Bonn – Die Bundesstadt Bonn hat bei der Bezirksregierung Köln die temporäre Öffnung der Reuterstraße für den Durchgangsverkehr ab 3,5 Tonnen beantragt. Ziel ist es, dem lokalen und regionalen Lkw-Verkehr eine direkte Umfahrung der derzeit für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrten Nordbrücke der A565 zu ermöglichen.
Kürzeste und leistungsfähigste Umleitung
Nach Angaben der Stadtverwaltung würde eine Umleitung von der linksrheinischen A565 über die Reuterstraße und die B9 in Richtung Südbrücke (A562) sowie weiter zur rechtsrheinischen A59/B42 die kürzeste Route darstellen. Gleichzeitig sei diese Verbindung deutlich leistungsfähiger als alternative innerstädtische Strecken – etwa über die einspurige Kennedybrücke. Dadurch könne der Verkehr möglichst flüssig abgewickelt und zusätzliche Staus vermieden werden.
Die Stadt erhofft sich zudem, dass eine praktikable und leistungsfähige Umfahrung die Akzeptanz der Sperrung der Nordbrücke erhöht. Nicht zuletzt sollen so die wirtschaftlichen Folgen für Handel und Betriebe in der Region abgefedert werden, die durch großräumige Umleitungen und stockenden Verkehr entstehen könnten.
Hintergrund: Luftreinhalteplan von 2009
Das derzeitige Fahrverbot für Durchgangsverkehr ab 3,5 Tonnen auf der Reuterstraße geht auf den Luftreinhalteplan der Stadt Bonn aus dem Jahr 2009 zurück. Dieser war erforderlich geworden, um die von der Europäischen Union vorgegebenen Grenzwerte für Luftschadstoffe einzuhalten. In den Jahren 2012 und 2019 wurde der Plan fortgeschrieben und teils verschärft.
So wurde unter anderem eine Umweltzone eingeführt und ausgeweitet, die heute nahezu den gesamten innerstädtischen Bereich zwischen Südbrücke und Kennedybrücke umfasst und nur noch Fahrzeuge mit grüner Umweltplakette zulässt. Auch die Tempo-30-Regelung bleibt bestehen und gilt als wichtiger Baustein zur Reduzierung von Schadstoffemissionen.
Grenzwerte deutlich unterschritten
Nach Angaben der Stadt werden die Schadstoff-Grenzwerte inzwischen seit mehreren Jahren nicht nur eingehalten, sondern deutlich unterschritten. Dies führt die Verwaltung sowohl auf die Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen als auch auf den zunehmenden Anteil emissionsärmerer Fahrzeuge zurück.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Verkehrsbelastungen durch das Schwerlastverbot auf der Nordbrücke hat die Stadt nun die temporäre Aussetzung des Fahrverbots auf der Reuterstraße beantragt. Sollte die Bezirksregierung zustimmen, will die Stadt die Entwicklung der Luftschadstoffe engmaschig überwachen, um bei Bedarf kurzfristig gegensteuern zu können.











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