Bonn – Die anhaltende Hitze und Trockenheit erhöhen derzeit die Brandgefahr in Wäldern, auf Wiesen und Feldern. Nach Angaben der Stadt Bonn liegt der Waldbrandgefahrenindex am Mittwoch, 12. August, bei Stufe drei – mittlere Gefahr. Für Donnerstag wird bereits Stufe vier und damit eine hohe Gefahr erwartet. Der Graslandfeuerindex hat nach Angaben der Stadt schon die Stufe vier erreicht.
Feuerwehr, Stadtförsterei und Untere Naturschutzbehörde appellieren deshalb an die Bevölkerung, besonders vorsichtig zu sein. Vegetationsbrände können sich bei der aktuellen Witterung schnell ausbreiten und auch Gebäude gefährden.
Totholz erhöht die Brandgefahr
Eine besondere Situation besteht laut Stadt im Bonner Stadtwald. Dieser ist als Naturland- und FSC-zertifiziert und weist deshalb größere Mengen Totholz auf. Während abgestorbenes Holz in feuchten Zeiten als Wasserspeicher dienen kann, stellt es bei anhaltender Trockenheit zusätzliches brennbares Material dar.
Auch außerhalb des Waldes besteht Gefahr. Brände auf trockenen Wiesen und Grünflächen im bebauten Stadtgebiet können sich nach Angaben der Stadt rasch ausbreiten.
Zigaretten und Grillfeuer können Brände auslösen
Die Stadt weist darauf hin, dass von März bis Anfang Oktober im Wald ein absolutes Rauchverbot gilt. Nach dem Landesforstgesetz NRW ist es zudem verboten, im Wald Feuer zu machen oder zu grillen. Ausnahmen gelten nur für entsprechend gekennzeichnete Feuerstellen.
Die Feuerwehr rät angesichts der derzeitigen Trockenheit allerdings dringend davon ab, überhaupt Feuer im Freien zu entzünden. Auch heiße Grillasche dürfe keinesfalls in der Natur entsorgt werden.
Eine weitere Gefahr geht von Fahrzeugen aus. Nach Angaben der Stadt können heiße Teile der Abgasanlage trockenes Gras oder andere Vegetation entzünden. Fahrzeuge sollten deshalb ausschließlich auf befestigten Flächen abgestellt werden.
Bei Waldbrand sofort 112 wählen
Wer einen Brand im Wald entdeckt, sollte laut Feuerwehr unverzüglich den Notruf 112 wählen. Besonders hilfreich sei die Angabe des nächstgelegenen Waldrettungspunktes.
Im Bonner Stadtwald gibt es nach Angaben der Stadt insgesamt 158 Waldrettungspunkte. Die Schilder befinden sich unter anderem an Wegen und Kreuzungen und tragen jeweils eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben. Diese sollte beim Notruf vollständig durchgegeben werden. Dadurch können die Einsatzkräfte den Brandort schneller lokalisieren.
Zudem bittet die Feuerwehr darum, Zufahrten und Wege in Waldgebiete unbedingt freizuhalten.
Umgekippte Leitkegel sind Wegweiser
Auch während eines Feuerwehreinsatzes gibt es im Wald eine Besonderheit: An Abzweigungen oder Kreuzungen können rot-weiße Verkehrsleitkegel auf der Seite liegen.
Nach Angaben der Feuerwehr handelt es sich dabei nicht um achtlos umgeworfene Pylonen, sondern um bewusst eingesetzte provisorische Wegweiser. Sie zeigen den Einsatzkräften den Weg durch Wald und freies Gelände.
Die Feuerwehr bittet deshalb darum, diese Kegel nicht wieder aufzustellen und keinesfalls wegzuräumen.
Angesichts der erwarteten weiteren Verschärfung der Waldbrandgefahr gilt derzeit besonders: Keine Zigarettenstummel in die Natur werfen, kein offenes Feuer entzünden und mit Fahrzeugen nicht auf trockenen Grünflächen parken.











