Bad Honnef – In der Ratssitzung am 20. November 2025 ist die Frage einer Altersgrenze für Mitglieder des Aufsichtsrats der Bad Honnef AG erneut in den Mittelpunkt gerückt. Anlass war die Besetzung des neuen Gremiums sowie die Auslegung einer in der Satzung verankerten Soll-Regelung.
Bereits im Frühjahr war über eine feste Altersgrenze diskutiert worden. Ursprünglich sah der Entwurf der neuen Satzung vor, dass Aufsichtsratsmitglieder nicht älter als 70 Jahre sein dürfen. Dieser Vorschlag stieß insbesondere bei der SPD auf Widerstand. Auf Drängen der Fraktion wurde die Formulierung schließlich in eine weniger strikte Fassung geändert: Mitglieder des Aufsichtsrats der Bad Honnef AG sollen möglichst nicht älter als 70 Jahre sein. Damit wurde eine Kann-Bestimmung geschaffen, die Ausnahmen zulässt.
Bei der aktuellen Besetzung nutzte die SPD diesen Spielraum und nominierte erneut Peter Jörg Heinzelmann, der das Alterslimit überschreitet. Die Partei begründet dies mit der langjährigen Erfahrung und Fachkenntnis ihres Vertreters sowie der Auffassung, dass auch Menschen über 70 „hochkompetent, engagiert und verlässlich öffentliche Aufgaben übernehmen können“. Unter anderem arbeitete Dipl.-Ing. Heinzelmann bei der Internationalen Energieagentur (IEA/OECD) in Paris.
Kritik kam aus anderen Fraktionen, die die Entscheidung der SPD als nicht im Sinne der neu gefassten Satzung werteten. Diese Parteien hatten sich trotz der möglichen Ausnahmen für Kandidatinnen und Kandidaten unterhalb der Altersgrenze entschieden.
In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung erklärt die SPD: „Warum ausgerechnet jene Parteien, die sich nun über die Benennung des SPD-Vertreters empören, nicht selbst von der bewusst vereinbarten Flexibilität Gebrauch machen wollten, bleibt ihnen überlassen. Fest steht jedoch: Die Aufregung über die Entscheidung der SPD ist völlig unangebracht.“ Die Sozialdemokraten wollen zwar CDU oder Bürgerblock keine Altersdiskriminierung unterstellen. Es „drängt sich dennoch die Frage auf, wie groß das Vertrauen dieser Parteien in die Leistungsfähigkeit älterer Bürgerinnen und Bürger ist“.
Für die SPD stellt die Nominierung Heinzelmanns einen Erfolg dar, da sie ihre Position zur Leistungsfähigkeit älterer Menschen in öffentlichen Ämtern bestätigt sieht. Zugleich verweist die Fraktion darauf, dass vor dem Hintergrund einer steigenden Lebensarbeitszeit eine pauschale Altersgrenze in politischen Gremien schwer nachvollziehbar sei.










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