Bad Honnef. Der 20. Mai steht weltweit im Zeichen der Bienen. Mit dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Weltbienentag soll auf die enorme Bedeutung von Bienen und anderen Bestäubern aufmerksam gemacht werden – und auf die Gefahren, denen sie zunehmend ausgesetzt sind. Auch im Rhein-Sieg-Kreis wird der Schutz der kleinen Nützlinge immer wichtiger.
Denn Bienen sind weit mehr als Honiglieferanten. Sie sichern durch ihre Bestäubungsleistung einen großen Teil unserer Nahrungsmittelproduktion. Besonders Wildbienen übernehmen dabei eine entscheidende Rolle. Viele Arten sind hochspezialisierte Bestäuber und unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht. Doch ihre Lebensräume werden zunehmend kleiner. Versiegelte Flächen, monotone Gärten und der Einsatz von Pestiziden setzen den Insekten stark zu. Hinzu kommt mit der Asiatischen Hornisse „Vespa velutina“ eine invasive Art, die inzwischen auch im Rhein-Sieg-Kreis zur Bedrohung für heimische Insekten geworden ist.
„Der Weltbienentag ist ein wichtiger Impuls, um über den Schutz der biologischen Vielfalt nachzudenken. Dabei ist entscheidend, dass wir nicht nur über die Probleme sprechen, sondern konkrete Maßnahmen in unseren eigenen Lebensraum integrieren“, sagt Matthias Overmann, Artenschutz-Experte im Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises. „Jeder Garten und jeder Balkon kann zu einem wertvollen Trittsteinbiotop für Bienen werden.“
Das Umweltamt des Rhein-Sieg-Kreises empfiehlt deshalb einige einfache Maßnahmen, mit denen Bürgerinnen und Bürger Wild- und Honigbienen unterstützen können.
Besonders wichtig ist ein vielfältiges Nahrungsangebot. Heimische und insektenfreundliche Pflanzen wie Glockenblume, Natternkopf oder Salbei bieten reichlich Nahrung. Auch Efeu ist für viele Insektenarten im Spätsommer eine wertvolle Quelle. Entscheidend ist dabei, dass vom Frühjahr bis in den Herbst hinein immer etwas blüht. Selbst auf kleinen Balkonen lassen sich mit geeigneten Kübelpflanzen wertvolle Oasen schaffen.
Ebenso wichtig sind geeignete Nistmöglichkeiten. Rund 90 Prozent der Wildbienen leben als Solitärbienen und bauen ihre Nester allein. Sie benötigen geschützte Brutplätze – etwa in Naturholz, Totholz oder hohlen Pflanzenstängeln. Viele Arten nisten zudem direkt im Boden und brauchen dafür offene sandige oder lehmige Stellen.
Auch naturnahe Gärten helfen den Bestäubern. Wilde Ecken, liegen gelassenes Holz oder verblühte Pflanzen bieten Lebensraum nicht nur für Insekten, sondern auch für Igel und Vögel. Besonders wichtig bleibt der Verzicht auf Pestizide. Chemische Pflanzenschutzmittel schaden vielen Insekten unmittelbar und zerstören gleichzeitig ihre Nahrungsgrundlagen.
Mit vergleichsweise einfachen Mitteln kann so ein Netzwerk aus kleinen Lebensräumen entstehen, das Bienen und anderen Bestäubern langfristig hilft – und damit letztlich auch uns Menschen.
red / Rhein-Sieg-Kreis









