Bad Honnef-Aegidienberg – Ein Adventskonzert der besonderen Art erlebten die Zuhörer am Sonntag, dem ersten Advent, bei Coppeneur. Der Violinist Noé Inui und die Pianistin Soomija Park stimmten das Publikum mit ihrem Programm „Nordlichter“ auf die bevorstehende Winterzeit ein. Musik, die – wie Inui erläuterte – nicht feurig flackert, sondern wie eine ruhige, blaue Flamme leuchtet. Genau dieses Leuchten brachten die beiden an diesem Abend eindrucksvoll zum Vorschein.
Zu Beginn entführten sechs Humoresken von Jean Sibelius in eine nordische Klangwelt voller Feen, Waldgeister und Trolle. Die kurzen Charakterstücke präsentierten sich in einer fein ausgearbeiteten, charmanten Interpretation.
Eine Auswahl aus Dmitri Schostakowitschs Preludes rundete den ersten Programmteil ab. Ursprünglich für Klavier solo komponiert und später von Dmitri Zyganov für Violine transkribiert, wirkten diese Miniaturen wie Seelengemälde: mal träumerisch-zart, mal satirisch-grotesk. Inui beeindruckte dabei mit einer großen Ausdrucksbandbreite und klanglicher Raffinesse.
Der zweite Teil des Abends galt Edvard Griegs dritter Violinsonate in c-Moll – einer musikalisch wie technisch anspruchsvollen Konzertsonate. Das harmonisch präzise Zusammenspiel von Inui und Park sowie ihr feines Gespür für die emotionale Tiefe des Werkes sorgten für besondere Höhepunkte. Unvergessen bleibt die fast überirdische Melodieführung im Klavier zu Beginn des zweiten Satzes, die Park mit großem inneren Ausdruck gestaltete.
Das Publikum dankte diesem außergewöhnlichen Konzert mit lang anhaltendem Applaus. Inui und Park revanchierten sich mit zwei Zugaben.
Zweifel an der künstlerischen Klasse des Abends ließ niemand aufkommen: Soomija Park, Dozentin für Klavier an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, und Noé Inui, der u.a. mit Martha Argerich in Buenos Aires und Leonidas Kavakos in Verbier konzertierte, zeigten sich in Bestform.
Für besondere Nähe sorgte zudem die intime familiäre Atmosphäre – nicht zuletzt durch den 13-jährigen Sohn, der konzentriert und ernsthaft die Noten seiner Eltern umblätterte.










Kommentare