Bäume

Da fällt einem nichts mehr ein: Über 70 Jungbäume mutwillig zerstört

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Bad Honnef – Jeder Baum ist für die Menschheit überlebenswichtig. Mit hohem Aufwand wurden im Stadtwald mit enormen Steuersummen neue Bäume angepflanzt, um einen Ausgleich zu den durch die Trockenheit und den Borkenkäfer verursachten Schäden herzustellen. Nun meldet die Stadt Bad Honnef, unbekannte Personen haben mehr als 70 Jungbäume mit einer Astschere abgeschnitten.

„Ein Spaziergänger hat uns informiert. Auf den ersten Blick fällt das nicht auf, denn die abgeschnittenen Bäume stehen weiter senkrecht an den Bambusstäben, die ihnen in den ersten Jahren nach der Pflanzung Halt geben“, erklärt Förster Georg Pieper vom Fachdienst Umwelt und Stadtgrün der Stadt Bad Honnef.

Die eigentliche Tat muss erst wenige Tage zurückliegen, da die Bäume bereits ausgeschlagen hatten und noch keine Anzeichen der Vertrocknung zeigen. Pieper: „Wir haben den Vorfall bei der Polizei zur Anzeige gebracht.“

Die Bäume, überwiegend Kirschen und Eichen, waren erst vor gut einem Jahr gepflanzt worden. Auf der abgelegenen Fläche nahe der ICE-Schnellbahntrasse sollten sie die nächsten Jahrzehnte als Ersatz für Fichten wachsen, die aufgrund des Borkenkäferbefalls gefällt werden mussten. Die Sachbeschädigung wirft die klimawandel- und standortgerechte Aufforstung des Waldes an dieser Stelle zurück, erklärt der Förster:

„Hier wurde auf einer Fläche fernab der Spazierwege die Zukunft des Waldes zerstört und Ersatzpflanzungen sind in diesem Jahr nicht mehr möglich. Zum einen ist die Pflanzsaison vorbei. Zum anderen gibt es die Marktlage nicht her, denn die Nachfrage am Markt ist aufgrund der riesigen Kahlschläge durch den Borkenkäfer entsprechend groß.“

Hinweise zum Vorfall nehmen Förster Georg Pieper unter 02224 / 184-184 oder per E-Mail an Georg.Pieper@bad-honnef.de sowie die für die Ermittlungen zuständige Polizei Bonn unter 0228 / 150 entgegen.

 

 

Baumpflegearbeiten auf dem Kirchplatz

Bad Honnef – Am Donnerstag, 11.03.2021, führt der Bau- und Betriebshof in Bad Honnef auf dem Kirchplatz Baumpflegearbeiten durch. Die Maßnahmen sind unumgänglich, da die Bäume zum Teil Einbußen in ihrer Vitalität aufweisen. Die Arbeiten dienen der Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit im betreffenden Bereich. Sie dauern voraussichtlich einen Tag.

Während der Arbeiten kann es zu kurzzeitigen Beeinträchtigungen für Fußgängerinnen und Fußgänger kommen.

Vor zwei Jahren wurde am Spielplatz eine uralte Zeder gefällt

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BUND warnt vor „klimastabilen“ Exoten im Stadtgrün

Rhein-Sieg-Kreis – Der Herbst ist Pflanzzeit. Zahlreiche, gerade jüngere Bäume in der Stadt haben die Trockenheit der letzten Jahre nicht gut überstanden und werden nun ausgetauscht. Ein Wechsel bei der Artenauswahl hin zu exotischen Arten wäre indes fatal. Darauf weist der BUND Rhein-Sieg-Kreis hin.

Stadtbäume haben zwei wesentliche Aufgaben zu erfüllen. Sie sollen das Kleinklima für uns Menschen wirksam verbessern indem sie große Kronen ausbilden und damit wirksam Staub filtern und hohe Verdunstungs- und Photosyntheseleistungen erreichen. Außerdem helfen sie mit, der Natur in der Stadt in der dritten Dimension trotz Platzmangels noch einen Lebensraum zu gewähren.

