Carsharing - Symbolfoto

NRW – Stationäres Carsharing spart Platz, Geld und CO2. Doch die Vorteile von Gemeinschaftsautos nutzen bislang hauptsächlich Menschen in den Städten. Das möchte das Zukunftsnetz Mobilität NRW ändern, denn gerade in ländlichen Gebieten sind die Strecken lang und andere Verkehrsmittel mitunter rar. In dem landesweiten Wettbewerb „Teil.Land NRW“ wurden nun gemeinsam mit dem Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen acht Städte und Gemeinden ausgewählt, die mit professioneller Unterstützung ein Carsharing-System im ländlichen Raum aufbauen werden. Sie sind gegliedert nach ihrer Zugehörigkeit zu den jeweiligen Verkehrsverbünden.

Im Bereich Nahverkehr Westfalen-Lippe:
• Zusammenschluss aus den Städten Sendenhorst, Beckum, Oelde und Ahlen sowie den Gemeinden Everswinkel und Beelen
• Hochsauerlandkreis
• Kreis Höxter
• Stadt Rietberg

Im Bereich Verkehrsverbund Rhein-Ruhr:
• Stadt Meerbusch

Im Bereich Verkehrsverbund Rhein-Sieg:
• Stadt Euskirchen
• Stadt Lohmar
• Zusammenschluss aus den Gemeinden Marienheide, Engelskirchen und Lindlar sowie den Städten Radevormwald und Wipperfürth

Sichere Anbindung an Ballungsräume
„Nachhaltige Mobilität kann nur funktionieren, wenn die ländlichen Gebiete gut erschlossen und an die Ballungsräume angebunden sind“, sagt Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS), bei dem die Geschäftsstelle des „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ angesiedelt ist. „Daher möchten wir, dass das Carsharing ausgeweitet und auch außerhalb der Innenstädte etabliert wird.“

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„Stehzeug“ statt Fahrzeug
Das eigene Auto ist statistisch gesehen eher ein „Stehzeug“ als ein Fahrzeug, weil es im Durchschnitt 23 Stunden am Tag nicht bewegt wird. Stationäres Carsharing verändert das Mobilitätsverhalten, weil der allgemeine Pkw-Besitz reduziert wird und Kunden sich häufiger umweltfreundlich fortbewegen – mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder zu Fuß.

Kern des Projekts ist die Ausgestaltung eines eigenen Carsharing-Angebots, das gemeinsam mit den teilnehmenden Gebietskörperschaften erarbeitet wird. Das Arbeitspaket umfasst neben der Sensibilisierung aller Ebenen der Verwaltung und der Kommunalpolitik auch die Steuerung abteilungsübergreifender Arbeit und einheitliche Kommunikation, um die Bürger*innen für die Sinnhaftigkeit und Vorteile des Angebots zu gewinnen.

Auswertung folgt
Um die Erfahrungen des Pilotprojekts optimal für weitere Städte, Kreise und Gemeinden nutzen zu können, werden die Arbeitsschritte und Ergebnisse zudem im Anschluss ausgewertet. Landesweit sind insgesamt 18 Bewerbungen beim Wettbewerb Teil.Land.NRW eingegangen.

„Wir müssen die Chancen der Digitalisierung für bessere, sichere und saubere Mobilität nutzen. Dazu gehören auch smarte Carsharing-Lösungen. Sie sind eine sinnvolle Ergänzung des Mobilitätsangebots gerade im ländlichen und suburbanen Raum. Deswegen unterstützen wir mit dem Wettbewerb Teil.Land NRW ganz gezielt die Regionen abseits der großen Ballungsgebiete“, sagte Hendrik Wüst, Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen.

Das Zukunftsnetz Mobilität NRW hilft Kreisen, Städten und Gemeinden mit konkreten Unterstützungsangeboten dabei, nachhaltige Mobilitätskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Das Ziel: attraktive Mobilitätsangebote für lebendige, sichere und gesunde Kommunen und eine verlässliche Anbindung der ländlichen Räume an die Städte zu schaffen. 236 Kommunen im Land sind bereits Mitglied. Es gibt drei regionale Koordinierungsstellen: Westfalen-Lippe, Rhein-Ruhr und Rheinland. Die Geschäftsstelle ist angesiedelt beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) in Köln. Das Netzwerk wird gefördert durch das Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und die Unfallkasse NRW.

 

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