Bad Honnef. Trockenheit, Hitze, Stürme und Schädlinge setzen dem Wald auch im Siebengebirge zu. Wie die Stadt Bad Honnef mitteilt, stand beim diesjährigen Waldklimaspaziergang deshalb die Frage im Mittelpunkt, wie der städtische Wald an die veränderten klimatischen Bedingungen angepasst werden kann.
Rund 15 Bürgerinnen und Bürger waren im Rahmen der bundesweiten Woche der Klimaanpassung mit Stadtförster Georg Pieper und Michael Trippe, Revierleiter des Forstbetriebsbezirks Eudenbach, etwa zwei Stunden im Wald unterwegs. An mehreren Stationen erläuterten die Förster, welche Folgen die vergangenen trockenen und heißen Jahre bereits haben und wie die Forstwirtschaft darauf reagiert.
Ein zentraler Ansatz ist der Waldumbau. Dabei setzt die Forstwirtschaft unter anderem auf natürliche Verjüngung, gezielte Pflanzungen und eine größere Vielfalt bei den Baumarten. Dahinter steht vor allem die Erkenntnis, dass niemand verlässlich vorhersagen kann, welche Bedingungen in mehreren Jahrzehnten herrschen werden.
„Aufgrund des aktuellen Klimabildes ist Risikostreuung die beste Option“, erklärte Stadtförster Georg Pieper nach Angaben der Stadt. Bei Bäumen müsse in Zeiträumen von 100 bis 200 Jahren gedacht werden. Anders als in der Landwirtschaft könne man nicht jedes Jahr eine andere Pflanzenart anbauen, wenn sich eine vorherige als ungeeignet erweise.
Auch die zunehmende Waldbrandgefahr und der Umgang mit kranken oder abgestorbenen Bäumen waren Themen des Rundgangs. Die Teilnehmer interessierten sich zudem dafür, welche Baumarten mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen und wie sich die natürliche Verjüngung entwickelt.
Diskussionen gab es auch über die Nutzung von Holz. Der Rohstoff könne langfristig Kohlenstoff binden und bei entsprechender Verwendung emissionsintensivere Baustoffe ersetzen. Gleichzeitig verwies Revierleiter Michael Trippe auf die Bedeutung der Herkunft des Holzes und warb für eine Nutzung aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern.
Der Wald müsse dabei unterschiedliche Funktionen gleichzeitig erfüllen: Er ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Wasserspeicher, Erholungsraum und Teil des lokalen Klimas. Nach Einschätzung des städtischen Klimaanpassungsmanagers Ilja Illert zeigt sich daran, wie wichtig es sei, die Veränderungen im Wald sichtbar zu machen und darüber mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen.
Der Waldklimaspaziergang war eine von mehreren Veranstaltungen, mit denen Bad Honnef vom 14. bis 20. September über Möglichkeiten der Klimaanpassung informierte.









