Bonn/Rhein-Sieg-Kreis – Die geplante Sperrung der Bonner Nordbrücke (Friedrich-Ebert-Brücke) für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen wird weitreichende Auswirkungen auf den Verkehr in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis haben. Um die Folgen möglichst gering zu halten, haben sich die Bundesstadt Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis und die Autobahn GmbH auf einen engen, regelmäßigen Austausch verständigt. Das ist das Ergebnis eines ersten Treffens am Donnerstag, 8. Januar 2026, an dem auch Bonns Oberbürgermeister Guido Déus und Landrat Sebastian Schuster teilnahmen. Ebenfalls beteiligt war die Deutsche Bahn.
Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Frage, wie die Einschränkungen für Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und insbesondere den Schülerverkehr abgemildert werden können. Stadt und Kreis baten die Autobahn GmbH erneut zu prüfen, ob Schulbusse zumindest bis zum Ende des laufenden Schuljahres im Sommer 2026 weiterhin die Nordbrücke passieren dürfen. Ziel ist es, in dieser Übergangszeit tragfähige Alternativrouten zu entwickeln.
„Die Sperrung der Nordbrücke für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen wird erhebliche Auswirkungen auf das Straßennetz in Bonn und im angrenzenden Kreisgebiet haben“, erklärte Oberbürgermeister Guido Déus. Die Stadt wolle ihren Beitrag leisten, um die Öffentlichkeit sowie die regionale Wirtschaft frühzeitig und umfassend zu informieren und die Belastungen so gering wie möglich zu halten.
Die Dimensionen des Problems verdeutlichen aktuelle Zahlen der Autobahn GmbH: Täglich überqueren rund 100.000 Fahrzeuge die Nordbrücke, darunter etwa 5.000 Lkw mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen. Rund 60 Prozent dieser schweren Fahrzeuge haben ihren Start- oder Zielort in Bonn oder der direkten Umgebung. Damit müssen künftig schätzungsweise 3.000 Lkw pro Tag auf andere Routen ausweichen – viele davon durch das Bonner Stadtgebiet.
Landrat Sebastian Schuster betonte den Ernst der Lage: „Die Schäden an der Nordbrücke sind so massiv, dass dauerhaft Unterhaltungsmaßnahmen bis zum Neubau der Brücke erforderlich sind. Zum jetzigen Zeitpunkt muss alles getan werden, um eine Vollsperrung zu verhindern.“
Nach ersten Einschätzungen von Stadt und Kreis ist auf zahlreichen Straßen mit deutlich mehr Verkehr zu rechnen. Dazu zählen unter anderem die Reuterstraße, die B 9 durch Bad Godesberg, die Kölnstraße (L 300), die Siegburger Straße sowie mehrere innerstädtische Verbindungen rund um die Anschlussstellen der A 565 und A 59. Auch Verbindungen durch die Bonner Innenstadt könnten stärker belastet werden.
Die Autobahn GmbH kündigte an, ihrerseits wichtige Interessengruppen wie Wirtschaftsverbände gezielt zu informieren. Bereits in den kommenden Tagen wollen Stadt, Kreis und Autobahn GmbH weitere Abstimmungen zur konkreten Verkehrsführung ab Beginn der Sperrung vornehmen. Die Stadtverwaltung Bonn will die Öffentlichkeit fortlaufend über neue Entwicklungen informieren.







