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Lesen: Bad Honnefer Städteportal-Pionier: Langfristig führen Printzeitungen ein Nischendasein
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Honnef heute - Presse, Nachrichten, News > Alle Artikel > Titel > Bad Honnefer Städteportal-Pionier: Langfristig führen Printzeitungen ein Nischendasein
Titel

Bad Honnefer Städteportal-Pionier: Langfristig führen Printzeitungen ein Nischendasein

Letztes Update: 31.08.2013
Honnef heute
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5 Min Lesezeit
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Bad Honnef | Seine Idee war einzigartig und plausibel: 1996 brachte der Bad Honnefer Unternehmer Dr. Manfred Stegger via Internet mit dem ersten digitalen Städteportal allesklar.com die Menschen in Deutschland einander näher. Später wurden weitere Funktionen unter der Marke meinestadt.de implementiert. Auch die Wirtschaft profitierte und registrierte höhere Umsatzzahlen.

Zum Netzwerk zählen 12000 Städte und Gemeinden. 2010 kam das Portal „meinestadt.de aktuell“ hinzu. Lokalnachrichten aus 2000 deutschen Städten werden hier gesammelt und veröffentlicht, unter anderem die von honnefshopping.de und sportfruende.de.

Für die Menschen bedeutet meinestadt.de eine enorme Erleichterung: Ein Klick und sie können sich über fast alles in ihrer Region und an anderen Orten informieren – vom Busfahrplan über das Immobilienangebot bis zum Kauf der topmodernsten High Heels. Mit monatlich 220 Millionen Besuchern liegt meinestadt.de im Ranking noch vor der ARD, der Deutschen Post und der Telekom.

Vor genau einem Jahr verkaufte Manfred Stegger die Web-Plattform an Axel Springer und General Atlantic bzw. Axel Springer Digital Classifieds. honnefshopping.de nahm den „Jahrestag“ zum Anlass, um von Dr. Manfred Stegger zu erfahren, was er heute ohne sein „Unternehmenskind“ macht, wie er die Zukunft der lokalen Zeitungslandschaft sieht und welche Vorteile Online-Angebote lokalen Unternehmen bieten.

honnefshopping.de: Ein Jahr ohne meinestadt.de – Langeweile?

Dr. Manfred Stegger: Keineswegs. Nach einigen Wochen verlängerten Urlaub bin ich wieder aktiv, diesmal im Non-Profit-Bereich. Das Thema Mängel in der Altenpflege beschäftigt meine Frau und mich sehr. Wir haben dazu eine Stiftung gegründet, die muss jetzt mit Leben gefüllt werden. Außerdem bin ich Vorsitzender der BIVA geworden, eines Verbandes, der schon seit 40 Jahren die Interessen von Pflegeheimbewohnern vertritt.

Schlechte Botschaften kommen aus den Verlagshäusern: die Zeitungsauflagen sinken teils dramatisch. Was wurde und was wird falsch gemacht?

Wir haben noch mehrere Zeitungen abonniert. Das ist aber nicht repräsentativ. Unsere Kinder z.B. informieren sich nur noch online. Printzeitungen werden langfristig allenfalls ein Nischendasein führen. Die Verlage müssen das akzeptieren und in attraktive Online-Angebote investieren. Manche haben das erkannt, viele aber hoffen wohl auf ein Wunder…

Auf meinestadt.de haben Sie damit begonnen, lokaljournalistische Beiträge einzupflegen. Mit welchem Erfolg?

Das allmähliche Verschwinden von Print-Lokalzeitungen bedeutet ja nicht, dass die Menschen nicht weiterhin ein sehr starkes Bedürfnis haben, zu wissen, was in ihrer direkten Umgebung vor sich geht. Bei meinestadt.de haben wir auf die Seiten von meist kleineren lokalen Online-Zeitungen verlinkt. Das brachte uns – und damit auch den Online-Partnern – in der Summe eine halbe Million Leser pro Monat. Es geht also.

Warum können sich journalistische Online-Projekte finanziell noch nicht alleine tragen?

Die monatlichen Fixkosten für eine vernünftige und informative Website sind relativ hoch. Der Leserkreis – besonders für ein einzelnes lokales Angebot – ist beschränkt. Hinzu kommt noch eine gewisse Zurückhaltung der lokalen Werbekunden den Online-Angeboten gegenüber, die ich für falsch halte. Meiner Meinung nach liegt ein vielversprechender Erfolgsweg für Online-Journalisten darin, sich zusammenzuschließen und damit die Fixkosten auf mehrere Schultern zu verteilen.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Werbeangebot auf einer Internetplattform eher einen potenziellen Kunden zum Kauf anregt, als in einer Tages- oder Wochenzeitung?

Wenn meine Zielgruppen nur noch im Internet unterwegs sind, kann ich sie per Print einfach nicht erreichen und muss sie dort ansprechen, wo sie nun mal sind. Es gilt aber im Internet wie im Print der alte Spruch „Die Hälfte der Werbeausgaben ist hinausgeworfenes Geld, man weiß nur nicht welche Hälfte“.

Welche Vorteile bietet das Online-Marketing den Unternehmen gegenüber Anzeigenschaltung in Printmedien noch?

Bei Printanzeigen weiß der Auftraggeber überhaupt nicht, wie viele Menschen seine Werbung gesehen haben oder sich näher damit beschäftigt haben. Bei Online-Werbung kann man exakt die Wahrnehmung der Werbung messen. Mit modernen Methoden kann man außerdem die Werbebotschaften sehr gut auf bestimmte Zielgruppen abstimmen oder z.B. nach Tageszeit oder wetterabhängig steuern. Man kann sie interaktiv gestalten. Damit steigen die Erfolgschancen für den Werbetreibenden. Die Messbarkeit erlaubt es daraus Schlüsse für weitere Optimierungen zu ziehen.

Wie werden sich die Bürgerinnen und Bürger in der Zukunft über das Geschehen in der Welt und der Region informieren?

Wie gesagt: Im Internet, das aber noch viel bunter (Stichwort: Fotos), bewegter (Videos) und mobiler (Smartphones) werden wird.

 

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