Bad Honnef – Bad Honnef steht vor einem umfangreichen Ausbau der Offenen Ganztagsschulen (OGS). Mit dem bundesgesetzlich verankerten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, der ab dem Schuljahr 2026/2027 schrittweise greift, wächst der Druck auf die Stadt, dringend benötigte Räume und Betreuungsplätze bereitzustellen.
Eltern alarmiert: Platzmangel und veraltete Turnhalle
Der Stadtelternrat hat sich in einer Anfrage an den Bildungsausschuss besorgt über die Situation an den Schulen geäußert. Besonders die Löwenburgschule in Rommersdorf stehe seit Jahren vor einem deutlichen Platzproblem. Mit dem kommenden Rechtsanspruch drohe eine weitere Verschärfung. Zusätzlich wird der Zustand der Turnhalle als „auf Dauer nicht zumutbar“ beschrieben – zu laut, zu kalt und wenig funktional.
Auch die Personalsituation bereitet Sorgen: Im laufenden Schuljahr kam es an nahezu allen OGS-Standorten mehrfach zu Notbetreuungen, Hausaufgabenbetreuung konnte zeitweise nicht gewährleistet werden. Wie zusätzliches Personal gewonnen und finanziert werden soll, bleibt eine zentrale Frage.
Stadtjugendring: Dringender Handlungsbedarf an zwei Standorten
Die Geschäftsführerin des Stadtjugendrings, Laura Solzbacher, hat nach mehreren Begehungen der OGS-Standorte den dringlichsten Handlungsbedarf zusammengefasst:
Theodor-Weinz-Grundschule in Aegidienberg
Hier ist vor allem die Mensa zu klein und überhitzt im Sommer. Eine neue, ebenerdige Mensa, die auch als Mehrzweckraum genutzt werden kann, soll die Situation entspannen.
Löwenburgschule in Rommersdorf
Mindestens 60 Quadratmeter zusätzlicher Raum werden benötigt, um die Betreuung auszulagern und die Bis-Mittags-Betreuung einzugliedern. Eine neue Mensa, zusätzliche OGS- und Büroräume – idealerweise in zweigeschossiger Bauweise – sowie eine nutzbare Turnhalle stehen auf der Wunschliste. Auch ein Lehrküchenbereich soll geprüft werden.
Verwaltung plant reduzierten Ausbau
Die Verwaltung empfiehlt, den Ausbau in reduziertem Umfang umzusetzen. Für Rommersdorf liegt die Kostenschätzung bei rund 4,28 Millionen Euro, für Rhöndorf bei etwa 2,55 Millionen Euro. Der Stadt stehen dafür rund 860.000 Euro Bundesmittel zur Verfügung – den Rest muss die Kommune tragen.
Ziel ist es, ausreichend Platz für eine einzügige Grundschulbetreuung zu schaffen und die bislang ausgelagerte OGS am Mühlenweg nach Rhöndorf zu verlagern. Auch der Schulhof soll im Zuge der Baumaßnahmen neu gestaltet und funktional angepasst werden.
Herausforderung Personal
Neben den baulichen Maßnahmen rückt die Personalfrage in den Mittelpunkt: Nur mit ausreichend Betreuungskräften kann der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung umgesetzt werden. Die Stadt arbeitet an Konzepten, um Personal effizient einzusetzen und die OGS-Angebote langfristig abzusichern.
Bildungsausschuss – 04.03.2026 – 18:00 Uhr – Ratssaal











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