Rhöndorf – Nach der Nachricht der Bahn, die ursprünglich geplante Personenunterführung und die beiden Aufzüge zum Mittelbahnsteig an den Gleisen 2 und 3 im Zuge der laufenden Korridorsanierung zunächst nicht zu bauen, sitzt der Schock bei Bürgerinnen, Bürgern, Politik und Verwaltung immer noch tief.
Die Arbeiten am Bahnhof hatten am 10. Juli begonnen. Bis Dezember sollen die beiden Bahnsteige unter anderem eine neue Ausstattung, Beleuchtung, Reisendeninformation und Wegeleitung erhalten. Bahnsteig 1 bekommt eine neue Rampe und soll damit künftig stufenfrei erreichbar sein.
Für den Mittelbahnsteig war ursprünglich eine andere Lösung vorgesehen: Eine neue Personenunterführung sollte die Bahnsteige verbinden. Zwei Aufzüge sollten den Zugang zu den Gleisen 2 und 3 ermöglichen. Daraus wird nun zunächst nichts.
Nach Angaben einer Bahnsprecherin haben weitergehende Planungen für die Oberleitungsanlagen gezeigt, dass der notwendige Umbau deutlich größer ausfällt als zunächst angenommen. Für die zusätzlichen Arbeiten stünden im engen Zeitplan der Korridorsanierung derzeit nicht genügend Kapazitäten zur Verfügung.
Die Bahn begründet die Verschiebung mit dem Ziel, die rechte Rheinstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden im Dezember 2026 wie geplant und sicher wieder in Betrieb zu nehmen. Die Arbeiten an Unterführung und Aufzügen sollen deshalb zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Politik will sich nicht damit abfinden
Mit der Situation befasste sich am Dienstagabend der Planungsausschuss auf Initiative der CDU. Dabei wurde deutlich, dass auch die Stadtverwaltung derzeit keine weitergehenden Informationen von der Deutschen Bahn hat.
Carolin Böhm, Fachdienstleiterin Umwelt und Stadtgrün, erklärte, die Informationen der Verwaltung beruhten im Wesentlichen ebenfalls auf der Pressemitteilung der DB. Auch ein Telefonat mit der Bahn habe keine neuen Erkenntnisse gebracht. „Es ist so, wie es ist“, fasste Böhm den derzeitigen Sachstand zusammen. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass es schwierig werden könnte, die Barrierefreiheit nach Abschluss der Korridorsanierung nachträglich umzusetzen.
Damit wollen sich Mitglieder des Ausschusses nicht abfinden. Susanne Langguth (CDU) verwies auf die hohe Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Man müsse sich weiter für eine Lösung einsetzen, sagte sie. Es könne nicht sein, dass ein Unternehmen wie die Bahn ein Projekt über lange Zeit plane und anschließend die volle Umsetzung ausbleibe.
Auch Jerald Birenfeld (CDU) sprach sich dafür aus, ein politisches Signal zu setzen. Ein entsprechender Beschluss könne zwar zunächst nur symbolischen Charakter haben, sei aber dennoch sinnvoll. Klaus Wegener von den Grünen sah wie Bernhard Rothe, Leiter des Geschäftsbereichs Städtebau, ebenfalls eher die Politik als Ansprechpartnerin, um auf die Deutsche Bahn einzuwirken.
Politischer Druck auf die Bahn
Bis zur nächsten Sitzung des Planungsausschusses soll nun ein Beschluss zur Situation des Bahnhofs Rhöndorf vorbereitet werden. Insbesondere CDU und SPD sollen dabei aufgefordert werden, das Thema auch auf höheren politischen Ebenen anzusprechen.
Das sagte der Bad Honnefer CDU-Vorsitzende und NRW-Landtagsabgeordnete Jonathan Grunwald am vergangenen Samstag zur Situation am Rhöndorfer Bahnhof:
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