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Honnef heute - Presse, Nachrichten, News > Alle Artikel > Siebengebirge > Bad Honnef > Alle Männer sind potentielle Vergewaltiger?!
Bad Honnef

Alle Männer sind potentielle Vergewaltiger?!

Letztes Update: 03.04.2025
Honnef heute
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7 Min Lesezeit
leserbrief
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Mit großem Interesse habe ich die diesjährigen Beiträge zum Weltfrauentag Anfang März 2025 gelesen und mit Erschrecken festgestellt, dass sich der Feminismus entgegen aller Realität immer weiter radikalisiert.

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Und gleich voraus: Ja, es gab und gibt viele Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen, vor allem, was die Bezahlung von Arbeit angeht. Und nein: Niemand möchte in die 1970er Jahre zurück, wo Ehemänner ungestraft ihre Frauen vergewaltigen durften oder entschieden, ob eine Frau eine Ausbildung machen durfte oder Arbeiten geht. Frauen gehören nicht an den Herd und Frauen dürfen selbst entscheiden, was sie wollen.

Doch diese Errungenschaften des Feminismus liegen mittlerweile über 50 Jahre zurück und sind heute ein unantastbares und allgemein anerkanntes Gut. Sie sind aus einem gleichberechtigten Menschenbild entstanden, dessen Wurzeln im Humanismus und der Aufklärung liegen, in dem jeder Mensch gleich vor Gott, der Natur und den anderen Menschen ist.

Doch dieses Gedankengut der Gleichheit gilt ebenfalls auch für alle anderen Geschlechter, also für Queere und überraschenderweise auch für Männer.

Der heutige Feminismus hat dies aber bedauerlicherweise nicht verstanden und konstruiert sich ein Feindbild gegen Männer, welches mittlerweile die Gesellschaft nicht nur spaltet, sondern diese in Angst versetzt.

Wenn Aussagen von Feministinnen kommen, dass alle Männer (unabhängig ihrer Herkunft) potentielle Vergewaltiger sind und die Gesellschaft zu solchen Äußerungen schweigt oder noch Beifall klatscht, kann dies nicht richtig sein. Umgekehrt gibt es Proteste und Demonstrationen, wenn solche allgemeinen Aussagen über Juden oder Migranten getätigt werden.

Auch die aktuelle Aussage der Linkenpolitikerin Heidi Reichinek, dass Männer grundsätzlich das Problem seien und sich eine Frau nachts nur wegen Männern nicht auf die Straße trauen (sinngemäß) so wird dies stillschweigend von der Gesellschaft hingenommen. Welcher Schritt kommt in dieser Gedankenwelt als Nächster? Männer ein nächtliches Ausgehverbot geben? Spezielle Lager und Straßenviertel, wo diese nur Leben dürfen? Die Dämonisierung eines Geschlechts nimmt immer abstrusere Züge an.

Ähnlich verhält es sich mit der Gewalt gegen Frauen. Häusliche Gewalt gegen Frauen ist ein akutes Thema und darf nicht klein geredet werden. Doch genau so wächst das Bewusstsein bei vielen Männern erst jetzt, dass sie selbst unter häuslicher Gewalt leiden. Dies bedeutet nicht, dass die Frau mit der Bratpfanne auf ihn einschlägt, sondern das dies vor allem emotional der Fall ist. Gegenargumente des Feminismus sind hier, dass dies lediglich Einzelfälle seien, die zu vernachlässigen seien. Doch die Statistiken häuslicher Gewalt zeigen von Jahr zu Jahr, dass häusliche Gewalt gegen Männer immer stärker zunimmt (zuletzt um die 30 Prozent). Denn erst jetzt trauen sich Männer langsam darüber zu reden und auch Anzeige zu erstatten.

Wer sich traut, wird dennoch belacht, da es ja nicht ins gängige Männerbild passt.

„Männer, die häusliche Gewalt erfahren, sollen mal eine Nahkampfausbildung machen!“, so ein Kommentar einer Frau unter einem Artikel, der häusliche Gewalt gegen Männer thematisiert. Frauen fordern keine Gewalt gegen sich ein, aber erwarten diese vom Mann, um sich selbst zu verteidigen? Wie passt dies bitte zusammen?

Diese verzwickte Situation spiegelt auch die Kriminalitätsstatistik wieder. Die häufigsten Opfer von Prügeleien, Morddelikten, Messerattacken, Rasereien uvm. sind Jungen und Männer. Ein Grund dafür liegt darin, dass die überwiegend männlichen Täter dem Stereotyp verfallen sind, dass Männer sich ja wehren können. Auch Frauen erwarten dies von Männern, da diese ja sonst ein „Schlappschwanz“ sind.

Die neu aufgestellten orangen Bänke, um auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen, suggerieren diesen Stereotyp auch immer wieder, dass Frauen wesentlich häufiger von Gewalt betroffen seien als Männer. Im häuslichen Bereich mag dies stimmen, aber nicht in der Gesamtbetrachtung.

Dieser verzerrte Blick führt auch dazu, dass Gewalt gegen Jungen und Männer als normal angesehen wird. Wenn beispielsweise eine Frau aus Ehrgründen umgebracht wird, spricht man öffentlich sehr schnell von einem Femizid.

Wenn dies bei einem Mann passiert, ist dies ein normaler Mord (an dem der Mann vielleicht auch selbst Schuld trägt, wenn er sich mit solchen Leuten umgibt).

Für manchen mag diese Erkenntnis jetzt unglaublich sein, aber Männer haben auch Angst. Angst, dass sie angegriffen, verletzt und getötet werden, weil sie wissen, dass sie nicht so stark sind wie die anderen oder es auch nicht sein wollen. Angst, dass sie mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen nicht akzeptiert werden in einer Welt, die von ihm Stärke und Durchsetzungskraft verlangt, aber gleichzeitig dafür von der Gesellschaft und dem Feminismus kritisiert werden.

