Bad Honnef. Der Begriff Bodyismus ist noch relativ neu, das Thema dahinter jedoch hochaktuell: Bodyismus – also die Bewertung und Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes – stand in der vergangenen Woche im Mittelpunkt eines besonderen Projekts am Siebengebirgsgymnasium.
Vom 17. bis 20. März setzte sich die gesamte Jahrgangsstufe 8 in einem mehrtägigen Workshop intensiv mit Körperbildern, Schönheitsidealen und gesellschaftlichen Erwartungen auseinander. Initiiert wurde das Projekt von der Schulsozialarbeiterin des Jugendamts, Buse Özarslan, die den Workshop gemeinsam mit den Dozent:innen Dana Altpeter und Peter Kronenberg organisierte.
Wenn Aussehen zum Maßstab wird
Bodyismus beschreibt ein gesellschaftliches Phänomen, das auch im Alltag vieler junger Menschen präsent ist: Wer nicht den gängigen Schönheitsidealen entspricht, erlebt häufig Abwertung oder Ausgrenzung. Dabei geht es nicht nur um Gewicht, sondern ebenso um Körperform, Größe, Alter oder sichtbare Besonderheiten.
Gerade soziale Medien verstärken diesen Druck. Bilder scheinbar „perfekter“ Körper prägen Erwartungen – und beeinflussen, wie Jugendliche sich selbst wahrnehmen.
Raum für Reflexion und Austausch
Genau hier setzte der Workshop an. In interaktiven Einheiten beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit Fragen wie: Was ist eigentlich ein „idealer Körper“? Wer legt solche Normen fest? Und welchen Einfluss haben Plattformen wie Instagram oder TikTok auf das eigene Selbstbild?
Neben theoretischen Impulsen bot das Projekt vor allem Raum für persönliche Reflexion. In einer vertrauensvollen Atmosphäre konnten die Jugendlichen eigene Erfahrungen einbringen, diskutieren und neue Perspektiven entwickeln.
„Gerade in der achten Klasse befinden sich viele Jugendliche in einer sensiblen Phase der Selbstfindung“, erklärte Buse Özarslan. „Der Workshop hat gezeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig über Themen wie Selbstakzeptanz, Vielfalt und gegenseitigen Respekt zu sprechen.“
Positive Resonanz aus der Schülerschaft
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus. Viele hoben hervor, wie relevant das Thema für ihren Alltag ist – und wie hilfreich der offene Austausch mit Gleichaltrigen sein kann.
Auch die praxisnahe Gestaltung durch die Dozent:innen wurde gelobt. Sie schafften es, komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge verständlich zu vermitteln und gleichzeitig eine persönliche Ebene herzustellen.
Mehr als ein Schulprojekt
Mit dem Workshop setzt das Siebengebirgsgymnasium ein klares Zeichen: Für ein respektvolles Miteinander, gegen Ausgrenzung – und für die Stärkung sozialer Kompetenzen.
Gerade in einer Zeit, in der äußere Erscheinung oft über soziale Anerkennung mitentscheidet, gewinnt die Auseinandersetzung mit Bodyismus zunehmend an Bedeutung – auch über die Schule hinaus.
Weitere Projekte zur Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler sind bereits geplant.










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