Bad Honnef – Am kommenden Wochenende (14.02., 19:00 Uhr) wartet eine echte Herkules-Aufgabe auf die Dragons. Dann muss Rhöndorf nämlich als Zehnter der Tabelle bei LOK BERNAU antreten. Die Brandenburger sind Tabellenzweiter und aktuell wohl die härteste Aufgabe der ProB. Unterschiedlicher könnte die Ausgangslage vor dem 21. Spieltag kaum sein. Um die Überraschung der Hinrunde zu wiederholen, muss wirklich alles passen.
Am 6. Dezember 2025 gelang dem Team um Headcoach Max Becker gegen die hochfavorisierten Brandenburger mit 91:84 nach Verlängerung eine faustdicke Überraschung. Seitdem ist einiges passiert: Während die Jungs von LOK von Sieg zu Sieg eilen und zuletzt auch den Tabellenprimus Essen mit 77:74 in die Schranken wiesen, gingen für Rhöndorf die letzten fünf Begegnungen verloren, was sie tabellarisch in eine prekäre Lage bringt. Reden wir nicht um den heißen Brei herum: Wenn die unmittelbaren Konkurrenten Stahnsdorf sowie Iserlohn gewinnen und Rhöndorf nicht, könnten die Rheinländer auf einen Abstiegsplatz abrutschen.
Noch ist es aber nicht so weit. Doch Bernau hat die Favoritenrolle klar inne. Das Team von Coach Dan Oppland verfolgt schon seit längerer Zeit die Mission Aufstieg in die ProA. Aktuell scheinen die Berliner das Zeug dazu zu haben, um um die Meisterschaft in der ProB mitzuspielen. Jedenfalls harmoniert die Mischung aus gestandenen Profis wie dem 30-jährigen US-Playmaker Shawn Anthony Scott II (ø 10,2 Pkt.), Akim-Jamal Jonah (ø 12,4 Pkt./6,9 Reb.), Guy Nahmias (ø 14 Pkt./4,8 As.) und dem Ex-Drachen Marco Rahn (ø 5,8 Pkt./5,4 As.) sowie hoffnungsvollen Talenten aus der ALBA-Schmiede (Anton Nufer, Anton Kemmer oder Nevio Bennefeld) perfekt. Ohne einen ausgewiesenen Leitwolf – diese Rolle können im Team mehrere Spieler übernehmen, wozu beispielsweise auch Anthony Wattkins (ø 13,7 Pkt.) zählt.
Rhöndorf und Bernau operieren übrigens mit ähnlichen Mitteln. Beide Teams pflegen einen schnellen Spielstil, der viele Korbabschlüsse garantiert, was grundsätzlich einen munteren Schlagabtausch verspricht. Rein statistisch betrachtet haben die Brandenburger allerdings in nahezu jeder Kategorie die Nase vorn. Doch davon dürfen sich die Dragons nicht ins Bockshorn jagen lassen. Die zuletzt gezeigte Leistung gegen Westerstede zeigte einen klaren Aufwärtstrend. Die Feldwurfquoten waren top, das Rebound-Verhalten und die Defensivarbeit über weite Strecken tadellos. Indiskutabel dagegen war die Ausbeute an der Freiwurflinie – genauso wie der fast schon obligatorische Aussetzer im dritten Viertel. Wie eingangs erwähnt: Wollen die Dragons in Bernau eine Chance haben, müssen sie in allen Bereichen am oberen Leistungslimit kratzen – und das möglichst über die gesamte Spielzeit.
Klaus Beydemüller











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