Bad Honnef. Am vergangenen Sonntag fand das traditionelle Sommerfest der Hohenhonnef GmbH statt. Geboten wurde wieder ein vielfältiges Programm zum Verweilen, Mitmachen und Genießen. Und es gab viel Musik. Auf der Bühne standen die bekannte Band Druckluft sowie der Sieger des 1. Bad Honnefer Kleinkunstpreises, Max Scheer. Natürlich war auch Achim Petry dabei. Der Sohn des Kult-Schlagersängers Wolfgang Petry leistete seinen Zivildienst im Haus Hohenhonnef und hat seitdem nie den Kontakt zu der Einrichtung verloren.
Seit 2025 veröffentlicht der Schlagersänger wieder regelmäßig neue Singles und knüpft damit nahtlos an seine erfolgreiche musikalische Laufbahn an. Der Titel „Tief in mir drin“, den er gemeinsam mit Bianca Holzmann veröffentlichte, erreichte Platz 31 der Airplay Charts Top 100. Mit „Noch eine Nacht“ gelang ihm Anfang 2026 auf Anhieb der Sprung in die Top 10 der deutschen Airplay-Charts.
Am Rande des Festes hatte Claudia Solzbacher die Möglichkeit, ein spontanes Interview mit Achim Petri zu machen.

„Ja, es gibt kaum einen Ort, wo dir so ehrliche Freude entgegenschlägt“
Claudia Solzbacher: Lieber Achim Petry, wir stehen hier direkt nach deinem Auftritt in Hohenhonnef. Du hast ja offensichtlich hier in Honnef eine richtig große Fanbase. Wie kommt es dazu, dass du seit so vielen Jahren hier auftrittst?
Achim Petry: Ich habe selber hier gearbeitet. 1999 habe ich hier meinen Zivildienst gemacht. Und irgendwann hat man mich gefragt, ob ich nicht mal auftreten möchte beim Sommerfest. Und ich bin eigentlich auch schon hier dabei, seit es das Sommerfest gibt.
Claudia Solzbacher: Hast du nach dem Zivildienst auch einen sozialen Beruf ergriffen?
Achim Petry: Nein, aber der Zivildienst waren die wertvollsten Monate meines Lebens, weil ich hier am meisten mitgenommen habe. Deswegen bin ich auch ein Verfechter vom Zivildienst. Ich fände es für die jungen Leute sehr sinnvoll, wenn jeder so ein soziales Jahr machen würde. Ich finde es eigentlich nicht verkehrt, dem Staat auch schon von Anfang an, also bevor man in das Berufsleben startet, etwas zurückzugeben.
Claudia Solzbacher: Kannst du mal etwas zu deinem Repertoire sagen? Mir ist aufgefallen, dass die Leute hier total textsicher sind.
Achim Petry: Ja, da ist es natürlich dienlich, dass ich viele Songs von meinem Vater, Wolfgang Petry, singe. Und damit sind natürlich ganz viele Nummern dabei, die viele mitsingen können. Also von daher mache ich es mir ein bisschen einfach und singe hauptsächlich Vaters Songs, gemischt mit meinen Nummern. Mein Vater hat ja 2006 der Bühne endgültig den Rücken gekehrt, und ein Jahr später bin ich dann schon mit seinen Songs aufgetreten unter dem Motto „Der Wahnsinn geht weiter“. Ich hatte mit meinem Vater 2014 auch noch mal ein Duett, das hieß „Rettungsboot“. Das ging damals bis auf Platz 1 der Charts. Das Lied hat sogar „Atemlos“ von Helene Fischer von Platz 1 verdrängt. Mein Vater hat mich auch lange produziert. Ich hatte viele Touren im In- und Ausland. Ich bin seit 34 Jahren Musiker. Ich habe vorher aber auch etwas „Ordentliches“ gelernt. Ich bin sowohl gelernter Veranstaltungskaufmann als auch gelernter Verlagskaufmann. Für meine Branche passt das natürlich.
Claudia Solzbacher: Mir ist aufgefallen, dass du hier mit den Bewohnern super umgehen kannst. Du holst sie auch gerne zu dir auf die Bühne, und sie singen begeistert mit. Einige kennst du sogar noch aus deiner Zivi-Zeit, wie ich mitbekommen habe?
Achim Petry: Ja, Steve zum Beispiel. Also Stevie ist ein Bewohner, mit dem ich damals gearbeitet habe. Und man hat so auch Freundschaften aufgebaut mit den Bewohnern, die bis heute halten. Stevie freut sich jedes Jahr, dass ich hier bin. Und ich freue mich jedes Jahr, Stevie zu sehen. Deshalb komme ich auch jedes Jahr gerne zum Sommerfest nach Hohenhonnef. Es gibt so zwei, drei Sachen, die ich maßgeblich und gerne unterstütze. Wenn es einem als Künstler gut geht, dann sollte man auch versuchen, bestimmte Sachen zu unterstützen. Und es gibt drei Sachen, die ich definitiv immer wieder unterstütze, und das ist einmal Hohenhonnef. Das liegt mir halt persönlich am Herzen. Das Zweite ist in Herne der Förderturm. Da geht es um Kinderpalliativstationen. Und dann unterstütze ich noch „Fly and Help“. Die bauen Schulen rund um die Welt. Wir sind jetzt bei der tausendsten Schule. Vorletzte Woche hatten wir in dem Rahmen ein Fußballspiel. Da hat auch mein Sohn mitgespielt, und der sagt auch immer: „Ey, ist das schön, was Gutes zu tun.“ Mein Großer ist 20, der studiert inzwischen, und mein Kleiner wird jetzt 18.
Claudia Solzbacher: Eben auf der Bühne hast du erzählt, dass dein Vater immer noch Musik macht, auch wenn er nicht mehr auftritt?
Achim Petry: Tatsächlich macht er jetzt auch schon seit zehn Jahren wieder Musik. Viele meiner Nummern hat er geschrieben. Und wir arbeiten immer zusammen. Wir wohnen auch relativ eng beieinander. Ich wohne in Ruppichteroth, und mein Vater wohnt auch in der Nähe von Hennef. Er lebt ein halbes Jahr in Deutschland und ein halbes Jahr in Spanien.
Claudia Solzbacher: Ich finde dein Engagement hier wirklich beeindruckend. Beeinträchtigte Bewohner und viele, die heute aus Bad Honnef hochgekommen sind, feiern hier wie selbstverständlich zusammen.
Achim Petry: Ja, es gibt kaum einen Ort, wo dir so ehrliche Freude entgegenschlägt. Die Bewohner nutzen ihre Ausdrucksmöglichkeiten mit Musik komplett aus. Die sagen auch, wenn sie was scheiße fanden. Viele Leute haben halt Angst oder können nicht mit beeinträchtigten Menschen umgehen. Aber du kannst gar nichts falsch machen. Geh auf die Leute zu, sei einfach du selber und versuch, die Leute zu verstehen. Wenn du nicht geübt bist, dann häng dich ein bisschen rein, und dann klappt das auch. Ich finde, das ist eine Selbstverständlichkeit. Wir sind alle Menschen und müssen alle miteinander auskommen.










