Bad Honnef

Bilanz nach dem Chlorgasaustritt im Evonik-Werk

Rhein-Sieg-Kreis | Die erste Nachbetrachtung des Chlorgasaustritt im Evonik-Werk in Niederkassel-Lülsdorf am Abend des 08.04.2014 hat beim Rhein-Sieg-Kreis Handlungsbedarfe deutlich gemacht, denen nun zügig nachgegangen wird.

Das Wichtigste vorab: Der Einsatz ist ordnungsgemäß abgelaufen und der Chlorgasaustritt konnte zum Glück unverzüglich eingedämmt werden, so dass auch die die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt des Geschehens gefährdet war. Nichtsdestotrotz zeigen Reaktionen beunruhigter Bürgerinnen und Bürger, dass die Bürgerinformation im Schadensfall selber noch optimiert werden muss.

Dieser Ernstfall – und die damit verbundenen zahlreichen Bürgeranfragen – zeigt, dass trotz des regelmäßig durchgeführten Probealarms, immer noch nicht alle Bürgerinnen und Bürger die Bedeutung des Warnsignals überhaupt kennen. Hier besteht offensichtlich noch erheblicher zusätzlicher Aufklärungsbedarf, dem der Rhein-Sieg-Kreis gemeinsam mit seinen Städten und Gemeinden nachkommen möchte.

Ein weiteres Feld, das es zu bearbeiten gilt, wird das System der Sirenen-Entwarnung sein, das in den letzten beiden Tagen immer wieder angemahnt wurde. Derzeit ist ein flächendeckender Entwarnton technisch nicht möglich – hierzu muss man von der analogen flächendeckend auf die digitale Technik umstellen. Diese technische Umstellung hängt davon ab, wie schnell alle Städte und Gemeinden in der Lage sein werden, die digitale Technik einzuführen. Derzeit ist sie bereits in einigen Kommunen eingeführt.

Abschließend soll in diesem Zusammenhang dem Thema nachgegangen werden, dass in diesem Fall die Bevölkerung ausschließlich über eine Radio-Direkt-Durchsage bei Radio Bonn/Rhein-Sieg informiert wurde, nicht aber über den Hörfunk des Westdeutschen Rundfunks. Die regionale Warnung im lokalen Radiosender war richtig und gemäß Erlass vorgegeben, da es sich nicht um ein sogenanntes Großschadensereignis handelte; nichts desto trotz wird der Rhein-Sieg-Kreis die Warnwege mit dem zuständigen Innenministerium, das darüber entscheidet, ob Warnungen über den WDR-Hörfunk ausgestrahlt werden oder nicht, erörtern. Wichtig wird hierbei sein, dass die Information zügig erfolgt. Darüber hinaus wird der Rhein-Sieg-Kreis prüfen, ob auf lokaler Ebene eine unmittelbare Kontaktaufnahme zum WDR-Fernsehen und Hörfunk möglich gemacht werden kann.

Im Übrigen soll die zügige und vollständige Information der Bürgerinnen und Bürger über Internet noch weiter ausgebaut werden.  (rl)

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