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Honnef heute - Presse, Nachrichten, News > Alle Artikel > Bonn > Höhere Naturschutzbehörde entscheidet über Radschnellroute
Bonn

Höhere Naturschutzbehörde entscheidet über Radschnellroute

Letztes Update: 29.06.2021
Honnef heute
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7 Min Lesezeit
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bonn – Die Höhere Naturschutzbehörde bei der Bezirksregierung Köln wird über die naturschutzrechtliche Befreiung für den Ausbau einer Radschnellroute im Bereich der linksrheinischen Rheinaue entscheiden. Einen entsprechenden Beschluss hat der Rat der Stadt Bonn am 28. Juni 2021 gefasst.

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Das Projekt muss wegen der Vorgaben des Fördergebers bis zum 31. Oktober 2022 realisiert werden. Es besteht daher erheblicher Zeitdruck, da für die bauliche Umsetzung nur noch ein sehr kleines Zeitfenster bleibt.

Das Vorhaben ist Teil des Gesamt-Förderprojekts „Emissionsfreie Innenstadt“ mit Mobilstationen, Radschnellrouten und E-Fahrzeugen an dem die Stadt seit vier Jahren arbeitet. Als Beitrag zur Verkehrswende soll mit dem Ausbau der bestehenden Radwege in der Rheinaue die umweltfreundliche Nahmobilität attraktiver gemacht und der Umstieg vom motorisierten Verkehr hin zum Fahrrad gefördert werden. Für die Realisierung der vom Rat im Jahr 2019 beschlossenen Planung ist eine naturschutzrechtliche Befreiung gemäß Bundesnaturschutzgesetz erforderlich.

Dieser Befreiung hat der Bonner Naturschutzbeirat in seiner Sitzung am 17. Mai 2021 widersprochen. Der Stadtrat hat nun beschlossen, dass die Höhere Naturschutzbehörde final entscheiden soll.

Die Ausbaupläne
Im Zuge des Projektes „Emissionsfreie Innenstadt“ sollen die Radrouten rechts und links des Rheins verbreitert werden. Das Ganze läuft im Förderprojekt unter dem Namen Radschnellrouten. Damit werden den Radfahrenden und Personen zu Fuß klar getrennte Wege in ausreichender Breite angeboten. Die Idee hinter Radschnellrouten ist, ein Begegnen von Fahrrädern auch mit Kinderanhänger oder Lastenrad sicher und bequem zu ermöglichen. Niemand soll mehr plötzlich abbremsen müssen, weil der Weg zu schmal ist. Schnellere Radfahrer sollen langsamere mit genügend Abstand überholen können.
„Strecken in der Stadt mit dem Rad zurückzulegen, soll in Bonn attraktiver werden. Eine gute und sichere Infrastruktur für Radfahrende ist ein wichtiger Baustein der Verkehrswende und wesentlich für den Klimaschutz. Die Radwege in der links- und rechtsrheinischen Rheinaue gehören zu den schönsten und meist befahrenen Radrouten im Stadtgebiet. Es ist dringend nötig, Sicherheit und Komfort auf den Strecken verbessern“, erläutert Oberbürgermeisterin Katja Dörner. „Eine Verbreiterung der Wege ist unumgänglich, damit auch Lastenräder, Pedelecs und Anhänger ausreichend Platz haben – und alle sicher unterwegs sein können. Dass hierfür alte Bäume gefällt werden müssen, schmerzt, ist aber in der Abwägung auch mit Blick auf die geplanten umfangreichen Baumpflanzungen als Ausgleichsmaßnahmen vertretbar.“

Die Pläne für das mit 2,3 Millionen Euro Kosten veranschlagte Projekt sehen zwischen Charles-de-Gaulle-Platz und südlich der Konrad-Adenauer-Brücke einen Ausbau des bestehenden reinen Radwegs direkt am Ufer von circa zwei auf vier Meter vor. Weiter Richtung Plittersdorf werden denn die oben verlaufenden Rad- und Fußwege getauscht und ausgebaut. Die neuen Radwege werden vier Meter breit und die neuen Fußwege in 2,50 Meter Breite ausgebaut. Der zu schmale heutige Radweg direkt am Rheinufer wird auf diesem südlichen Stück zum reinen Fußweg. Dies ist sinnvoll, da der Weg schon heute gerne von Joggern und Spaziergängern genutzt wird. Zudem hätte eine Verbreiterung des Radweges unten am Ufer einen massiven Eingriff in den Baumbestand mit vielen Fällungen bedeutet.

