Bad Honnef – Der Klimawandel hat bereits zu verheerenden Folgen im Bad Honnefer Stadtwald geführt. Begünstigt durch die trockenen Sommer in den letzten beiden Jahren vermehrte sich der Borkenkäfer dermaßen stark, dass ihm vor allem immer mehr Fichten zum Opfer fielen. Die Stadt und das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft sahen keine andere Möglichkeit, als die betroffenen Bäume fällen zu lassen – mittlerweile 10.000 Stück.

Naturschützer wie der BUND kritisieren das Vorgehen. Sie wollen, dass sich der Wald selbst reguliert. Laut Stephan Schütte vom Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft kein guter Gedanke. Denn in der Folge würde sich nach Erfahrungen vieler Forstfachleute die Buche gegenüber der Eiche durchsetzen. Die Buche sei allerdings hinsichtlich der zu erwartenden Klimaentwicklung nicht der Baum der Zukunft, denn sie benötige eher eine feuchte Witterung.

Audiobeitrag zum Stadtwald

 

Baum der Zukunft soll im Bad Honnefer Stadtwald die Eiche sein. Die käme mit Temperaturen von über 40 Grad gut klar, so Schütte.

20000 Eichen sollen in den nächsten Wochen gepflanzt werden, zusätzlich 5000 Hainbuchen, 500 Vogelkirschen und 500 Flatterulmen. “Für jeden verschwundenen Baum zwei neue”, erklärt Schütte.

 

Die werden im Gegensatz zu früher, wo immer flächig 5000 junge Bäume pro ha gepflanzt wurden, in Form einer Trupppflanzung gesetzt. Dabei werden in einem bestimmten Abstand Flächen in der Größe von 6 mal 6 Meter mit jeweils 25 Eichen und acht Hainbuchen bepflanzt.

Ist dieses Werk vollbracht, dürfte von Entspannung keine Rede sein, denn die Aufforstungsflächen müssen in den nächsten Jahren nicht nur intensiv gepflegt werden, sondern auch vor Rehen geschützt werden, denen die Knospen der jungen Waldbäume besonders gut schmecken. Bedeutet: Die Jagd hat begonnen. Im November wurden bereits 33 Rehe zur Strecke gebracht.

60.000 EUR wird die Neupflanzung kosten. Der finanzielle Schaden, der für die Stadt insgesamt durch den vorzeitigen Verkauf des Holzes entsteht, wird zurzeit ermittelt.

Weil eigentlich keiner so richtig weiß, wie sich die klimatischen Verhältnisse mit welchen Folgen weiterentwickeln und auch unter Fachleuten die Meinungen über den richtigen Weg der Rettung des Waldes unterschiedlich sind, fand vor kurzem ein erster Austausch mit dem BUND im Bad Honnefer Rathaus statt. Den wollen die Stadt und das Regionalforstamt fortsetzen, um breit belastbare Lösungen zu finden, so Bürgermeister Otto Neuhoff. Der pflanzte übrigens heute symbolisch die erste Jung-Eiche im Stadtwald.