Um diese Leistungen aufbauen zu können, benötigen Stadtbäume ausreichend große Standräume und ein hinreichendes Wasserangebot. Es lohnt daher kaum, in den meist zu kleinen Standräumen bzw. Baumscheiben, umgeben von wasserabweisender Vollversiegelung, nun solche exotischen Arten zu etablieren, die zwar wegen geringerer Klimaleistungen besser überleben, dafür aber zum Stadtklima und zur Stadtökologie fast nichts mehr beitragen. Die ausgewählten „klimastabileren“ Exoten, z.B. Gingko, Amberbaum, Baumhasel oder Zerr-Eiche benötigen ja nicht einfach weniger Wasser, sondern sie vermindern zum Schutz vor Trockenheit vor allem ihre Klimaleistungen. Sie verdunsten weniger, bleiben kleiner, reduzieren ihre Photosynthese. Überspitzt formuliert: Als „Wüstenbäume“ nimmt ihre Bereitschaft deutlich ab, ein kühles, feuchtes Stadtklima mit aufzubauen, obwohl sie für diese Leistungen eigentlich gepflanzt werden.

Doch sie leisten nicht nur weniger. Diese Arten in der Stadt zu etablieren, birgt das Risiko, dass sie nach und nach invasiv in die freie Landschaft vordringen. Dort bereiten exotische Arten wie der Kirschlorbeer, der Götterbaum, die Robinie, die Rot-Eiche, das Indische Springkraut, die Herkulesstaude, der Sommerflieder, die Späte Traubenkirsche oder der Japanische Knöterich auch heute schon genügend Probleme. Das direkte Ausbringen von Exoten in der freien Landschaft ist gemäß § 40 Bundesnaturschutzgesetz verboten, die indirekte Ausbreitung über die Artenwahl im Stadtgrün mit anzulegen, steht dem Ziel des Paragraphen, die heimische Natur zu schützen, aber ebenfalls entgegen.

Exoten sind für die heimische Tierwelt, insbesondere für die phytophagen, also pflanzenfressenden Insekten, nahezu bedeutungslos. Wir beschleunigen also das Artensterben der Insekten, wenn wir in der Stadt den Lebensraum für diese Tiergruppe noch weiter einschränken und Bäume mit stark geminderten Lebensraumfunktionen pflanzen. Exoteneinsatz unterstützt also das Insektensterben.

Zur Lösung des Konfliktes ist es notwendig, Stadtgrün neu zu denken und dafür auch viel Geld investieren. Wir müssen die Praxis der „Wegwerf-bäume“, die nach 50 Jahren ihren Blumentöpfen in der Fußgängerzone entwachsen sind und absterben, beenden. Baumstandorte müssen so gewählt bzw. baulich aufzubereiten werden, dass dort wieder heimische Großbäume heimischer, klimaaktiver Arten ein Auskommen finden und mehrere hundert Jahre alt werden können. Dafür brauchen Bäume deutlich mehr Platz in der Stadt.

Es ist notwendig, die Bäume konzeptionell so anzuordnen, dass sie gemeinschaftlich ein feuchteres Kleinklima aufbauen können und Niederschlagswasser so zurückzuhalten, dass es in den Boden eindringen und dort über die Verdunstungsleistung der Bäume für ein kühles Stadtklima wirksam werden kann.

Klimaanpassung in der Stadt ist also gerade nicht, auf exotische „Wüstenbäume“ zu setzen, die ihre Klimaleistungen quasi einsparen, sondern „klimaaktiven“, heimischen Laubbäumen einen Lebensraum zu eröffnen, damit das Klima für uns Menschen in der Stadt erträglich bleibt.

Kommunen, die dem „Bündnis für Biologische Vielfalt“ beigetreten sind, haben sich im besonderen Maße verpflichtet, klimarelevante und ökologische Aspekte zu berücksichtigen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Selbstverpflichtung sich in den Alltagsentscheidungen durchsetzt.

Nur die Liebe zählt

Bad Honnef – Können Bäume lieben? Keine Ahnung, aber sie kommunizieren miteinander, berichtet die „Naturwald Akademie“:

„Bäume nehmen über die Blätter und Wurzelspitzen ständig Informationen aus der Umwelt auf, verarbeiten sie und handeln dementsprechend. Sie kommunizieren im Organismus und miteinander.

