Bad Honnef. Klimabilanz für 2021 bis 2024: Energieverbrauch sinkt um zwölf Prozent. Der Verkehr bleibt größter Verursacher. Klimaschutzmanagement kostete bislang rund 536.000 Euro, davon trägt die Stadt etwa 361.000 Euro.
Bad Honnef. Die Treibhausgasemissionen in Bad Honnef sind zwischen 2021 und 2024 um neun Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig sank der Energieverbrauch im Stadtgebiet um zwölf Prozent. Das geht aus der aktuellen Energie- und Treibhausgasbilanz hervor, die am Donnerstag im Umweltausschuss vorgestellt wurde. Die Zahlen zeigen allerdings auch, wo die Herausforderungen liegen: Der Verkehr verursacht inzwischen rund 53 Prozent der gesamten Emissionen.
Die jährlichen Treibhausgasemissionen sanken von rund 183.700 Tonnen im Jahr 2021 auf 167.100 Tonnen im Jahr 2024. Der Energieverbrauch ging im gleichen Zeitraum von rund 623.000 auf 548.000 Megawattstunden zurück.
Haushalte sparen Energie, Verkehr legt zu
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei den privaten Haushalten aus. Dort gingen die Treibhausgasemissionen um rund 25 Prozent zurück. Im Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen betrug das Minus rund 23 Prozent, in der Industrie zehn Prozent und bei kommunalen Einrichtungen neun Prozent.
Anders entwickelte sich der Verkehrssektor. Während die Emissionen in den übrigen Bereichen zurückgingen, stiegen sie im Verkehr rechnerisch um rund sieben Prozent. Der Energieverbrauch blieb dort nahezu unverändert. Damit ist der Verkehr der größte Emissionsbereich in Bad Honnef.
Die Stadt weist darauf hin, dass die Bilanz das gesamte Stadtgebiet umfasst. Sie berücksichtigt also nicht nur die Aktivitäten der Verwaltung, sondern auch private Haushalte, Unternehmen und den Verkehr. Die Veränderungen lassen sich deshalb nicht unmittelbar einzelnen kommunalen Klimaschutzmaßnahmen zuschreiben.
Stadt investiert in Klimaschutzprojekte
Seit Februar 2022 beschäftigt Bad Honnef ein vom Bund gefördertes Klimaschutzmanagement. Es koordiniert die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes, organisiert Informationsangebote und unterstützt Projekte sowie ehrenamtliche Initiativen.
Zu den Aktivitäten gehören das Thermografieprojekt Climap, die Bad Honnefer Heizungsgespräche, Informationsveranstaltungen zu Photovoltaik und Solarenergie sowie die Klimaschutztage. Auch die Initiative #WirFürsKlima wird unterstützt.
Wie viel die Stadt dafür aufwendet, wurde ebenfalls im Umweltausschuss dargestellt. Zwischen dem 1. Februar 2022 und dem 21. September 2026 summierten sich die Ausgaben auf rund 536.000 Euro.
Davon entfielen rund 315.000 Euro auf Personalkosten. Weitere rund 221.000 Euro wurden für das Klimaschutzkonzept und verschiedene Projekte ausgegeben. Zu den größeren Einzelposten zählen das Thermografieprojekt Climap mit rund 72.000 Euro, die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes mit rund 61.000 Euro und die Klimaschutztage mit rund 48.000 Euro.
361.000 Euro Eigenanteil der Stadt
Den Gesamtausgaben stehen nach Angaben der Stadt rund 175.000 Euro an Bundesfördermitteln gegenüber. Der rechnerische Eigenanteil Bad Honnefs liegt damit bislang bei rund 361.000 Euro.
Die Förderquote veränderte sich im Projektverlauf: In den ersten beiden Jahren wurden 75 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen. Seit dem 1. Februar 2024 beträgt die Förderung in der anschließenden Phase noch 40 Prozent.
Nicht in dieser Kostenaufstellung enthalten sind unter anderem die kommunale Wärmeplanung, das Klimaanpassungskonzept und das Mobilitätskonzept. Diese Vorhaben wurden zwar durch das Klimaschutzmanagement angestoßen, werden aber über andere Förderprogramme finanziert.
Klimadaten jetzt öffentlich einsehbar
Parallel zur aktuellen Bilanz stellt die Stadt ein öffentlich zugängliches Klimaschutz-Dashboard bereit. Es zeigt die Entwicklung der Treibhausgasemissionen und des Energieverbrauchs sowie Daten zu Wetter und Mobilität. Interessierte können damit nachvollziehen, welche Veränderungen sich im Stadtgebiet ergeben und in welchen Bereichen weiterhin Handlungsbedarf besteht.
Das Dashboard ist unter klimadashboard.meinbadhonnef.de erreichbar.
Der Erste Beigeordnete Holger Heuser betont, dass neben den Ergebnissen auch der verantwortungsvolle Einsatz öffentlicher Mittel im Blick bleiben müsse. Klimaschutzmanager Swen Schmitz verweist insbesondere auf die Fortschritte bei den privaten Haushalten und die weiterhin hohen Emissionen im Verkehrsbereich.
Die aktuelle Bilanz liefert damit eine Bestandsaufnahme für die Jahre 2021 bis 2024. Ob und in welchem Umfang die kommunalen Klimaschutzprojekte zu den festgestellten Rückgängen beigetragen haben, lässt sich aus den Gesamtzahlen allein nicht ableiten.