Nur auf einem Abschnitt Richtung Süden im Bereich von Haus Carstanjen wird, wie heute, ein gemeinsamer Weg für Fußgänger und Radfahrende ausgewiesen, der geringfügig verbreitert wird. Auch hier wurden Baumstandorte und Denkmalschutz berücksichtigt. Um Konflikte auf dieser gemeinsam genutzten Fläche zu vermeiden, wird die Stadt mit Schildern oder Bodenmarkierungen um gegenseitige Rücksichtnahme werben.

Sicherer und komfortabler
Mit breiteren Radwegen werden die Wege nicht nur sicherer, sondern auch komfortabler. Durch die Führung durchs Grüne, ohne Ampeln oder Einmündungen, ist die Rheinaue eine attraktive Strecke für Radfahrer, die dort zur Naherholung Rad fahren oder auf dem Weg von und zur Arbeit Energie im Grünen tanken. Auch mit Kindern ist sie eine sichere Strecke abseits der Hauptstraßen. Um dem angestrebten gesteigerten Radverkehrsaufkommen zu begegnen, ist eine Verbreiterung der heute sehr schmalen Radwege nötig.

Ausgleichsmaßnahmen
Da diese Verbreiterung der Wege einen Eingriff in den Park bedeutet, zusätzliche Fläche versiegelt und auch Bäume entfernt werden müssen, hat sich die Verwaltung bemüht, die verträglichste Wegeführung zu entwickeln. Hierbei mussten nicht nur die Belange des Baum- und Naturschutzes (auch eine geschützte Fledermauspopulation musste berücksichtigt werden) beachtet werden. Hinzu kamen noch das Urheberrecht und der Denkmalschutz der Parkgestaltung. Gemeinsam mit dem Parkplaner Gottfried Hansjakob und der Denkmalbehörde wurde festgelegt, in welche Bereiche des Parks eingegriffen werden darf und in welche nicht.

So müssen die Wege einheitlich und in ihrer Form erhalten bleiben. Ein Verschwenken um einzelne Bäume ist deswegen einerseits nicht möglich und andererseits oft nicht zielführend, da die Wurzeln eines Baumes weit um seinen Stamm herumreichen und diese, je nach Baum, auch bei einem Ausbau des Weges in 1-2 Metern Entfernung noch geschädigt würden. Ein Überleben des Baumes oder seine Standsicherheit könnte so nicht gewährleistet werden. Entfernt werden nur Bäume, bei denen dies absolut nicht zu vermeiden ist.

Nach Abwägung aller Kriterien konnte eine Routenführung erreicht werden, die anstelle von 90 in der ersten Planvariante nun nur noch die Entfernung von 44 Baumen vorsieht.
Der Rat beschloss, in den nächsten zwölf Monaten 120 neue Bäume als Ausgleich, sofern die Befreiung erfolgt und es zu einer Umsetzung des Projekts kommt, zu pflanzen, d.h. etwa doppelt so viele wie gemäß Befreiung notwendig. Darüber hinaus soll die Verwaltung prüfen, ob Bäume versetzt werden können. Die zusätzliche Flächenversiegelung wird durch die Anlage einer Hochstaudenflur im Beueler Deichvorland auf einer 8700 Quadratmeter großen Fläche kompensiert.

 

 

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Gründer und Chefredakteur von Honnef heute. Ich berichte unabhängig und mit Leidenschaft über die Lokalpolitik, Wirtschaft, Sport, Kultur und das Leben in Bad Honnef und der Region.
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