Bad Honnef / Rhein-Sieg-Kreis. Auf Pendlerinnen und Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Reisende in der Region kommen ab Sommer 2026 erhebliche Veränderungen zu: Die Deutsche Bahn saniert die Bahnstrecke am rechten Rheinufer zwischen Troisdorf und Wiesbaden grundlegend. Die Bauarbeiten beginnen am 10. Juli 2026 und dauern bis zum 11. Dezember 2026. In dieser Zeit ist die Strecke für den Zugverkehr vollständig gesperrt.
Die rund 160 Kilometer lange Strecke zählt zu den wichtigsten und zugleich am stärksten belasteten Bahnverbindungen in Deutschland. Mit der sogenannten Generalsanierung bündelt die DB InfraGO zahlreiche Maßnahmen, um die Infrastruktur langfristig stabiler, leistungsfähiger und weniger störanfällig zu machen. Ziel ist ein deutlich zuverlässigerer Bahnverkehr nach Abschluss der Arbeiten.
Bad Honnef stark betroffen – Ersatzbusse statt Züge
Für Bad Honnef und den rechtsrheinischen Raum bedeutet die Sperrung: Keine Regionalzüge auf der rechten Rheinstrecke. Die Linien RE8 und RB27 enden während der Bauzeit von Mönchengladbach zunächst in Troisdorf, ab Mitte September 2026 dann in Köln Messe/Deutz.
Um die Mobilität der Fahrgäste dennoch sicherzustellen, setzt die Deutsche Bahn gemeinsam mit den Aufgabenträgern auf einen umfangreichen Ersatzverkehr mit Bussen. Insgesamt sind elf Buslinien geplant, darunter zwei Expresslinien, die unter anderem Koblenz mit Bad Honnef, Bonn-Ramersdorf und Troisdorf verbinden. Die Busse fahren teilweise in sehr enger Taktung, zusätzlich sind Verstärkerfahrten für den Schülerverkehr vorgesehen.
Nach Angaben der Bahn kommen moderne, barrierefreie Fahrzeuge zum Einsatz – mit WLAN, ausreichend Platz für Gepäck und teilweise sogar mit Toiletten. Einheitliche Qualitätsstandards und ein klar erkennbares Erscheinungsbild sollen für Orientierung sorgen.
Fern- und Güterverkehr wird umgeleitet
Auch der Fernverkehr ist betroffen: Zahlreiche ICE- und IC-Züge werden umgeleitet oder fallen teilweise aus. So starten und enden Verbindungen zwischen Berlin und Bonn oder Norddeich Mole und Koblenz künftig in Köln. ICE-Sprinter zwischen Bonn und Berlin entfallen komplett.
Güterzüge werden überwiegend über die linke Rheinseite umgeleitet – mit spürbaren Auswirkungen auch auf andere Strecken in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen.
Fahrpläne erst schrittweise verfügbar
Die finalen Fahrplandaten, insbesondere für den Ersatzbusverkehr, werden erst nach Abschluss der Feinplanung im Frühjahr 2026 veröffentlicht. Fahrgäste können sich dann über bahn.de, den DB Navigator sowie die Auskunftsmedien der Verkehrsverbünde informieren.
Milliardenprojekt für die Zukunft der Strecke
Im Abschnitt Unkel–Wiesbaden erneuert die Bahn unter anderem über 60 Kilometer Gleise, 116 Weichen, 40 Kilometer Oberleitungen, saniert Brücken, Stützwände und Felshänge und modernisiert die Leit- und Sicherungstechnik.
Auch die Bahnhöfe entlang der Strecke profitieren: Geplant sind 25 neue Aufzüge, Rampen, Personenunterführungen, sanierte Bahnsteige, neue Dächer, bessere Beleuchtung, moderne Anzeigen und neue Leitsysteme. Viele Stationen sollen künftig barrierefrei oder zumindest stufenfrei erreichbar sein.
Infomobil macht Station in der Region
Um frühzeitig zu informieren, schickt die Deutsche Bahn im Mai und Juni 2026 ein Infomobil entlang der Strecke. Auch in der Region Bad Honnef sollen Anlaufstellen eingerichtet werden. Zusätzlich erhalten Haushalte entlang der Strecke Info-Flyer per Post.
Weitere Informationen finden Interessierte online unter: www.rechter-rhein.deutschebahn.com







