Bonn. Um den Handel mit illegalen E-Zigaretten, sogenannten Vapes, einzudämmen, haben Ordnungsamt und Gewerbeabteilung der Stadt Bonn gemeinsam mit dem Zoll am Montag, 16. März 2026, mehrere Verkaufsstellen im Stadtgebiet kontrolliert. Mit Kontrollen wie diesen soll der Jugendschutz gewährleistet und zugleich der seriöse Fachhandel vor Wettbewerbsverzerrungen durch illegale Importe geschützt werden.
Bei der Aktion wurden vom Zoll rund 250 Vapes mit insgesamt knapp 5.500 Milliliter Liquids sichergestellt, die nicht den geltenden EU-Vorschriften entsprechen. Besonders im Fokus standen sogenannte „Big Puffs“, also Einweg-E-Zigaretten, die mit bis zu 15.000 oder mehr Zügen beworben werden.
In Deutschland und der EU ist die Füllmenge für Einweg-Vapes streng auf maximal zwei Milliliter Liquid begrenzt, was in der Praxis etwa 600 bis 800 Zügen entspricht. Viele der beschlagnahmten Geräte verfügten über Tanks mit bis zu 40 Millilitern Inhalt, was das gesetzliche Limit massiv überschreitet. Zudem fehlten bei einem Großteil der Waren die erforderlichen Steuerbanderolen, was den Tatbestand der Steuerhehlerei erfüllt.
Massive Gesundheitsrisiken durch ungeprüfte Inhaltsstoffe
Die Behörden warnen eindringlich vor dem Konsum dieser illegalen Produkte. Da sie sich jeglicher staatlichen Kontrolle entziehen, bleiben die Inhaltsstoffe für Verbraucher*innen intransparent. Laboranalysen haben gezeigt, dass solche Vapes hochgradig gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten können, darunter:
Formaldehyd: Dieser krebserregende Stoff entsteht häufig beim Verdampfen, vor allem bei minderwertigen Geräten und hohen Temperaturen.
Schwermetalle: In Proben wurden Rückstände von Metallen gefunden, die Atemwegskomplikationen und Entwicklungsstörungen im Gehirn verursachen können.
Synthetische Cannabinoide: Unter Namen wie „Baller-Liquid“ oder „Görke“ verbreiten sich Liquids, die mit hochwirksamen psychoaktiven Stoffen versetzt sind und zu Herzrasen, Angstzuständen oder sogar zum Tod führen können.
Hintergründe: Schattenmarkt aus China
Bundesweit stammen bereits 40 bis 48 Prozent der konsumierten Vapes aus illegalen Quellen. Etwa 90 Prozent der illegalen Ware wird in China produziert und gelangt über Häfen in den Niederlanden oder Belgien per Postversand nach Deutschland. Der jährliche Steuerschaden wird bundesweit auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt. Kriminelle Netzwerke nutzen dabei oft die schiere Flut an Paketsendungen aus, um die Kontrollen zu umgehen.
Der illegale Markt wächst laut Zoll sehr schnell. Oft werden Konsument*innen zudem betrogen: Geräte, die mit 15.000 Zügen beworben werden, enthalten in der Realität oft deutlich weniger Liquid als angegeben.
Daran sind illegale Produkte erkennbar
Die Stadt Bonn und der Zoll raten Konsument*innen, Vapes vor dem Kauf kritisch zu prüfen. Auf Folgendes sollte besonders geachtet werden:
- Füllmenge: Einweg-Geräte mit mehr als zwei Millilitern Liquid (ca. 600 bis 800 Züge) sind in der EU illegal.
- Steuerzeichen: Jede legale Packung muss eine deutsche Steuerbanderole tragen.
- Verpackung: Achten Sie auf deutsche Warnhinweise (z.B. „Dieses Produkt enthält Nikotin…“) und das Vorhandensein eines Beipackzettels.
- Echtheitsprüfung: Seriöse Marken verfügen teilweise über QR-Codes auf der Packung, mit denen die Originalität online verifiziert werden kann.











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