Köln/Bonn/Rhein-Sieg – Der Medienkonzern DuMont stellt die Weichen für die Zukunft der Kölnische Rundschau (KR): Zum 1. April 2026 übernimmt DuMont die Herausgeberschaft und damit die vollständige redaktionelle Verantwortung für die traditionsreiche Tageszeitung. Das geht aus einer aktuellen Pressemeldung des Unternehmens hervor.
Heinen-Verlag beendet Herausgeberschaft
Seit 1998 arbeiteten DuMont und der Heinen-Verlag im Bereich der Tageszeitungen zusammen. Während die Kölner Stadt-Anzeiger Medien die verlegerischen Aktivitäten verantworteten, lieferte der Heinen-Verlag die redaktionellen Inhalte. Diese Zusammenarbeit endet nun: Zum 31. März 2026 stellt der Heinen-Verlag seine Herausgeberschaft und redaktionelle Tätigkeit für die KR ein.
Hintergrund sind tiefgreifende Veränderungen im Leser- und Werbemarkt. Eine eigenständige Redaktion sei wirtschaftlich nicht mehr tragfähig, heißt es in der Mitteilung. Künftig wird die Kölnische Rundschau in die regionale Struktur der Kölner Stadt-Anzeiger Medien eingebunden und in einem gemeinsamen Newsroom produziert. Die Marke solle jedoch eigenständig bleiben – mit eigener Haltung und journalistischer Ausrichtung.
Für die KR ist im Newsroom die Position einer Chefredakteurin oder eines Chefredakteurs vorgesehen. Darüber hinaus entstehen zusätzliche Stellen innerhalb der bestehenden Redaktionsstrukturen.
Regionale Berichterstattung bleibt gesichert
Zudem übernehmen die Kölner Stadt-Anzeiger Medien die Anteile des Heinen-Verlags an der Rheinische Redaktionsgemeinschaft (RRG). Die RRG liefert bereits seit 2014 Inhalte für zahlreiche Regional- und Lokalteile der Kölnischen Rundschau sowie des Kölner Stadt-Anzeiger. Damit soll die regionale Berichterstattung weiterhin verlässlich gewährleistet werden.
Dr. Christoph Bauer, CEO von DuMont, betont laut Pressemeldung die Bedeutung der KR als „wichtige Stimme für die Region“. Mit den neuen Strukturen werde die publizistische Rolle der Zeitung langfristig gesichert.
Digitale Wachstumsinitiative – Start in Leverkusen
Parallel kündigt DuMont eine digitale Wachstumsinitiative im Verbreitungsgebiet an. Geplant sind neue regionale Webportale und Apps rund um Köln, die lokale Themen schnell, visuell und interaktiv aufbereiten. Nutzerinnen und Nutzer sollen Inhalte beisteuern und sich aktiv einbringen können.
Das erste dieser neuen digitalen Angebote startet nach Unternehmensangaben in Kürze in Leverkusen.
Für die neuen Produkte werden interdisziplinäre Teams aufgebaut. Mehr als 30 neue Stellen sollen entstehen. Moderne KI-Systeme sollen redaktionelle Abläufe unterstützen, die journalistische Verantwortung bleibe jedoch klar beim Menschen, so das Unternehmen.
Die Initiative ist Teil der digitalen Wachstumsstrategie von DuMont im Regionalmediengeschäft. Dazu zählt auch die 2025 erfolgte Investition in die Eventplattform Rausgegangen.de.
Deutscher Journalisten Verband: DuMont soll zweite unabhängige Lokalredaktion erhalten
Der DJV-NRW appelliert an das Medienhaus DuMont, seiner publizistischen Verantwortung gerecht zu werden und für Nordrhein-Westfalens größte Stadt eine zweite unabhängige Lokalredaktion zu erhalten. „Wo die Konkurrenz fehlt, leidet die Qualität und die Medien- und damit Meinungsvielfalt“, so Hansen weiter. Die bei DuMont geplante Einstellung „einer Handvoll Producer“ für die Produktion des weiterhin von der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) bezogenen Mantels ist nach Einschätzung des DJV-NRW kein adäquater Ersatz für die Arbeit der jetzt entlassenen Kolleginnen und Kollegen.










Kommentare