Bad Honnef. Wie geht es nach der Schule weiter? Welche Ausbildungsberufe gibt es in der Region? Und welcher Betrieb passt zu den eigenen Interessen? Antworten auf diese Fragen suchten heute zahlreiche Schülerinnen und Schüler bei der Ausbildungsbörse im Bad Honnefer Kurhaus.
Die Veranstaltung, die von der Stadt Bad Honnef und dem Stadtjugendring e.V. organisiert wird, bringt Jugendliche und Unternehmen aus der Region unmittelbar miteinander in Kontakt. Eröffnet wurde die diesjährige Ausbildungsbörse von Bürgermeister Philipp Herzog.
Dass das Konzept auf Interesse stößt, zeigen die Zahlen aus den vergangenen Jahren. 2025 nutzten rund 500 Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, sich an mehr als 35 Ständen über Ausbildungsangebote und berufliche Perspektiven zu informieren.
Fotos: Laura Solzbacher
Im Mittelpunkt stehen persönliche Gespräche. Jugendliche können direkt mit Ausbildern und Unternehmensvertretern sprechen, Fragen stellen und erste Kontakte knüpfen. Für die Betriebe bietet sich umgekehrt die Möglichkeit, potenzielle Nachwuchskräfte kennenzulernen – jenseits von Bewerbungsunterlagen und Zeugnissen.
Nach Angaben teilnehmender Unternehmen gab es auch heute wieder zahlreiche gute Gespräche. Teilweise seien daraus sogar konkrete Vereinbarungen für Orientierungsbesuche in den Betrieben entstanden.
Marius Nisslmüller, Vorsitzender des Stadtugendrings: „Den ganzen Vormittag lang war es laut und voll im Kurhaus, weil überall engagierte Schülerinnen und Schüler tief versunken in Gesprächen mit den Firmen waren. Man spürt, wie die berufliche Ausbildung endlich wieder an Bedeutung gewinnt!“
Dass dies dringend notwendig ist, zeigt ein Blick auf die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. Wie das Handelsblatt schreibt, wachse die deutsche Wirtschaft, „doch auf dem Arbeitsmarkt kommt der Aufschwung noch nicht an – auf dem Ausbildungsmarkt schon gar nicht“. Unter Berufung auf die Bundesagentur für Arbeit, hätten von Oktober 2025 bis Ende September 2026 lediglich 179.000 der 447.000 bei der Arbeitsagentur registrierten Bewerberinnen und Bewerber in eine Ausbildung vermittelt werden können. Das entspricht einer Quote von rund 40 Prozent.
Zugleich ist das Risiko, arbeitslos zu werden, für Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sechsmal so hoch wie für Menschen mit Berufsabschluss.
Fotos: Florette Hill









