Manchmal sind es die kleinen Dinge, die große Wahrheiten erzählen. Heute etwa, als die Air Force One streikte. Lichter aus. Dunkelheit. Donald Trump musste auf ein Ersatzflugzeug ausweichen. Symbolischer hätte es kaum sein können. Denn bei Trump sind die Lichter bekanntlich schon länger aus – geistig wie moralisch.
Während Millionen Amerikaner unter steigenden Preisen ächzen, inszeniert sich ihr Präsident als geopolitischer Comic-Held: Er liebäugelt mit der Annexion Grönlands (notfalls mit Gewalt), pflegt autoritäre Freundschaften und produziert außenpolitische Drohkulissen, die so stabil sind wie seine ersten Casinos in Atlantic City.
Europa wiederum reagiert wie das Kaninchen vor der blondierten Schlange: devot, kleinlaut, beeindruckt von einem Mann, dessen größte unternehmerische Leistung darin bestand, sich im Fernsehen für erfolgreich halten zu lassen. Wie New York Times-Journalist Russ Buettner nüchtern festhält, bestand Trumps „Selfmade“-Mythos im Wesentlichen aus fast einer halben Milliarde Dollar väterlicher Finanzspritzen und einer bemerkenswert effektiven Manipulation der Medien.
Ohne Daddy, ohne „The Apprentice“ – und möglicherweise ohne wohlwollende Banker aus dem Dunstkreis russischer Macht – wäre vom Trump-Imperium vermutlich nur ein goldener Schriftzug auf bröckelndem Putz geblieben.
Und so steht er nun da: ein selbsternannter starker Mann mit dünner Haut. Einer, der den Militärdienst wegen angeblicher Wehwehchen mied, aber heute martialische Posen liebt. Einer, der laut poltert, wenn er Angst hat, überhört zu werden. Psychologisch ist das ein alter Hut: Wer am lautesten brüllt, versucht meist, ein sehr kleines inneres Echo zu übertönen. Im Boxen weiß man das. Die großen Schreihälse liegen oft zuerst auf der Matte.
Trump liegt dort eigentlich schon. Er weiß es nur noch nicht – oder weigert sich, es zu akzeptieren. Stattdessen stapft er wie ein schlecht gelaunter Elefant durchs Porzellan des Weißen Hauses, hinterlässt Chaos und nennt es Führung.
Liebe Europäer, ein gut gemeinter Hinweis: Amerika ist nicht Trump. Amerika ist größer, klüger, widersprüchlicher – und besser, als dieser Mann es erscheinen lässt. Lasst euch nicht blenden von Drohungen, Zöllen und testosterongeladenem Getöse. Das meiste davon ist heiße Luft. Beim ersten ernsthaften Gegenwind fällt dieser Riese schneller um, als er „Make America Great Again“ sagen kann.
Selbstbewusstsein wirkt. Kuschen und schleimen nicht. Und Letzteres hat auch bei Trump nichts mit cleverer Diplomatie oder psychologischer Raffinesse zu tun.
Euer
Wyatt Earp – Voice of Amerika











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