Bad Honnef. Die Entscheidung, Kinder- und Jugendgarden bei der Sessionseröffnung am 14. November nicht auftreten zu lassen, sorgt für Unmut im Bad Honnefer Karneval. In sozialen Netzwerken äußern Eltern ihre Enttäuschung und fordern das Festkomitee Bad Honnefer Karneval (FKBHK) auf, die Entscheidung noch einmal zu überdenken.
Besonders kritisiert wird, dass auf dem Flyer zur Sessionseröffnung angekündigt wird, alle Bad Honnefer Karnevalscorps und Vereine seien dabei. Gleichzeitig hätten Eltern die Information erhalten, dass die Kinder- und Jugendgarden in diesem Jahr nicht auftreten dürfen. Das passe nicht zusammen, lautet ein zentraler Einwand.
„Kinder sind die Zukunft“
Für die jungen Tänzerinnen ist die Sessionseröffnung ein besonderer Termin. Nach monatelangem Training, zusätzlichen Übungseinheiten an Wochenenden und vielen Stunden zu Hause hatten sie sich auf ihren Auftritt vorbereitet. Gerade bei einer Jugendgarde, der sich in diesem Jahr zahlreiche neue Tänzerinnen angeschlossen haben, wiegen die Enttäuschung und die offenen Fragen besonders schwer.
Eltern berichten von traurigen Kindern, die nicht verstehen, warum sie ausgerechnet beim offiziellen Auftakt der Karnevalssession nicht auf der Bühne stehen dürfen. Auch Trainerinnen, die viel Freizeit in die Nachwuchsarbeit investieren, seien enttäuscht.
In den Kommentaren wird deshalb nicht nur die Entscheidung selbst hinterfragt. Eltern wollen auch wissen, warum ausgerechnet die jüngsten Aktiven auf ihren Auftritt verzichten müssen. Schließlich seien es die Kinder und Jugendlichen, die den Karneval in Zukunft weitertragen sollen.
Zudem wird die Frage aufgeworfen, ob für einen solchen traditionellen Anlass nicht eine Ausnahmeregelung möglich wäre.
Festkomitee verweist auf Wunsch der Mitgliedsvereine
Das Festkomitee hat inzwischen auf die Kritik reagiert. Der Vorstand erklärte, man habe die Rückmeldungen gelesen und könne die Enttäuschung von Kindern, Eltern und Trainerinnen gut verstehen. Der Wunsch der jungen Tänzerinnen und Tänzer, bei der Sessionseröffnung auf der Bühne zu stehen, sei „absolut berechtigt“.
Als Interessenvertretung von zwölf Mitgliedsvereinen müsse das Festkomitee allerdings versuchen, den Wünschen der Mehrheit gerecht zu werden. Bei der letzten Jahreshauptversammlung hätten sich die Mitgliedsvereine deutlich dafür ausgesprochen, das Programm der Sessionseröffnung zu straffen und mehr Raum für Musik und Party im Saal zu schaffen.
Deshalb liege der Schwerpunkt in diesem Jahr auf den großen Garden und den Musik-Acts. Auf die anschließende Information an alle Vereine habe es keine Einwände gegeben. Daher sei der Vorstand davon ausgegangen, dass die Entscheidung gemeinsam getragen werde.
Die Regelung gelte zunächst nur für die Sessionseröffnung in diesem Jahr. Sollte der Wunsch nach einem kürzeren Programm bestehen bleiben, müssten im kommenden Jahr andere Programmpunkte weichen. Dabei könnten auch Teile anderer Garden betroffen sein, damit ein Wechsel möglich werde.
Auftritte bei anderen Veranstaltungen
Ganz ohne Bühnenauftritte sollen die Kinder und Jugendlichen in dieser Session nicht bleiben. Das Festkomitee verweist auf die Familiensitzung und die Marktschau, bei denen die Nachwuchsgarden auftreten sollen.
Die aktuelle Kritik dürfte damit allerdings nicht vollständig ausgeräumt sein. Denn den Eltern geht es gerade um den Auftritt beim offiziellen Start in die neue Session – einen Termin, auf den sich die jungen Tänzerinnen über Monate vorbereitet haben.
Auch die Frage nach der Nachwuchsförderung steht im Raum. Wie wichtig der Karneval für die persönliche Entwicklung und den langfristigen Fortbestand der Vereine ist, zeigt ein Blick auf die amtierende Bonna Stephanie: Sie begann ihre karnevalistische Laufbahn bereits als Kind bei der Bad Honnefer KG Löstige Geselle.
Im Festausschuss Bad Honnefer Karneval sind Vertreter der meisten Bad Honnefer Karnevalsgesellschaften vertreten. Ob die öffentliche Kritik noch zu einer Änderung des Programms am 14. November führt, bleibt abzuwarten.