Biologen und andere Wissenschaftler haben erkannt, dass Pflanzen wesentlich mehr können, als angenommen. Sie schmecken, riechen, fühlen, hören und sehen. Selbst wenn Bäume, Sträucher und Kräuter keine Sinnesorgane und kein Gehirn besitzen, sie nehmen die Signale aus der Umwelt z.B. über das Licht oder das Wasser mithilfe der Blätter und der Wurzeln wahr. Zudem werden weltweit Belege für das kommunikative Verhalten von Pflanzen gefunden.

Der italienische Pflanzenneurologe Stefano Mancuso von der Universität Florenz spricht von der „Intelligenz der Pflanzen“. Er streitet mit anderen Wissenschaftlern dafür, dass Pflanzen neu betrachtet werden und in der Wissenschaft eine Wertschätzung erhalten. „Die allgemeine Wertehierarchie verbannt die Pflanzen auf die unterste Stufe der Lebewesen“, schreibt Mancuso. „Ein ganzes Reich, das Pflanzenreich, wird völlig unterschätzt, obwohl unser Überleben und unsere Zukunft auf der Erde genau davon abhängen.“

Nächste Frage: Können Menschen lieben?

Erster Herbststurm des Jahres droht auch im Siebengebirge

Bad Honnef – Mit Tief MORTIMER erwartet uns in der kommenden Nacht und am morgigen Montag der erste größere Sturm dieses Jahres. Vor allem wegen der belaubten Bäume ist die Lage nicht ganz ungefährlich.

Meteorologisch und kalendarisch ist bereits Herbst und auch in der Natur hat die dritte Jahreszeit Einzug gehalten: Die Blätter an einigen Bäume beginnen sich zu färben, Kastanien fallen zu Boden und in den letzten Tagen gab es vielerorts wechselhaftes Schauerwetter (Ausnahme: der aktuell sonnige und warme Süden). Kein Wunder also, dass auch das für diese Jahreszeit wohl typischste Wetterereignis nicht lange auf sich warten lässt: Der Herbststurm.

Auf den Namen „Mortimer“ wurde das Sturmtief getauft, in dessen Sturmfeld wir in den nächsten 24 bis 30 Stunden gelangen. Ganz passend ist sein Name („ruhiges, totes Meer“ von „mort=tot“ und „mer=das Meer“ (altfrz.)) allerdings nicht, denn die See wird bei einer erwarteten Wellenhöhe von über drei Meter alles andere als ruhig sein.

Aber nicht nur am Meer wird der Sturm tosen, sondern (zeitlichversetzt) nahezu in ganz Deutschland. Tief MORTIMER zieht mit seinem Kern von der Nordsee über Dänemark Richtung Ostsee und sein Sturmfeld befindet sich an seiner Süd- und Südwestflanke. Am späten Abend tangiert es vor allem den Westen und die Südhälfte des Landes, in den Frühstunden des Montags verschärft sich dann an der Nordsee der Wind und die stärksten Böen verlagern sich über den Norden in den Nordosten und Osten, wo sie bis zum Nachmittag anhalten. Mit Abzug von MORTIMER nach Osten schwächt sich der Wind von Westen her rasch ab, sodass dort bereits Montagvormittag kaum noch was vom Sturm zu spüren sein wird.

Was die erwarteten Windgeschwindigkeiten angeht, so liegen diese wohl recht verbreitet bei Böen zwischen 70 und 80 km/h, lokal auch um 90 km/h (vor allem im Norden und Osten). Das klingt erstmal nicht überbordend viel und entspricht auch tatsächlich nicht den Unwetterkriterien des DWD (erst ab orkanartigen Böen ab 105 km/h). Es besteht dennoch ein erhöhtes Gefahrenpotential aus zwei Gründen: Zum einen können lokal Gewitter auftreten und zu deutlich stärkeren Böen bis in den schweren Sturm- oder gar orkanartigen Bereich (90-110
km/h) führen. Zum anderen sind die Bäume derzeit noch voll belaubt und bieten damit eine große Angriffsfläche für den Wind, sie können also auch schon bei „vergleichsweise niedrigen“ Windgeschwindigkeiten im Sturmbereich umstürzen.

„Seien Sie also achtsam, vermeiden Sie Wälder und planen Sie auf dem Weg zur Arbeit morgen lieber etwas mehr Zeit ein“, empfiehlt der Deutsche Wetterdienst. Denn nicht nur der Straßenverkehr, sondern auch der Bahnverkehr kann durch umstürzende Bäume auf Oberleitungen und Gleise beeinträchtigt werden.