Bad Honnef – Die Stadtverwaltung will die Sicherheit und Qualität der Schulwege deutlich verbessern. Grundlage ist ein Beschlussvorschlag, der am heutigen Abend im Planungsausschuss beraten wird. Vorgesehen ist die Einführung eines umfassenden schulischen Mobilitätsmanagements für alle städtischen Schulen.
Hintergrund ist das am 3. Juli 2025 vom Stadtrat verabschiedete Mobilitätskonzept. Darin ist das Mobilitätsmanagement an Schulen und Kindergärten als zentrale Daueraufgabe verankert. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche besser im Straßenverkehr zu schützen und gleichzeitig umweltfreundliche Alternativen zum Elterntaxi zu stärken.
In Bad Honnef betrifft das Vorhaben insgesamt fünf städtische Schulen mit rund 2.000 Schülerinnen und Schülern, darunter vier Grundschulen sowie das Siebengebirgsgymnasium.
Mehr Sicherheit und Selbstständigkeit
Die Stadt verfolgt mit dem Projekt mehrere Ziele: Schulwege sollen sicherer und attraktiver werden – insbesondere für Kinder, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind. Gleichzeitig soll die eigenständige Mobilität gefördert werden. Kinder lernen so frühzeitig, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, Geschwindigkeiten einzuschätzen und Verkehrsregeln anzuwenden.
Ein generelles Verbot des Bring- und Holverkehrs mit dem Auto ist dabei ausdrücklich nicht vorgesehen. Stattdessen setzt die Stadt auf bessere Alternativen und eine gezielte Lenkung des Verkehrs.
Siebenstufiges Konzept geplant
Das Mobilitätsmanagement ist als umfassender Beteiligungsprozess angelegt. Geplant sind unter anderem:
- Projektvorstellungen an den Schulen
- Elternbefragungen zur Schulwegsituation
- Analysen der Schulumfelder und Gefahrenstellen
- Entwicklung und Priorisierung von Maßnahmen
- Überarbeitung der Schulwegepläne
- Präsentation der Ergebnisse
- Evaluation der umgesetzten Maßnahmen
Ein besonderer Fokus liegt auf der Identifikation von Gefahrenstellen sowie der Entwicklung neuer Lösungen wie Schulstraßen, Hol- und Bringzonen, „Walking Busse“ oder Fahrradbussen. Auch die Schulwegepläne sollen grundlegend überarbeitet werden, da sie vielfach nicht mehr den aktuellen Verkehrsbedingungen entsprechen.
Externe Unterstützung notwendig
Da die Umsetzung eines solchen integrierten Projekts personell innerhalb der Stadtverwaltung nicht leistbar ist, soll ein externer Dienstleister beauftragt werden. Die Schulen sind bereits eingebunden: Für alle fünf Einrichtungen liegen schriftliche Interessensbekundungen vor.
Unterstützt wird das Vorhaben zudem durch das Zukunftsnetz Mobilität NRW, mit dem bereits seit mehreren Jahren ein fachlicher Austausch besteht.
Start in zwei Phasen
Der Projektstart ist für 2026 geplant. Zunächst sollen die Löwenburgschule, die Montessori-Schule sowie das Siebengebirgsgymnasium teilnehmen. Im Jahr 2027 folgen dann die Theodor-Weinz-Schule und die Sankt Martinus Schule. Perspektivisch ist eine Ausweitung auf weitere Schulen und Kindergärten in Bad Honnef vorgesehen.
Förderung deckt Großteil der Kosten
Die Gesamtkosten des Projekts werden auf rund 60.000 Euro geschätzt. Ein Großteil davon – 48.000 Euro – wird über das NRW-Förderprogramm „Vernetzte Mobilität und Mobilitätsmanagement“ finanziert. Der entsprechende Zuwendungsbescheid wurde der Stadt bereits im Dezember 2025 durch die Bezirksregierung Köln erteilt. Der städtische Eigenanteil in Höhe von 12.000 Euro ist im Haushalt eingeplant.
Der Planungsausschuss berät am heutigen Abend ab 18 Uhr im Ratssaal über den Vorschlag der Verwaltung.











Kommentare