Auch Königswinter enttäuscht beim Fahrradklimatest

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Königswinter – In einem gemeinsamen online Pressegespräch haben der ADFC Bonn/Rhein-Sieg und die Stadt Königswinter über das aktuelle Fahrradklima und die vielfältig geplanten Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs informiert. Dr. Peter Lorscheid, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Bonn/Rhein-Sieg für den rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis präsentierte zunächst die Ergebnisse des Fahrradklimatest 2020 für die Stadt Königswinter. Im Anschluss stellt die Stadt, welche Aktivitäten die Stadt Königswinter in den kommenden Jahren konkret plant und durchgeführt werden müssen.

Der Fahrradklimatest wird alle zwei Jahre als Umfrage durchgeführt, in 2020 bereits bundesweit zum neunten Mal. Das Ziel der Befragung ist eine lebensnahe Rückmeldung für Verkehrsplaner und politisch Verantwortliche für den Ausbau und die Sicherheit des Fahrradverkehrs.

Die die Stadt Königswinter schneidet im kreisweiten Vergleich leider weiterhin schlecht ab. 159 KönigswinterInnen beurteilten das Fahrradklima in der Stadt. Bessere Noten mit 3,3-3,4 (entsprechend Schulnoten 1-6) wurden für geöffnete Einbahnstraßen, relativ wenig Fahrraddiebstahl und die generelle Fahrradmobilität der BürgerInnen vergeben. Hingegen wurde die Breite der Fahrradwege, die Baustellenführung und die generelle Fahrradförderung als mangelhaft angemahnt. Im mittleren Bereich mit der Note ausreichend finden sich Aspekte wie das Fahrradleihsystem, der Winterdienst, die Oberfläche der Fahrradwege, das damit verbundenem Sicherheitsgefühl. Hiermit weicht die Stadt etwa eine halbe bis ganze Note vom Bundesdurchschnitt in der Befragung ab und bildet mit benachbarten Gemeinden wie Bad Honnef, Windeck, Eitdorf das untere Ende der Befragung.

“Wir nehmen durchaus wahr, dass sich die Stadt Bad Königswinter um Verbesserungen bemüht. Besondere Hotspots wie das Rheinufer machen die Lage nicht einfacher. Allerdings steckt man seit langer Zeit noch im Planungs- und Ankündigungsmodus“, so Dr. Peter Lorscheid. „Konzepte und Planungen sind nun mal nichts, was Menschen auf dem Rad vor Ort als Verbesserung wahrnehmen können. Die Stadt muss nun dringend konkrete Dinge umsetzen, dann werden 2022 die Bewertungen besser ausfallen. Gerade für das Rheinufer hat der ADFC ein Konzept vorgelegt, wo aus Sicht der Radfahrenden Veränderungen erforderlich sind, um zu einer sicheren Qualitätsradroute zu kommen.“

Bürgermeister Oliver Wagner machte bei der Präsentation deutlich: „Man bekommt nie gerne schlechte Noten. Das war schon früher in der Schule so. So ist dies für uns ein Ansporn besser zu werden. Auch unabhängig vom Fahrradklimatest: In den nächsten Jahren werden wir unsere Anstrengungen für die Verbesserung des Fahrradwegenetzes deutlich erhöhen. Dies selbstverständlich im Rahmen der finanziellen und personellen Möglichkeiten unserer Stadt. Zudem brauchen wir die Unterstützung des Landesbetriebs, da viele Strecken an Landstraßen liegen.“

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