Bad Honnef – Bad Honnef will neue Wege gehen, um ältere Menschen frühzeitig zu unterstützen und Pflegebedürftigkeit möglichst lange zu vermeiden. Der Sozialausschuss soll entsprechend einer Verwaltungsvorlage in seiner nächsten Sitzung die Einführung präventiver Hausbesuche für Seniorinnen und Senioren beschließen. Grundlage ist eine ausführliche Stellungnahme des Fachbeirates „Menschen im Alter“, der sich einstimmig für dieses Angebot ausgesprochen hat.
Hintergrund ist der demografische Wandel: Schon heute ist Bad Honnef die Stadt mit dem höchsten Altersdurchschnitt im Rhein-Sieg-Kreis. Rund ein Viertel der Bevölkerung ist über 65 Jahre alt – Tendenz steigend. Gleichzeitig wächst der Pflegebedarf, während Pflegekräfte und Versorgungsangebote knapper werden. Genau hier setzen präventive Hausbesuche an.
Bei den Hausbesuchen handelt es sich um freiwillige, kostenfreie und nicht-medizinische Gespräche in der häuslichen Umgebung älterer Menschen. Ziel ist es, frühzeitig Risiken zu erkennen, über Unterstützungsangebote zu informieren und bei Bedarf den Kontakt zu passenden Hilfen herzustellen. Themen können unter anderem altersgerechtes Wohnen, Mobilität, soziale Teilhabe, Pflegefragen oder finanzielle und behördliche Angelegenheiten sein. Die Gespräche sind vertraulich und stärken das Recht auf Selbstbestimmung.
Der Fachbeirat betont: Viele ältere Menschen suchen Hilfe erst sehr spät – oft dann, wenn Krisen bereits eingetreten sind. Präventive Hausbesuche können Einsamkeit vorbeugen, Selbstständigkeit erhalten und den Verbleib im eigenen Zuhause verlängern. Gleichzeitig entlasten sie langfristig die Kommune, etwa durch weniger Heimeintritte, Krankenhausaufenthalte oder Notfalleinsätze.
Für die Umsetzung soll eine zusätzliche Vollzeitstelle im Stellenplan ab dem Haushalt 2027 geschaffen werden. Diese Fachkraft – etwa aus der Sozialarbeit, Pflege oder Gerontologie – übernimmt die Hausbesuche, vernetzt Angebote vor Ort und fungiert als Lotse in einem oft unübersichtlichen Hilfesystem. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass dieses Modell gut angenommen wird.
Mit dem neuen Angebot soll sich Bad Honnef als Teil einer sogenannten „sorgenden Gemeinschaft“, in der professionelle Hilfe, Ehrenamt und Nachbarschaft zusammenspielen, verstehen. Der Fachbeirat sieht darin nicht nur eine sozialpolitisch sinnvolle Investition, sondern auch einen Beitrag zu mehr Zusammenhalt und Vertrauen vor Ort.
Sitzung Sozialausschuss am 4.2.2026, 18 Uhr, Raumm 001 im Rathaus