Die Aussage von Frau Reichinek ist somit nicht nur kurzsichtig, sondern diskriminiert zutiefst alle Männer. Ein Mann, der nachts von der Kneipe nach Hause geht, hat genau so viel Angst von einem Verbrecher überfallen, misshandelt oder getötet zu werden wie eine Frau. Denn Angst ist universell ein Teil des Menschseins und nicht an ein Geschlecht gebunden.
Hier kommen wir wieder auf die Wurzeln des Feminismus zu sprechen, die im Humanismus und der Aufklärung liegen. Gleichberechtigung und Menschlichkeit gilt für Menschen unabhängig ihres Geschlechtes. Daher bedarf es dringend einer Wende in der Sozialpolitik, die alle Opfer von Gewalt in den Fokus nimmt und entsprechende Anlaufstellen schafft. Gleichzeitig bedarf es eines gesellschaftlichen Wandels, der es Jungen und Mädchen ermöglicht selbstbestimmt die Rolle einzunehmen, die sie möchten ohne ständig gesagt zu bekommen, dass sie diesen Nachteil haben oder diesen Vorteil.

Dies schließt dann auch eine Pauschalisierung einer Feministin aus, dass alle Männer potentielle Vergewaltiger seien.

Thomas Napp, Rheinbreitbach

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VonHonnef heute
Gründer und Chefredakteur von Honnef heute. Ich berichte unabhängig und mit Leidenschaft über die Lokalpolitik, Wirtschaft, Sport, Kultur und das Leben in Bad Honnef und der Region.
4 Kommentare
  • Alice Paul sagt:
    3. April 2025 um 17:25 Uhr

    Vielleicht sollten männliche Heimatforscher einfach dabei bleiben über die Heimat zu forschen und sich keine Märchen über Feminismus ausdenken.Das hier einer solchen hetzerischen Meinung Raum gegeben wird und nicht gesehen wird, was gerade weltweit und auch in Deutschland mit Frauenrechten passiert, finde ich wirklich beschämend. Zeigt aber wieder, wie wichtig gerade heute Feminismus ist und bleibt.

    Antworten
    • Thomas Napp sagt:
      6. April 2025 um 1:01 Uhr

      Sehr geehrte Frau Paul,

      An der Aussage von Ihnen kann sehr klar gesehen werden, dass Sie die Kernaussage nicht verstanden haben. Genau aus dem Grund fehlen auch die Argumente und Fakten von Ihnen, wo genau in Deutschland die Frauenrechte beschnitten werden (im Gegensatz zu meinem Leserbrief). Wer menschlich denkt und handelt, dem ist das Geschlecht einfach egal. Das sagt auch das Grundgesetz aus. Der Mensch steht im Mittelpunkt nicht ein Geschlecht.

      Antworten
  • Eine sich Chancengleichheit Wünschende sagt:
    3. April 2025 um 18:13 Uhr

    Ist ja ein bekanntes Muster, die Enttäuschung und Wut der Frauen über die anhaltende Benachteiligung als Männerhass darzustellen und gleich zu kontern mit „Und was ist mit den Männern?“. Das Muster wird durch die ständige Wiederholung aber nicht richtiger. Rund 82% der verurteilten Straftäter waren 2023 männlich. Selbst wenn man von etwas Verschiebung im Dunkelfeld ausgeht, ist das ein beachtlicher Anteil. Dazu kommen zahlreiche Geschlechterunterschiede bei Bezahlung, Sorgearbeit, Selbstbestimmung (Paragraf 218!), Rente und Altersarmut, Forschung und medizinischer Versorgung, politischer Teilhabe (204 weibliche von 630 Abgeordneten im
    neuen Bundestag) und und und.
    Die Ausführung ließe sich noch lange fortsetzen, mit Statistiken unterfüttern und vertiefen. Ihr Weltbild erscheint mir aber so stark verzerrt, dass es vermutlich nicht lohnt, die Energie und Zeit aufzuwenden. Schließlich ist auch das ein bekanntes Muster, um bestehende Hierarchien zu festigen: Denen, die sich dagegen wehren, Zeit und Energie rauben.

    Antworten
    • Thomas Napp sagt:
      6. April 2025 um 1:15 Uhr

      Interessant. Sie greifen genau die gleichen Argumente auf, um dann nachher festzustellen, dass es sich nicht lohnt mit mir darüber zu reden? Ich stimme Ihnen zu, dass die Mehrheit der Täter von kriminellen Taten Männer sind (steht auch im Beitrag). Gleichzeitig sind Männer aber auch die größte Opfergruppe. Das sind nun einmal Fakten. Für mich ist Gewalt gegen jeden Menschen dabei inakzeptabel.
      In Bezug auf „bestehende Hierarchien“ kann ich Ihnen nur sagen, dass Sie in Deutschland leben und nicht in einem islamisch geprägten Staat oder in einer Diktatur. Sie können hier als Mensch ein Unternehmen gründen, frei entscheiden, was sie sein wollen, eine Ausbildung frei wählen, studieren und tun und lassen, was sie möchten. Niemand wird sie daran hindern. Doch es erfordert den Mut diesen Schritt auch zu gehen, Risikobereitschaft zu haben und sich zu behaupten. Nichts wird einem vom Himmel geschenkt. Gilt übrigens für alle Geschlechter. Chancengleichheit beruht übrigens nicht auf dem Geschlecht in Deutschland, sondern auf dem familiären Hintergrund und dem Bildungshorizont.

      Antworten

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