und Migrationssozialarbeit. Die interdisziplinäre Zusammensetzung ermöglichte einen vielschichtigen fachlichen Austausch.
In Kleingruppen und im Plenum diskutierten die Fachkräfte zentrale Leitfragen wie „Was ist Armutssensibilisierung?“ und „Was bedeutet armutssensibles Handeln konkret im beruflichen Alltag?“. Christine Schoelen machte deutlich, dass armutssensibles Handeln den Blick auf vielfältige Lebenslagen, strukturelle Benachteiligungen und Ausgrenzungserfahrungen von Kindern, Jugendlichen und Familien richtet. Ziel sei es, armutsbedingte Barrieren abzubauen, Stigmatisierung zu vermeiden und Teilhabe für alle zu ermöglichen. Grundlage hierfür sei eine professionelle Haltung, die Armut nicht individualisiert oder den Betroffenen zuschreibt, sondern das Zusammenspiel individueller Lebenslagen und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen berücksichtigt.
Zum Abschluss der Veranstaltung herrschte unter den Teilnehmenden Einigkeit: Armutssensibles Handeln setzt fundiertes Wissen und ein tiefes Verständnis für Armutsdynamiken voraus. Fachkräfte verstehen sich dabei als Lobbyistinnen und Lobbyisten sowie als Verbündete betroffener Familien. Niemand dürfe zurückgelassen werden – vielmehr gelte es, konsequent Chancengerechtigkeit und Teilhabe für alle Kinder und Familien zu fördern.
Die Themenreihe wird im weiteren Verlauf des Jahres 2026 fortgesetzt und soll die Fachpraxis vor Ort nachhaltig stärken.











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