Bad Honnef-Selhof – Hinter ihrem Haus in Selhof bewirtschaften Anke und Herbert Müller eine ziemlich große Grünfläche. Mal wachsen dort in großen Mengen Sonnenblumen oder es wird viel Gemüse angebaut. Auch als Bienenweide wird die Grünfläche genutzt.
Um das Areal in Schuss zu halten, haben sie nun tierische Unterstützung erhalten. Fünf Schafe sorgen momentan dafür, dass Gras und Kraut kurz gehalten werden. Sie gehören zur 100 Schafe starken Herde von Lutz Klein aus Unkel. Für die Tiere kann man sogar Patenschaften übernehmen.
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Nutzen der Schafe geht weit über die ökologische Bedeutung hinaus
Von Lutz Klein
Schafe sind weit mehr als nur wollige Weidetiere, sie sind echte Landschaftspfleger mit bemerkenswerter Wirkung auf Natur und Mensch. Durch ihr selektives Fressverhalten fördern sie die Artenvielfalt, da sie Pflanzen auf natürliche Weise zurückdrängen oder bevorzugen und so Raum für unterschiedlichste Arten schaffen. Gleichzeitig tragen sie durch ihre dichte Wolle und ihren Kot zur Verbreitung von Samen bei, was das ökologische Gleichgewicht stärkt.
Ihr Kot dient zudem als natürlicher Dünger und bereichert den Boden mit wertvollen Nährstoffen. Der sanfte Tritt der Tiere befestigt den Boden an Böschungen oder konstruktiv wichtigen Elementen wie Regenrückhalte Becken und Deichen, bei gleichzeitiger Auflockerung der Erde und schafft so optimale Bedingungen für neue und bestehende Pflanzen.
Besonders auf unwegsamem Gelände, das für Maschinen kaum erreichbar ist, zeigen Schafe ihre Stärke. Sie kommen überall hin ohne Schäden zu hinterlassen und sorgen mit Geduld und Ausdauer für eine nachhaltige Pflege der Landschaft trotz sehr anspruchsvoller Topografie rund ums Siebengebirge bei gleichzeitigem oft Nährstoffarmen Futter. Damit leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung einzigartiger Lebensräume wie Heiden, Feuchtwiesen, Moore, Trockenmauern, Magerrasen und ehemalig durch die Landwirtschaft bewirtschaftete Steilhänge und beugen zugleich einer Verbuschung vor.
Doch der Nutzen der Schafe geht weit über die ökologische Bedeutung hinaus. Mit ihrer ruhigen, geerdeten Art wirken sie fast wie kleine „wohlwollige Psychologen“ der Natur. Ihr friedliches Wesen und ihre Ausstrahlung haben eine beruhigende Wirkung auf den Menschen. Sie helfen, Stress abzubauen und innere Ruhe zu finden. Gerade in einer hektischen Zeit bieten Schafe wertvolle Momente der Entschleunigung, was sie auch zu beliebten und ausgezeichneten Therapietieren macht. Besonders Familien schätzen diese Begegnungen, vom Kleinsten bis zum Ältesten springt der Funke der Begeisterung und Ruhe schnell über.
Meine Herde umfasst knapp 100 Mutterschafe, die Rund ums Siebengebirge und im Westerwald für Naturschutz, Unternehmen und Privatpersonen aktiven Naturschutz und Landschaftspflege betreiben.
Das Besondere an meiner Herde liegt jedoch nicht nur in ihrer Aufgabe, sondern auch in ihrer Haltung: Meine Zuchtziele richten sich nicht ausschließlich nach Leistungsmerkmalen, sondern auch nach dem Charakter der Tiere. Dadurch ist es möglich, Patenschaften zu vergeben. Eine wunderbare Gelegenheit für Tierliebhaber, „ihr“ Schaf ein Leben lang zu begleiten. Vom ersten Atemzug bis ins hohe Alter können die Paten den Alltag ihrer Schützlinge miterleben und die wohltuende Atmosphäre meiner Herde genießen. Erkennen lassen sich die Patenschafe an ihren Halsbändern, auf denen die Wunschnamen der Paten aufgedruckt sind.











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